Alltag mit Lipödem – es betrifft nicht nur mich

Kathi

Kathi

Botschafterin

Schlecht gelaunt wird’s auch nicht besser!

Seite an Seite - egal in welcher Situation

„Toll, wie Du das machst! Wirklich super, dass Du nicht gehst.“ Bitte was? Wird da mein Freund gelobt, weil er mich nicht verlässt? Warum sollte er mich verlassen, nur weil ich Lipödem habe? Bin ich dadurch ein anderer Mensch geworden? Was hat sich denn dadurch verändert?

Eine ganze Menge!

Schmerzen im Mittelpunkt

Vor der Diagnose dachte ich, Schmerzen seien normal und daher nicht erwähnenswert (mehr dazu könnt ihr hier und hier nachlesen). Nach Erhalt der Diagnose habe ich nun darüber gesprochen, wenn es mir nicht gut ging, ich Schmerzen hatte oder mir die Kraft ausging. Nach 7 gemeinsamen Jahren ohne Gespräche über die Gesundheit, ohne das Wissen um Schmerzen bei Berührung und dem ständigen Druckgefühl in Armen und Beinen kann das ganz schön anstrengend sein, wenn es nun gefühlt um nichts anderes mehr geht.

Veränderung in Alltagssituationen

Es ging nicht mehr nur um „Schatz, steht mir das Kleid“, sondern um „Passt das Kleid zur Kompression?“. Die Frage nach dem Abendessen wurde plötzlich kompliziert, weil ich bloß alles richtig machen wollte um mein Lipödem nicht noch zu füttern. Beim Ausgehen musste nun auch auf die Stühle geachtet werden, dass diese auch ja nicht einschneiden.

Seite an Seite - egal in welcher Situation

Es ist nicht so, dass mit der Diagnose die Symptome kamen. So wie man es schon mal kennt mit Nebenwirkungen aus der Packungsbeilage, die erst auftreten, wenn man von ihnen gelesen hat. Doch wusste ich auf einmal, dass ich diese Symptome nicht aushalten muss. Allerdings wurden diese Symptome nun auch gerne mal aus Ausrede genutzt, wenn ich auf etwas keine Lust hatte. Auf Sticheleien über mein Gewicht – oder eher zu meinem Jammern über Dieses während ich etwas Süßes esse – habe ich furchtbar empfindlich reagiert. Ich bin in eine Opferrolle gegangen. Und das hat er ausgehalten. War an meiner Seite, bei jedem Tief das nach der Diagnose kam.

10 Jahre - Du und ich

Und er ist es heute noch! Während ich nun selbst über meine Essgewohnheiten schmunzeln kann. Während ich lache weil ich mir fast ein blaues Auge verpasse beim Anziehen der Kompression – „wie sollen wir das den Leute erklären?“. Während wir gemeinsam überlegen das Lipödem als Ausrede zu nutzen, wenn wir beide keine Lust auf etwas haben. Er ist an meiner Seite wenn ich für FRAUENSACHE on Tour bin. Und er ist an meiner Seite, wenn ich doch wieder in ein Tief gerate.

Also Mädels, auch wenn ihr das Lipödem habt, es betrifft nicht nur euch. Euer Umfeld macht die verschiedenen Phasen ebenso durch wie ihr. Sprecht darüber, seid füreinander da.

Eure Kathi

P.s.: Danke Schatz, dass Du nun seit 10 Jahren an meiner Seite bist. In guten wie in schlechten Zeiten!

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