Natalie
16.April 2019 | Lipödem & Ernährung

Lipödem & Ayurveda, Teil 2: Die Wirkung der ayurvedischen Ernährung

Hallo ihr Lieben,

im letzten Jahr habe ich drei Monate in einem kleinen Ayurveda Hotel gelebt, gearbeitet und Ayurveda am eigenen Körper erfahren.

Was schon in den ersten drei Wochen auf geistiger und seelischer Ebene passiert ist, davon habe ich euch vor einiger Zeit bereits berichtet. Hier könnt ihr es nachlesen. Nun endlich – entschuldigt den großen zeitlichen Abstand – kommt Teil 2 meines Ayurvedaberichts und es geht um das Thema Ernährung.

Ihr erfahrt in diesem Artikel folgendes:

  • Was der Satz „Ich ernähre mich ayurvedisch“ bedeutet.
  • Was die sechs ayurvedischen Geschmacksrichtungen sind.
  • Warum wir mehr Bitterstoffe essen sollten.
  • Wie meine ayurvedische Ernährung in Sri Lanka aussah.
  • Wie die ayurvedische Ernährung wirkt.
  • Meine Richtlinien für die ayurvedische Ernährung

Fotocredit: rosetime.info

Ich ernähre mich ayurvedisch!

Am 17.12.2019 trudelte ich nach drei Monaten auf Sri Lanka wieder in Deutschland ein, um mit der Familie Weihnachten zu feiern und um gemütliche Tage, Ruhe und leckeres Essen zu genießen. Meine Mutter hat in den letzten Jahren vor verschiedenen Familienessen Sätze dieser Art zu hören bekommen „Mama, denk dran, ich bin jetzt vegan“, „Hast du auch dran gedacht, dass ich jetzt Trennkost mache“ oder „Aber das Essen ist jetzt schon basisch, oder?“ Beim letzten Weihnachtsfest war es mal anders herum und in unserer Whats App Familiengruppe durfte ich die stolze Nachricht meiner Mutter lesen: „An Weihnachten kochen wir ayurvedisch!“

Ja, was bedeutet es denn überhaupt ayurvedisch zu kochen und zu essen?
Ayurveda bedeutet Wissenschaft vom Leben und es handelt sich um die älteste Heilkunde der Welt. Es ist keine Diät, sondern eine ganzheitliche Lebensweise und die Ernährung ist ein ganz wichtiger Bestandteil. Ayurvedische Ernährung ist frisch und naturbelassen, sensibilisiert deine Geschmacksnerven und nährt deinen Körper, so dass du ein stärkeres Gefühl von Erdung und Harmonisierung wahrnimmst. Erdung ist gerade für uns Lipödem Mädels so wichtig. Aus ayurvedischer Sicht, sind unsere Beine so schwer, weil wir nicht richtig geerdet sind und das übernehmen nun die Beine für uns, in dem sie ordentlich Gewebe, Lymphe und Fett anlagern. Für den einen eine abstrakte Theorie, für mich jedoch hört und fühlt es sich sehr schlüssig an. Wenn wir aber unsere Erdung zum Beispiel über die Ernährung am besten in Kombination mit Meditation oder Yoga selbst herstellen, dann fühlen sich unsere Beine nicht mehr verpflichtet diesen Job zu übernehmen und lassen Überflüssiges leichter wieder los.

Die 6 Geschmacksrichtungen im Ayurveda und warum wir mehr Bitterstoffe essen sollten

Im Ayurveda werden Nahrungsmittel nach sechs Geschmacksrichtungen klassifiziert: süß, sauer, salzig, scharf, bitter, herb. Diese sechs Geschmacksrichtungen sollten in jeder Mahlzeit vorkommen, denn jeder Geschmack hat seine eigene Wirkung und seinen eigenen Zweck: Körperzellen hervorzubringen, zu erhalten und zu zerstören.

Der süße Geschmack wirkt zum Beispiel nährend, ausgleichend und stabilisierend. Der scharfe Geschmack wirkt reinigend, Gewebe abbauend und entschleimend. Ein gesundes Maß an scharfen Speisen regt den Lymphfluss an und fördert die Verdauung. Der herbe, zusammenziehende Geschmack zieht deine Körpergewebe zusammen und wirkt abbauend. Alles was herb ist, wirkt entzündungshemmend und leitet überschüssiges Wasser aus. Bittere Lebensmittel wirken entgiftend, weil sie das überschüssige Fett im System verbrennen. Das verhilft zu Leichtigkeit in Körper und Geist.

Fazit: Wir können durch entgiftende, entschlackende und entzündungshemmende Wirkstoffe in unserer Nahrung, unsere Gewebeschmerzen lindern, das Lymphsystem in Schwung bringen, die Fettverbrennung ankurbeln und bekommen mehr Energie.

Ich sag nur: Girls, unsere Ernährung  ist unsere Medizin!

Meine ayurvedische Ernährung auf Sri Lanka

Auf Sri Lanka war das ganze einfach, hier habe ich mein Essen immer frisch zubereitet serviert bekommen. Das Frühstück bestand aus einer grünen Suppe (wirkt entgiftend), einem Obstsalat meist aus Papaya, Apfel, Mango und Minibanane, sowie einem verdauungsanregenden Tee und einem Glas warmen Wasser mit Honig und Limette (kurbelt Fettstoffwechsel an).

Zum Mittagessen gab es vier Gänge! Grundsätzlich gab es zuerst eine Gemüsesuppe, dann einen kleinen grünen Salat mit Zitronendressing und als Hauptgang durften wir uns über sechs verschiedene Currys freuen. Dazu gab es immer roten Reis. Die kleinen Highlights: 1 x pro Woche gab es Hühnchen oder weißen Fisch. Das Mittagessen wurde immer mit einer kleinen Süßspeise abgeschlossen. Klein bedeutet 3-4 Gabeln voll.

Das Abendessen fiel etwas kleiner aber dennoch sättigend aus. Auch hier gab es wieder eine Gemüsesuppe zur Vorspeise, dann meist Reis mit einer Gemüsebeilage und eine kleine Süßspeise. Abends wurde nichts rohes, kein Hühnchen und kein Fisch serviert – ausschließlich warme, leicht verdauliche Speisen.

Nach dem Frühstück und dem Abendessen habe ich täglich meine ayurvedische Medizin eingenommen, auf die ich nicht näher eingehe, da hier nicht Lipödempatientin gleich Lipödempatientin ist. Jeder hat ja meist noch zusätzlich ein paar andere, unterschiedliche Disbalancen, deshalb lässt sich das nicht 1:1 übertragen.

Meine Richtlinien in der ayurvedischen Ernährung

Zurück in Deutschland versuche ich intuitiv zu essen und so oft wie möglich alle sechs Geschmacksrichtungen in eine Mahlzeit zu integrieren, mache mir aber keinen Stress, wenn es mal nicht klappt. Da mir das Thema Ernährung sehr wichtig ist und ich wirklich glaube, dass Ernährung heilen kann, mache ich gerade eine Ausbildung zur Ayurvedischen Ernährungsberaterin.

Intuition ist eine feine Sache aber gerade am Anfang einer neuen Gewohnheit, finde ich es gut, wenn man ein paar Richtlinien hat. Deshalb hier meine Tipps für den Start:

  • Esse saisonal, bio und regional!
  • Koche abwechslungsreich – die ayurvedische Küche gibt das her, wenn du dich ein wenig einliest!
  • Achte auch darauf wie du isst: Esse nicht im Gehen, schlinge nicht und beschäftige dich auch nicht mit WhatsApp Gruppen oder den neusten Insta Posts. Kurz: Esse in Ruhe! Wenn du dich unterhältst, dann führe nur leichte, angenehme Gespräche.
  • Achte auf dein natürliches Sättigungsgefühl, lass deinen Körper, nicht deine Emotionen deine Portionsgröße bestimmen.
  • Lass 3-4 Stunden Zeit zwischen den Mahlzeiten, diese Zeit benötigt dein Körper für die Verdauung. In Sri Lanka haben wir um 8:00 Uhr, um 13:00 Uhr und um 19:00 Uhr gegessen.
  • Esse überwiegend warm anstatt kalt, bei kaltem Essen und Getränken erlischt dein Verdauungsfeuer sofort.
  • Reduziere Lebensmittel, die chemisch verändert wurden.

Ich kann dir die ayurvedische Ernährung wirklich ans Herz legen, weil sie die natürlichste Medizin für uns ist. Hast du Lust es für dich mal auszuprobieren?
Dann nimm dir Zeit und integriere die ayurvedische Ernährung Step by Step. Das ist ein Prozess und ich bin auch noch mitten drin aber um dich abschließend zu motivieren, möchte ich dir noch ein paar Gründe aufzählen, warum es sich so sehr lohnt sich ayurvedisch zu ernähren:

  • Du bekommst definitiv mehr Energie und weniger bis gar keinen Heißhunger.
  • Dein Immunsystem wird gestärkt, dein Schlaf verbessert sich.
  • Du alters langsamer, da eine Zellverjüngung stattfindet und deine Haut wirkt strahlender, glatter und weicher.
  • Dein Nervensystem wird ausgeglichen und nach meiner persönlichen Erfahrung lassen sich die Lipödem Schmerzen deutlich reduzieren.
  • Insgesamt bekommst du ein besseres Körpergefühl, fühlst dich ausgeglichener und zufriedener und lernst dich selbst besser kennen.
  • Du entgiftest täglich und schonend und es lagern sich weniger Schlacken ab, was zu deutlich weniger Gewebeschmerzen führt.

Wenn du für die erste Zeit Unterstützung oder eine Art ayurvedischen Fahrplan brauchst, dann mach gern bei meinen Einsteiger-Online-Kurs „Ayurveda für Frauen mit Lipödem“ mit. Der vierwöchige Kurs startet am 22. Mai 2019 und ich habe ihn zusammen mit der Ayurvedatherapeutin Natalie Baldys konzipiert. Du kannst dich ab sofort anmelden. Ich würde mich freuen, dich ein Stück auf deinem Weg zu begleiten zu dürfen.

Alles Liebe, Natalie

Werbung, da Markennennung.

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