Nagellack und Kompression: Wie geht es?

Christina

Christina

Bloggerin

Blogbeitrag über Nagellack und Kompression

Benutzt du noch Nagellack, seit du Kompression trägst? Ich habe es immer mal wieder ausprobiert; ich mag rote Fingernägel sehr gerne und habe auch sicherlich 10 verschiedene Rot-Töne im Badschrank stehen. Allerdings frustriert es mich, dass dieser normale Nagellack nach kürzester Zeit abplatzt oder unschöne Abdrücke bekommt. Ein Gang zur Toilette, die Kompression runter- und wieder raufgezogen genügt und schon sind 45 Minuten Nagelpflege für die Tonne. Seufz…

Meine Kosmetikerin, die sich mein Leid diesbezüglich anhören musste, machte mich dann kurz vor Silvester auf Shellac aufmerksam, von dem ich zuvor noch gar nichts gehört hatte.

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Gute Argumente für den Shellac
  • harte, kratzfeste, bruchsichere Oberfläche
  • kein Kunstnagel
  • dünne Schicht
  • nicht zu teuer
  • hält 2-3 Wochen

Das waren die Argumente, die mich auf den Shellac neugierig machten. Leider traute ich mich beim ersten Mal noch nicht, eine Knallerfarbe zu nehmen, und wählte einen langweiligen Nude-Ton aus. Eigentlich hätte ich es schon besser wissen müssen, denn bei der Auswahl der Kompressionsfarbe für meine Flachstrickkompression bei Lipödem bin ich mit dem Motto „Mut zur Farbe“ auch immer gut gefahren. Dieser erste Shellac überstand aber nicht nur die Silvesterfeier unbeschadet, sondern hielt noch über das darauf folgende Skilanglauf-Wochenende hinaus durch. Nach guten zwei Wochen sah man dann aber, wenn man genau hinschaute, dass sich der Lack an den Seiten anhebt, und der Nagel natürlich nachwächst. Trotzdem hielt der Lack, was meine Kosmetikerin versprach; leider auch beim Thema „Entfernen des Shellacs“.

 

Shellac hält bombenfest

Dem Shellac macht es wirklich nichts aus, wenn man fest in das Gestrick der Kompressionsversorgung hineinfasst. Er hält einfach bombenfest, leider auch dann, wenn man ihn wieder abhaben will. Ein einfacher Lackentferner lässt den Shellac unbeeindruckt. Man braucht schon einen acetonhaltigen Entferner, den man 15-20 Minuten lang auf dem Nagel einwirken lassen muss. Dann erst ist die Lackschicht so weich, dass man sie abziehen oder mit einem Holzstäbchen vorsichtig abkratzen kann. Ich hatte ungünstigerweise den Fehler gemacht, mich einem der zahlreichen günstigen und schnellen  Nagelstudios bei einem großen Supermarkt anzuvertrauen. Die raspelten mir dann in Windeseile und ohne Skrupel nicht nur den Shellac runter, sondern auch noch gleich eine ordentliche Schicht meiner bisher gesunden Nägel. In den beiden Folgemonaten waren meine Fingernägel sehr brüchig, weswegen ich sie häufig mit einem Nagelöl einreiben musste.

Im Frühjahr, der kaputte Nagelteil war inzwischen bis zur Hälfte rausgewachsen, reizte es mich erneut, dem Shellac noch einmal eine Chance zu geben. Diesmal nahm ich einen meiner Lieblingslacke mit zur Kosmetikerin; wir wussten zwar, dass es kein Shellac war, wollten die Kombination aber einmal ausprobieren.

Was geschieht beim Auftragen des Shellacs?

Nachdem die Nägel wie bei einer normalen Maniküre in Form gefeilt sind und die Nagelhaut etwas zurückgeschoben ist, kommt ein Basecoat auf den Nagel und die Hand für ca. 30-60 Sekunden unter die UV Lampe. Nun folgt die Farbschicht, die mehrere Male aufgetragen wird. Wenn man eine spezielle Shellac-Farbe verwendet, kommt die Hand immer wieder unter die UV-Lampe zum Aushärten. Am Ende wird ein sogenannte Top-Coat aufgetragen. Der Vorgang dauert eine gute Stunde. Die Kosten gehen bei 30 € los.

Das mit der mitgebrachten Lieblingsfarbe hat übrigens funktioniert, aber erst aufs zweite Mal, weil wir zu ungeduldig waren und den normalen Lack zu kurz trocknen ließen. Als ich nach der zwischenzeitlich durchgeführten Pediküre die Strumpfhose wieder hochgezogen hatte, war der Lack am Finger beschädigt, sodass wir von vorne anfangen mussten. Aber nach gefühlten 2,5 Stunden konnte ich dann glücklich mit meinen lackierten Fuß- und Fingernägel heimgehen. Der Lack an den Fingern hielt ca. 2,5 Wochen, der an den Zehen sogar über 4 Wochen.

Inzwischen ist Sommer und ich habe das Lackieren mit Shellac schon viermal ausprobiert. Wenn man den alten, rausgewachsenen Lack professionell entfernt und nicht abfeilen lässt, nehmen die Nägel auch keinen Schaden. Die Nachteile, die ich sehe, wiegen für mich nicht so schwer, wie die Vorteile:

  • Termin im professionellen Nagelstudio vereinbaren
  • mind. 30 € bezahlen
  • 60 Minuten Zeit aufbringen
  • UV-Licht (kann durch vorher aufgetragenes Sonnenschutzmittel gehemmt werden)
  • mind. zwei Wochen gleiche Nagellackfarbe haben
  • Termin zum professionellen Entfernen des Lacks (ca. 20-30 Minuten)
  • Chemikalien des Acetons beim Entfernen

Mein Fazit lautet: Shellac ist für mich mehr als eine Alternative zum normalen Nagellack. Für mich ist es DER Lack in Verbindung mit der Kompression.

Jetzt würde mich noch interessieren, welche Erfahrungen ihr mit Nagellack und Kompression gemacht habt. Schreibt es mit doch in die Kommentare!

Viele Grüße

Eure Christina

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Kommentare

6 Antworten

    1. Hi Nicki! Cool! Das freut mich, weil das wieder ein Grund mehr ist, dass man sich mit Kompression sexy durchs Leben gehen kann.

  1. Huhu,
    ich habe auch Gel-Nägel das funktioniert total toll. Sind ja meine Nägel, nur fester mit dem Gel und fester als Shellac.
    Hochziehen mit Handschuhen der Strumphose funktioiert auch super.
    Ich freu mich immer über Deine Berichte und ich bewundere deine konsequenz mit den Strümpfe anziehen.
    GLG

  2. Ich trage zwar keine Kompression – aber wenn ich nach den Liposuktionen für einige Wochen OP-Mieder tragen musste, habe ich da schon Nagelfolie getragen. Diese Folie war von dem An- und Ausziehen auch nicht beeindruckt. 🙂 Es gibt verschiedene Hersteller – ich nutze immer Miss Sophie – und die Qualität hier hat mich immer überzeugt, über andere Hersteller kann ich nichts sagen.
    Unterlack, Folie aufkleben, versiegelnder Überlack – fertig. Auf den Unterlack würde ich allerdings verzichten, da die Folien dann schneller abgehen, wie ich finde.
    Das Aufkleben ist am Anfang etwas friemelig, nach einer Weile hat man den Dreh aber raus. Die Haltbarkeit ist super – 10 Tage bis zwei Wochen sind kein Problem.

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