Britta
07.November 2020 | Allgemein

Mit Kompressionsversorgung auf großer Fahrt

Liebe Leserin, liebe Leser,

wo macht Ihr gerne Urlaub? In den Bergen oder eher am Meer? Ganz exotisch und möglichst weit weg oder lieber in einer urigen Hütte irgendwo im grünen Nirgendwo? Strandurlaub, Städtetrip oder Aktivurlaub? Die Möglichkeiten sind vielfältig oder zumindest waren sie es bevor die Pandemie uns erreichte. Als Lipödempatientinnen und Trägerinnen von Kompressionsversorgungen müssen wir bei der Reiseplanung noch ein paar Dinge mehr beachten. Aber als Profis, die wir inzwischen ja alle sind, geht uns das natürlich locker von der Hand.

Ans Meer

Seit Jahren lebe ich in Süddeutschland, stamme aber aus Niedersachsen. Ich mag die Berge, mag die Luft und die Stimmung dort. Aber einmal im Jahr muss ich ans Meer, sonst wird die Sehnsucht nach Wind und Wasser einfach zu groß. Mich erden diese Naturgewalten. Wenn ich am Meer bin, werden meine Gedanken wieder klar, die Energiespeicher aufgefüllt. Das war, was ich nach sechs Monaten im Homeoffice brauchte. Urlaub am Meer. Manchmal erfüllt sich unverhofft ein Traum und die 7-tägige Kreuzfahrt startet nur wenige Wochen später. Aus Urlaub am Meer wurde Urlaub auf dem Meer. In meinem Fall ein Urlaub auf Nord- und Ostsee.

Sport an Board

Obwohl es schon Mitte September war, hatten wir traumhaftes Wetter. Das hieß für mich: mindestens einmal am Tag ab in den Pool. Ein paar Bahnen schwimmen, ein bisschen Wassergymnastik, im Whirlpool chillen und auf das Meer gucken. Auf dem Schiff gibt es eine ca. 400m lange Laufstrecke auf dem obersten Deck. Man kann also mit einem Panoramablick laufen oder walken. Auch das Fitnessstudio lud mit einem großartigen Ausblick und einer guten Ausstattung zum Sport ein. Zudem wurden unterschiedlichste Sportkurse angeboten. Nicht mal auf Jumping Fitness musste ich verzichten, da es auch an Board Trampoline gab. (Alles fand unter strengen Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln statt).

Lymphdrainage im Spa

Ein ebenfalls vielseitiges Angebot gab es im Spa. Zu meiner Überraschung wurde sogar Lymphdrainage angeboten. Man konnte 50min manuelle Lymphdrainage buchen, genauso aber auch mechanische, apparative Lymphdrainage in einem Lymphautomaten. Da ich jeden Tag schwimmen gegangen bin, habe ich keinen Termin für Lymphdrainage vereinbart. Meinen Beinen ging es während des Urlaubs auch so gut. Trotzdem hätte mich interessiert, wie die manuelle Lymphdrainage an Board durchgeführt wird und ob sie mit einer Behandlung in einer Physiotherapiepraxis vergleichbar ist.

Kompressionsversorgung waschen

Die Kompressionsversorgung während des Urlaubs zu waschen, ist immer eine Herausforderung. Oft steht keine Waschmaschine zur Verfügung. Die Waschbecken in Hotelzimmern sind klein und es gibt nur wenige Handtücher zum Trocknen der Strümpfe bzw. Strumpfhose. Die Kompressionsversorgung in die Wäscherei geben? So mutig war ich nicht. Wäre die Versorgung dort zu heiß gewaschen und getrocknet worden, hätte sie vielleicht ihre komprimierende Wirkung verloren. Also hieß es: Handwäsche. Im kleinen Waschbecken im Bad meiner Kabine habe ich meine Versorgung erst in Wasser mit Spezialwaschmittel gegeben, dann gründlich gespült und anschließend in ein Handtuch gewickelt, natürlich ohne zu Wringen. Getrocknet habe ich die Strümpfe und die Leggings auf einer vorhandenen Wäscheleine in der Dusche und auf dem Balkon. Beides funktionierte gut. Für die nächste Reise muss ich mir unbedingt merken, dass ich ein paar Wäscheklammern einpacke.

Die Reise war wunderschön und sehr erholsam, nicht nur aus der Perspektive einer Lipödem-Patientin und Kompressionsträgerin. Denn von der Verpflegung, dem Entertainmentprogramm, den sympathischen Begegnungen und der beeindruckenden Natur habe ich gar nicht erzählt.

Schreibt gerne hier, auf Facebook oder Instagram von Euren Urlauben mit Kompressionsversorgungen. Habt Ihr Tipps für den nächsten Urlaub? Immer her damit!

Alles Liebe
Britta

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