Selbsthilfegruppen: Gemeinsam stark statt einsam verzweifeln!

Nicole

Nicole

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Selbsthilfegruppen Gemeinsam stark | FRAUENSACHE

Jeder von uns kennt das, man hat viele Fragen zum Lipödem und steht oft alleine da. Ich möchte euch davon erzählen, wie ich meine Selbsthilfegruppe fand und wie mich das verändert hat. Man muss sich nicht schämen, sich vor anderen Menschen zu öffnen.

Mein Name ist Nicole und ich bin 32 Jahre alt. Meine Diagnose Lipödem Stadium II bekam ich im Juni 2016. Der Weg zu meiner Diagnose verlief wie bei den meisten von uns: unzählige Ärzte, die dich nur als „dicken“ Menschen sehen und nur das Wort „abnehmen“ kennen. Ich bekam meine Diagnose durch Zufall, weil mich eine Arbeitskollegin drauf hinwies. Und in der ersten Zeit nach meiner Diagnose ging so einiges schief, was mich verzweifeln ließ. Ich hatte keine gute ärztliche Aufklärung, kein vernünftiges Sanitätshaus und keine vernünftige Erstversorgung.

Mein Weg zur Selbsthilfegruppe

Also suchte ich Rat im Internet. Durch einen Zufall fand ich dort eine Selbsthilfegruppe für Lip- und Lymphödem-Patienten in meiner Stadt. Natürlich war ich erst voller Zweifel, was die Gruppe angeht. Ich hatte Gedanken, die wahrscheinlich jeder von uns hat, wenn er das Wort „Selbsthilfegruppe“ hört. Nach langem Hin und Her und Diskussionen mit mir selbst, fasste ich mir ein Herz und ging zur Sprechzeit ins Büro der Gruppe. Dort wurde ich so herzlich empfangen und schon das erste Gespräch machte mir neuen Mut. Ich wurde direkt zum Lymphtag in unserem Krankenhaus eingeladen, welcher zwei Wochen später stattfinden sollte.

Ich schaffte mir also einen freien Tag auf der Arbeit und ging dorthin. Was soll ich sagen, für mich war es der erste Schritt, um vernünftig mit meiner Krankheit umgehen zu können. Die ganzen Vorträge und Informationen der Firmen brachten mich weiter. Schon kurze Zeit darauf war das nächste Treffen der Selbsthilfegruppe. Ich fuhr eigentlich ohne große Erwartungen dorthin. Aber was ich dort erlebte, veränderte vieles für mich. Es war, als würde man gute alte Freunde treffen. Menschen mit den gleichen Problemen unterhalten sich dort ganz frei und ohne Zwang.

Ich fühlte mich gleich sehr wohl und geborgen. Ich ließ mich sofort in die WhatsApp Gruppe mit einfügen. Immer, wenn einer von uns eine Frage oder ein Problem hat, stehen einem die anderen zur Seite. Mittlerweile ist das monatliche Treffen für mich mit die schönste Zeit. Sich nicht verstellen zu müssen und auch mal darüber reden zu können, dass es einem in diesem Moment nicht so gut geht, gibt jedem von uns sehr viel Halt und Zuversicht. Heute bin ich froh, diesen Schritt gegangen zu sein. Wie viel ich in dieser Zeit erlebt und auch durch viele Referenten gelernt habe, ist für mich unbezahlbar.

Mit Hilfe meiner Gruppe fand ich auch für mich, mit der Juzo Expert Strong, die perfekte Lösung für meine Kompression. Und auch für das Problem mit dem Sanitätshaus fand ich eine super Lösung in unserer Nachbarstadt. Desweiteren wurde mir ein Lymphologe empfohlen, der mir immer weiterhilft und mir auch regelmäßig mein Rezept ausstellt. In der Gruppe fühle ich mich gut aufgehoben und verstanden.

Heute fühle ich mich trotz der Krankheit und der Schmerzen in meiner Haut wohl. Ich ziehe mich wieder so an, wie ich es will und verstecke meine Kompression auch nicht mehr. Ich gehe selbstbewusst mit der Kompressionsversorgung und den Blicken, die mir zugeworfen werden, um. Und das nur, weil ich selbst den Mut fand und mich anderen Leuten geöffnet habe. Man muss sich nur trauen. Ich kann nur sagen und das geht an alle starken Frauen: Gemeinsam sind wir noch stärker!!!

Eure Nicole

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Kommentare

10 Antworten

  1. Super toll geschrieben, ich hab hier im Umkreis leider keine Selbsthilfegruppe. Dabei würde ich total gerne so eine besuchen. Viel Spaß bei den weiten Treffen und viele schöne Momente im Kreise von Gleichgesinnten wünsche ich Dir

  2. Hallo,
    wunderbar zu lesen, danke dafür.
    Ich wäre so dankbar, eine SHG in meiner Nähe zu finden, da ich in Sachen Lipödem relativ neu bin. Liebe Grüße

  3. Hallo Nicole,
    auch in meiner Stadt gibt es keine Selbsthilfegruppe. Deshalb bin ich momentan dabei eine zu gründen. Ich wünsche mir, dass viele so denken wie Du und den Weg zu uns finden werden.

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