Meine Erfahrungen aus 90 Tagen Lipödem-Ernährungsstudie (Teil 2)

Britta

Britta

Botschafterin

Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann. Und gib mir die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden.

Ernährungsprotokoll

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
im ersten Teil meines Artikels habe ich euch von meinem Start in die 90 Tage Ernährungsstudie bei Lipödem erzählt. Die ersten Tage waren schwierig, wie es dann weiterging und welche persönlichen Erkenntnisse ich für mich aus dieser Zeit gewonnen habe, möchte ich euch heute erzählen.

Low Carb unterwegs und im Hotel

Genau in der Zeit meiner Studienteilnahme war ich für Frauensache und privat viel unterwegs. Ich saß viel Zeit im Zug und habe häufiger in Hotels übernachtet. Rausgerissen aus dem Alltag und den Alltagsroutinen fand ich es schwer mich an Low Carb und die vorgegebenen 1.000kcal pro Tag zu halten. In einigen Hotels gab es ein reichhaltiges Frühstücksbuffet, da konnte ich Naturjoghurt zum Frühstück essen oder gekochte Eier und ein bisschen Schinken. In kleineren Hotels gab es zum Frühstück oft nur Brötchen und gesüßten Fruchtjoghurt. Das Rührei war meistens aus, wenn ich da war. Zudem hatte ich keine Waage dabei, um die genauen Mengen zu bestimmen und somit die Nährwerte auszurechnen. In Absprache mit der Studienleitung habe ich mir deshalb immer mal einen „Cheatday“ erlaubt und diese Tage so geplant, dass sie auf die Tage fielen, an denen ich unterwegs war. An diesen Tagen habe ich Kohlenhydrate gegessen, aber trotzdem darauf geachtet nicht allzu sehr über die Stränge zu schlagen.

Ein alter Bekannter – Schmerzen in den Waden

Im ersten Teil dieses Artikels habe ich es schon erwähnt: Plötzlich hatte ich wieder altbekannte und fast vergessene krampfartige Schmerzen in den Waden. Vor allem in der rechten Wade, vor allem morgens. Seit meinen Liposuktionen waren sie sehr selten da und nie so schlimm, dass sie mich eingeschränkt hätten. Ich war erschrocken und hörte von anderen Teilnehmerinnen der Studie, dass es ihnen ähnlich erging. Bei einigen hatten sich die Schmerzen nach ein paar Wochen gelegt. Das wollte ich abwarten. An einigen Tagen kamen Berührungsempfindlichkeiten an den Armen dazu. Manchmal traten dieses Flattern und Zittern in den Beinen wieder auf. Gegen Ende der Studie wurden die Schmerzen weniger. Ich hoffe sehr, dass sie dauerhaft wieder ganz verschwinden.

Abnahme und Wassereinlagerungen

Im Fragebogen, den ich vor Beginn der Studie ausgefüllt habe, wurde ich gefragt, mit welcher Gewichtsabnahme ich in den 90 Tagen rechne. Angegeben habe ich damals 5kg. Am Ende waren es etwas mehr als 5,5kg Abnahme. In den ersten beiden Wochen nahm ich den größten Teil ab, danach verlief die Abnahme sehr schleppend. Mal hatte ich ein paar Hundertgramm mehr, mal wieder weniger. Ein frustrierendes Spiel, das ich von allen anderen Abnahmeversuchen schon kenne. Meine Vermutung ist, dass ich besonders in den ersten Tagen der Ernährungsumstellung einiges an Gewicht durch rausgeschwemmte Wassereinlagerungen abgenommen habe. Allgemein habe ich das Gefühl, dass die Wassereinlagerungen in meinen Beinen über den Zeitraum der Studie weniger geworden sind. Gewissheit wird mir da aber erst der nächste Termin bei der Phlebologin geben. Bis zu diesem Termin werde ich mich weiterhin Low Carb, wenn auch mit mehr Kalorien am Tag, ernähren.

Meine persönlichen Tipps und Tricks:

Am Ende der 90 Tage stand ein erneutes Gespräch in der Uniklinik an. Vor dem Termin erhielt ich einen weiteren Fragebogen zum Ausfüllen. In der Klinik wurde nochmal ein 360° Bild meiner Beine erstellt, welches mit der Aufnahme aus dem ersten Gespräch für die Studienergebnisse verglichen wird. Meine persönliche Auswertung über die Volumenveränderung meiner Beine erhalte ich nach Abschluss der gesamten Studie, also dann, wenn alle Teilnehmerinnen die 90 Tage beendet haben und zum Abschlussgespräch in der Klinik waren. Erst dann werde ich auch erfahren welchen Inhalt die Kapseln hatten, die ich über die gesamte Zeit der Studie dreimal täglich eingenommen habe.

Meine persönlichen Learnings:
  • Größere Mengen Eiweiß am Abend führen bei mir zu Übelkeit am Morgen
  • Salat zum Mittagessen reicht mir nicht, ich brauche eine zusätzliche Eiweißkomponente wie einen Protein-Mozzarella, Tunfisch oder ein gekochtes Ei
  • Der Verzicht auf Süßigkeiten fiel mir leichter als erwartet
  • Mir fehlten Vollkornbrot, Milchreis und Risotto
  • Mir fehlte das Obst in der Ernährung, Beeren sind schon mal ok, ich bin aber nicht so der große Beerenfan
Meine persönlichen Tipps und Tricks:
  • Ein Stück Käse hilft mir gegen Appetit/Hunger
  • Käse geht auch ohne Brot – ich habe viele tolle, für mich neue, Käsesorten entdeckt
  • Lauwarmer Kräutertee schmeckt auch bei sommerlichen Temperaturen
  • Kaltes Wasser stresst meinen Körper – warmes, stilles Wasser tut mir gut
  • Wenn eine Mahlzeit viel Protein enthält, unbedingt genügend dazu trinken, sonst streikt die Verdauung

Habt Ihr vielleicht auch an der Studie teilgenommen? Berichtet doch mal! Ich freue mich auf euer Feedback.

Alles Liebe.

Britta

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Kommentare

4 Antworten

  1. Liebe Britta,
    ich drücke fest die Daumen, dass die Schmerzen, die die Ernährungsumstellung angetriggert zu haben scheint, bald wieder verschwinden und nicht mehr wiederkehren.

  2. Liebe Britta,

    wie geht es jetzt für euch Studienteilnehmerinnen weiter? Sollt ihr eure Kalorienzufuhr langsam steigern? Werdet ihr weiterhin kontrolliert?
    Wie oft wurden, um euren Stoffwechsel zu kontrollieren, Blutproben genommen?
    Ich erwarte die Veröffentlichung der Studienergebnisse mit großer Spannung.

    Liebe Grüße, Simone

    1. Liebe Simone,
      vielen Dank für deinen Kommentar und dein Interesse!
      Im Abschlussgespräch haben wir ein Merkblatt bekommen, wie man am Ende der Studie am besten weitermacht, damit kein Jojo-Effekt einsetzt. Also genau so, wie du schreibst, wurde die Kalorienzufuhr langsam wieder erhöht.
      Eine weitere Kontrolle ist, soweit ich weiß, zum aktuellen Zeitpunkt, nicht geplant. Aber dazu kann Frau Dr. Bauer vielleicht in einem ihrer Artikel in der nächsten Zeit was sagen.
      Blutproben wurden nur bei einem Teil der Teilnehmerinnen entnommen, da ging es meines Wissens nach um den Hormonaushalt. Ob gleichzeitig eine Überprüfung des Stoffwechsels bei den Teilnehmerinnen erfolgte kann ich dir leider nicht sagen und auch hier nur an Frau Dr. Bauer verweisen.
      Ich bin mindestens genauso gespannt auf die Veröffentlichung der Studienergebnisse wie du.
      Liebe Grüße. Britta

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