Kathi
24.Oktober 2019 | Sport

Sport mit Lipödem – ab ins Wasser

Im letzten Jahr habe ich euch von meinen Erfahrungen mit Rennradsport, Triathlon und auch Hindernisläufen erzählt. In diesem Jahr will sportlich nichts so richtig laufen – im wahrsten Sinne.
Wollte ich ursprünglich in diesem Jahr meinen ersten Halbmarathon bezwingen, so wurden auch 10 km zur echten Herausforderung für mich. Auch auf dem Fahrrad habe ich mich überhaupt nicht wohl gefühlt. Die fehlende Bewegung führte nicht nur zu mehr Gewicht, sondern, was noch viel schlimmer ist, zu mieser Laune und Unzufriedenheit. Auch leichte Betätigungen wie Spazieren gehen oder Treppensteigen machen mir aktuell Mühe - was erst recht wieder zu einem unschönen Gefühl führt.

Aquafitness

Der Artikel zum Aquajogging von Christina hat mir zwar direkt gefallen, aber auf die Idee dass das auch für mich der richtige Sport sein könnte kam ich nicht. Erst als ich im heißen Sommer plötzlich das Verlangen hatte ins Wasser zu springen habe ich mich mit den Möglichkeiten vor Ort auseinander gesetzt. Tatsächlich werden im örtlichen Schwimmbad beinahe täglich Aquafitnesskurse angeboten. Entsprechend konnte ich noch einen freien Platz ergattern.

Der Weg von der Umkleide über die Duschen bis zum Wasser kostet mich immer noch jedes Mal etwas Überwindung. Ein Moment in dem mir immer wieder bewusst wird, dass das Selbstwertgefühl nichts mit der Konfektionsgröße zu tun hat! Doch Umkehren ist keine Option. Und bin ich erstmal im Becken, dann fange ich an mich wohl zu fühlen. Bis die Bewegung ins Spiel kommt…

Im Wasser

Auch nach 6 Wochen tut mir bei den ersten Bewegungen das Fett an den Beinen weh. Es spannt, zieht und fühlt sich an, als würde es einfach nicht dorthin gehören. Doch dann fängt das Wasser an dem Schmerz entgegenzuwirken. Dann spüre ich wie der Druck meine Beine massiert. Das gleiche gilt für meine Arme. Und wenn der Schmerz weg ist – das geht inzwischen immer schneller – dann ist es ein richtig angenehmes Gefühl! Sobald die 45 Minuten rum sind geht’s gleich zur Toilette, ein weiteres Zeichen dafür, dass Wassersport wie eine Lymphdrainage wirkt.
Bei den ersten 3 Stunden hatten wir jedes Mal einen anderen Trainer. Dadurch wurde deutlich, dass nicht nur der Spaß sondern auch die Wirkung sehr vom Trainer/ der Trainerin abhängt. Auch wenn man im Wasser sein Tempo sehr gut selbst bestimmen kann, so ist dennoch die Motivation von außen mit entscheidend.

Solltet ihr euch also nun für einen Kurs anmelden und nicht zufrieden sein, so gebt das Aquajogging/ Aquafitness nicht gleich auf. Probiert mal einen anderen Trainer oder wenn möglich eine andere Tageszeit aus. Gebt nur nicht auf, denn es lohnt sich!
Eure Kathi

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