Lipödem und die Psyche Teil 2: Die Resilienz

Marlene

Marlene

Botschafterin

Sei realistisch – glaub‘ an ein Wunder!

Die Resilienz Lipödem und die Psyche

Hallo zusammen zu Teil 2 meines Blogbeitrags zum Thema: Das Lipödem und die Psyche. Wie im ersten Beitrag angekündigt, soll es hier um die Resilienz, auch bekannt als das Immunsystem der Seele, und wie sie uns beim Lipödem behilflich sein kann, gehen.

Die Resilienz

Unter dem Begriff Resilienz versteht man die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen zu überstehen oder mit anhaltenden Einschränkungen trotzdem „normal“ bzw. glücklich leben zu können. Christina Berndt bezeichnet Resilienz in ihrem Buch als Hornhaut auf der Seele. Es ist die Widerstandskraft der Psyche. Ist es nicht schön, wenn unsere Seele ein Immunsystem hat? Ist es nicht genau das, was wir uns als Patienten mit chronischen Erkrankungen, die uns vermutlich ein Leben lang begleiten werden, wünschen?

Natürlich wäre es in unserem Fall schön, das Lipödem komplett aus unserem Körper entfernen zu können. Bei einigen Frauen scheint dies auch mit einer Liposuktion möglich zu sein. Doch was ist mit allen anderen? Die Frauen, die sich keine OP leisten können, sich aufgrund von Risiken nicht operieren lassen wollen oder die Frauen, die bereits operiert sind, aber weiterhin Kompressionsstrümpfe wegen der Schmerzen tragen? Wir dürfen uns trotzdem an allen anderen Dingen im Leben erfreuen, Hobbies haben und Träumen nacheifern. Da kommt die Resilienz ins Spiel. Die gute Nachricht ist, dass man sie erlernen kann. Es ist möglich, trotz chronischer Erkrankungen das Leben zu genießen und das sollte auch unser Ziel sein.

Die sieben Säulen der Resilienz

Ich kann Dir empfehlen, Dich mal mit dem Thema Resilienz und den sieben Säulen (angelehnt an das Modell von Karen Reivich und Andrew Shatte) auseinander zu setzen, denn mir hat es sehr geholfen. Hierbei handelt es sich natürlich nur um eine subjektive Empfehlung. Ich bin keine Psychologin oder Psychotherapeutin. Ich berichte lediglich von meiner persönlichen Erfahrung, die Dir vielleicht weiterhelfen kann.

Akzeptanz – Akzeptiere Deine Situation und die Dinge, auf die Du keinen Einfluss hast. Das kann Stress lösen.

Gesunder Optimismus – Positive Gedanken sind sehr wichtig. Sie sollten allerdings realistisch und umsetzbar sein.

Selbstregulierung – Verlasse die Opferrolle so gut Du kannst. Selbstmitleid ist auf Dauer nicht gesund. Konzentriere Dich auf die Dinge, die Du aktiv beeinflussen kannst.

Lösungsorientierung – Fokussiere Dich am besten nicht konstant auf das Problem und was es mit sich bringt, sondern denke lösungsorientiert und schaue darauf, was Du selbst tun und verändern kannst (in unserem Fall z.B. Sport, Ernährung)

Eigenverantwortung – Übernehme für Deine Entscheidungen die Verantwortung und arbeite an Deinen Verhaltensmustern.

Netzwerk – Du bist auf ein Auffangnetz und Unterstützung angewiesen. Erweitere also regelmäßig Dein Netzwerk mit Menschen, denen Du Dich anvertrauen kannst. Ein gutes Netzwerk (in unserem Fall zum Beispiel auch eine Selbsthilfegruppe oder der Austausch bei unserer Initiative) hilft Dir Lösungen und Ideen zu entwickeln, auf die Du selbst vielleicht nie gekommen wärst.

Zukunftsorientierung – Plane Deine Zukunft. Setze Dir positive, aber auch realistische Ziele.

Glücklich sein trotz Lipödem

Ich möchte trotz meiner Erkrankungen das Leben genießen. Danach solltest Du auch streben. Das Thema Resilienz ist aktuell aufgrund der Corona-Pandemie sehr präsent. Du kannst dazu also sehr viel Infomaterial finden. Mein Tipp: Ich meditiere, um resilienter zu werden. Ich benutze dafür die 7mind App (unbezahlte Werbung). Du findest aber auch viele Informationen dazu im Internet bzw. Youtube oder in zahlreichen Büchern.

Selbstwirkung und Selbstvertrauen spielen eine wichtige Rolle. Glaube also an Dich selbst. Setze Dir aber realistische Ziele, die für Dich persönlich umsetzbar sind. Wenn eine andere Lipödemkämpferin einen Marathon läuft und Du aktuell gar keinen Sport machst, kannst Du Dich von ihr inspirieren lassen. Du solltest allerdings nicht sofort ihre Ziele zu Deinen machen, sondern eigene entwickeln.

Resilient zu sein, bedeutet nicht, dass keine Rückschläge empfunden werden und man immer positiv denkt. Es richtet sich eher auf das Wissen, dass es wieder bessere Tage geben wird. Der Weg zur Resilienz ist sicherlich alles andere als einfach, besonders bei chronischen Erkrankungen, denen wir dauerhaft ausgesetzt sind. Es ist leichter gesagt, als getan. Aber es ist ein Prozess, den es sich lohnt, in Angriff zu nehmen. Daran arbeite ich.

Du hast vielleicht eine chronische Erkrankung, aber Du hast trotzdem das Recht auf ein glückliches Leben.

Deine Marlene

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