Was es für mich bedeutet, eine Lipödemkämpferin zu sein

Nicki

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Bloggerin

wie ich zu einer Lipödemkämpferin

Hello again! In meinem letzten Beitrag habe ich euch ja schon erzählt, wie ich zu einer Lipödemkämpferin wurde und was dieses Wort für mich bedeutet. Heute möchte ich euch gern erzählen, was sich bei mir schon alles geändert hat.

Die äußerliche Veränderung

Ich entschied mich bei der ersten Versorgung für zwei Kompris mit Muster, weil ich bunte Kleidung grundsätzlich sehr mag. Ich war bislang aber auch ein absoluter Jeansfanatiker – Kompri und Jeans drüber, damit fühlte ich mich allerdings überhaupt nicht wohl. Also fing ich an, mir Röcke zu kaufen (auch um meine geliebten Hoodies weiter zu tragen). Aber irgendwie war es nicht das Wahre. Also kaufte ich das erste Kleid (ich habe früher Kleider gehasst!) und war verwundert, wie wohl ich mich damit fühlte. Ein Kleid folgte dem nächsten und ich fand immer mehr heraus, welcher Schnitt gut zu mir passte. Mittlerweile habe ich mehr Kleider als Hosen oder Pullover im Schrank, was ich selbst vor einem Jahr nicht für möglich gehalten hätte. Scheinbar ist auch meinem Umfeld aufgefallen, wie wohl ich mich fühlte und ich bekam immer öfter gesagt, wie toll ich in den Kleidern aussehe und sowas ist ja Balsam für die Seele! Und wie gut es sich anfühlt, wenn man von jemandem gesagt bekommt, wie toll die „Strumpfhose“ aussieht, der nichts von deiner Krankheit weiß, brauche ich ja keiner von Euch erzählen 😉 Ich trage meine Kompri mittlerweile echt gern und habe kein Problem, über meine Krankheit zu sprechen, wenn ich darauf angesprochen werde.

Die innerliche Veränderung

Nach meiner großen Verunsicherung am Anfang, finde ich langsam den Weg zurück zu mir selbst. Mein Aussehen und die tausend Diäten, die nie gefruchtet hatten und mittlerweile auch die Schmerzen (von denen ich immer dachte, sie kommen nur davon, dass ich zu dick sei) haben in den letzten Jahren stark an meinem Selbstbewusstsein genagt und auch dazu geführt, dass ich mich häufig zurückgezogen habe. Ich habe mittlerweile aber verstanden, dass ich zwar meine Krankheit durch meine schlechte Lebensweise (Ernährung und Sportmangel) begünstigt habe, aber ich nicht die gesamte Schuld daran trage. Ich habe jetzt einen Weg gefunden, mit dem ich mich wohl fühle und den ich auch langfristig gehen kann: ich gehe 3-4x die Woche zum Sport und versuche mein Essen so gut es geht gesund zu gestalten. Dabei sind kleine Sünden erlaubt und führen nicht mehr dazu, wieder alles hinzuschmeißen.

Es ist noch ein langer Weg, aber ich bin absolut bereit ihn zu gehen! Ich merke, wie ich langsam zu mir selber finde und mein Selbstbewusstsein aufbaue. Wie gut es tut auch mal den Kopf auszuschalten, habe ich zuletzt auf einer Feier gemerkt: Dort habe ich seit Ewigkeiten mal wieder getanzt und das obwohl viele Leute zugeschaut haben. Ich habe mich das lange aufgrund meines Aussehens nicht getraut, aber es hat so großen Spaß gemacht!

Meine Lieben es lohnt sich, den Kampf mit dem Lipödem und sich selbst aufzunehmen. Auch wenn es schwierige Phasen gibt, steckt niemals den Kopf in den Sand. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die mir mit ihren Beiträgen auf meinem Weg schon geholfen haben und hoffe, dass ich mit meinem Beitrag etwas zurück geben kann und der ein oder anderen von Euch auch ein wenig Mut machen kann. Ich freue mich über jeden Austausch mit Euch!

Macht es gut,
Eure Nicki

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