Lipödem? Vielleicht!

Kristin

Kristin

Bloggerin

Kristin Richter joggt

Hallo, ich bin Kristin , 47 Jahre jung, Mutter und selbständige Unternehmerin aus Dortmund. Ich erzähle hier meine Geschichte: Früher war ich dick. Ohne wenn und aber, ich habe mich und meinen Körper gehen lassen. Nach der Geburt meines 2 Kindes habe ich endgültig den Highscore geknackt und wog über 110 kg.

Auf dem Weg zu einem schöneren und gesünderen Körper

Erst als mir ein Arzt mit 30 Jahren sagte, dass man so nicht alt wird, bin ich wohl wach geworden. Mein Entschluss war abzunehmen oder wenigstens nicht noch mehr zu werden und dabei möglichst gesund zu bleiben. Ich habe dem Fett den Kampf angesagt, sprichwörtlich. Denn ich habe Fett von der Speiseliste gestrichen und so über 40 kg abgenommen. Ich weiß, dass das heute überholt ist und es andere Ernährungsphilosophien gibt. Aber bei mir hat es funktioniert. Noch dazu habe ich den ersten, zaghaften Sport angefangen. Bin zum Aquafitness Kurs gegangen und habe eine Walking Gruppe besucht. Schnell stellte sich aber raus, dass mein Körper unterschiedlich reagiert. Während der Rumpf und Arme (Gesicht sowieso) sichtbar weniger wurde, blieben die Beine im Verhältnis dick. Dies führte mich dann vor einigen Jahren zu einem Phlebologen, der die Diagnose Lipödem stellte und mir Kompressionsstrümpfe verordnete. Schon nach wenigen Monaten war mir aber klar, dass das nicht die Lösung sein kann. Ein Leben lang so rumlaufen? Die Strümpfe schränkten mich im Alltag und auch beim Sport ein. Für mich nicht vorstellbar. Ich bemühte mich um einen Termin in der Hanseklinik Lübeck, die auf Lipödeme spezialisiert sind. Nach dem Termin kam die Ernüchterung. Lipödem? Auf gar keinen Fall. Dazu würde mir das typische Symptom – Schmerzen in den Beinen – fehlen. Und die Strümpfe kann ich gleich an den Nagel hängen.

Weiter, immer weiter machen

Okay, dann halt mehr Sport. Ich wurde Mitglied im Frauen Fitnessstudio und halte diesem schon seit 10 Jahren die Treue. Aus dem Walken wurde Joggen, nachdem ich einen Laufeinsteiger-Kurs besucht hatte. Ich konnte eine Stunde am Stück laufen, unfassbar. Was für eine Freude mir das macht, hätte ich früher nie gedacht. Tempo ist völlig egal, bloß nicht mit anderen vergleichen. Hauptsache es macht Spaß. Das Problem mit den Beinen blieb allerdings. Ich habe mittlerweile eine Kleidergröße S, habe mir alles weggehungert und abtrainiert was ging, inklusive meiner Brüste die mittlerweile nicht mehr vorhanden sind. Das muss auch mal gesagt werden. Aber die Beine blieben dick und unförmig. Für Hosen brauche ich mindestens noch eine Größe 42. Kurze Hosen oder Röcke tragen ist für mich undenkbar.

Der letzte Schritt - die OP

Mittlerweile bin ich, und dessen bin ich mir auch bewusst, in der privilegierten Lage mir eine Operation leisten zu können. Also habe ich mich entschieden, meinen Fleiß der letzten Jahre und den Erfolg damit zu krönen, mir durch eine Oberschenkelstraffung OP die Beine korrigieren zu lassen. Beim Vorgespräch im Dezember 2020 stellte der Arzt dann die für mich völlig überraschende Diagnose, das es sich wohl um ein a-typisches Lipödem handelt. Krankhafte Fettansammlung in den Beinen, die ich von alleine auch nie wegbekäme, deswegen auch die Neigung schnell blaue Flecken zu bekommen. Aber a-typisch, weil mir (zum Glück) starke Schmerzen in den Beinen erspart geblieben sind. So wurde aus der Straffungs-OP auch eine Fettabsaugung. 3 Liter konnten aus den Beinen noch entnommen werden.

Happy - OP gut überstanden

Mittlerweile sind einige Wochen schon vergangen und ich kann mich jeden Tag daran erfreuen wie die Schwellungen zurückgehen und die Beine tatsächlich dünner werden. Die Beulen an Knien und Oberschenkelinnen- und außenseiten sind fast weg. Im Sommer werde ich das erste Mal, seitdem ich ein Kind war, wieder eine kurze Hose tragen. Aber bis dahin wird noch eine weitere OP folgen..

Bis bald,
Eure Kristin

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Kommentare

Eine Antwort

  1. Liebe Kristin,
    danke für deinen Beitrag. Ich habe vor einigen Jahren 40 kg auf diese, deine Weise abgenommen. Allerdings hat mir mein Arzt gesagt, dass ich so, weitestgehend fettfrei zu leben- nicht alt werden würde. Überall könne man lesen, wie wichtig bestimmte Fette sind. Ich ernähre mich nun vegetarisch und mit gesunden Ölen und Fetten. Allerdings konnte ich mein Gewicht nicht halten, sehe aber nun nicht mehr „ verhungert“ aus. Mein Gewicht lastet jedoch sehr auf meinen Füßen und Knien. Ich befinde mich also in einem Teufelskreis. Sagt deine Erfahrung, sich die Brüste weghungern zu müssen, um ein einigermaßen erträgliches Gewicht zu bekommen nicht aus, mit welcher schweren Krankheit wir es hier zu tun haben. Und immer wieder muss man sich rechtfertigen, auch vor medizinischem Personal. Ich wünsche dir und allen Betroffenen viel Kraft.

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