Ist das Unterwäsche oder kann das weg? – Tragen der Kompressionshose mit oder ohne „Schlüpfer“?

Finja

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Beitrag zu Unterwäsche

Hallo liebe Lipödemkämpferinnen,

ich bin Finja, 30 Jahre alt und habe ein Lip-Lymphödem. Die Diagnose habe ich in meinem 22-Lebensjahr bekommen und habe meine Kompressionsbestrumpfung bereits seit 8 Jahren. Ich habe die Kompressionsbestrumpfung für meine Arme + Hände und Beine.
Wobei ich sagen muss, dass ich die Armkompression viel zu selten trage. Allerdings gehört meine Kompressionshose seit 8 Jahren fest in meinen Alltag und in den Kleiderschrank. Meine Kompressionshosen und ich führen eine Hassliebe. Ich glaube, jede von euch kennt dieses Gefühl. Die Kompri ist Fluch und Segen zugleich. Sie ist warm, man fühlt sich eingeengt, sie zwickt hier und da und man muss seinen Kleiderschrank komplett neu für sie auslegen. Ein weiterer Fluch: Die Handschuhe um die Kompression anzubekommen. Diese gehören mittlerweile fest in mein Badezimmer, meine Handtasche und meine Schublade im Büro.

Die anfänglichen Probleme

Die anfänglichen Probleme mit der Kompression kenne ich noch zu gut, z. B. wenn man nur eine passende Hose hat, weil die andere geändert werden muss oder man abends zu spät heimkommt um zu waschen, so dass die Hosen morgens noch klamm sind.
Alles nervige Tatsachen, warum man sich fragt, wieso wir Lipis eigentlich nur zwei Versorgungen im halben Jahr bekommen? Keine „normale“ Frau hat nur zwei Hosen im Schrank! Also bleibt es einem nur übrig die Kompri auch ein weiteres Mal zu tragen, ohne diese gewaschen zu haben. NERVIG UND NICHT wirklich hygienisch – außerdem sind die Fasern nicht mehr so wirkungsvoll an den weiteren Tagen, an denen man die Kompression ungewaschen trägt.

Kompressionshose mit oder ohne „Schlüpfer“?

Wenn man aber später gut entstaut ist, keine Schübe mehr hat und fast immer dieselben Maße und Umfänge hat (bis auf ein paar Zentimeter hier und da), hat man das Glück immer noch eine ältere Kompri im Backup zu haben so, dass man nicht mehr jeden Tag waschen zu muss.

Als ich an dem Punkt angekommen bin habe ich mich gefragt:
Muss ich zwangsläufig einen „Schlüpfer“ unter der Kompression tragen, wenn ich die doch eh nach jedem Tragen wasche?

Es zwickt und kneift

Ich denke das Malheur, dass die Unterhose falsch sitzt oder kneift kennt jeder, ob Mann oder Frau. ABER wenn man dann dieses Problem in einer knackig sitzenden Kompressionsstrumpfhose hat, die auch noch vom Bund hoch bis zur Brust geht, dann hört der Spaß auf!
Die Unterhose unauffällig zu richten ist schier unmöglich. Die einzige Lösung ist der Weg aufs Klo um alles wieder an Ort und Stelle zu bringen. Super, dann dürfen wir die Kompri wieder runterziehen um diese dann paar Sekunden später wieder mühselig hochziehen zu können. Und im schlimmsten Fall hat man das Ergebnis, dass das Unterhöschen immer noch nicht richtig darunter sitzt!

Ich habe auch oft das Problem, dass ich dann durchgehend ein Druckgefühl an den Seiten habe, dass ich dann ständig dranrumzippel. Das ist den Nähten und dem Stoff, oder auch dem Eindrehen der Unterhose zu verdanken. Und gerade die Hüftaußenseiten sind bei mir sehr Schmerzhaft dank des Lipödems.

Kompri ohne Unterwäsche

Somit habe ich einfach mal angefangen meine Kompri ohne Unterwäsche zu tragen. Und was soll ich sagen? Ich kann es jedem empfehlen!
Es ist angenehmer, die Hose rutscht meiner Meinung nach weniger, man fühlt sich freier und nicht so eingeengt. Das ständige Richten der Hose hat aufgehört und ich habe sogar das Gefühl, dass mein Lymphablauf dadurch besser funktioniert. Probiert es aus! Ich kann es nur jedem ans Herz legen.
Es ist eine ganz andere Routine, anfangs befremdlich nackig da rein zu steigen, aber im Endeffekt für mich tagsüber viel angenehmer.
Schade hingegen ist nur, dass man die schönen Unterhöschen dann nur noch zur Nacht trägt. Manchmal fühlt man sich ja gerade aufgrund von hübscher Unterwäsche gut und sexy. Aber naja, ich sehe es so, die Abnutzung ist viel geringer, der Stoff wird geschont und ich habe länger gut von den hübschen „Schlüpfern“. =)

Noch als Tipp

Das einzige was ich euch aber noch als Tipp mit auf den Weg geben kann: Habt immer, aber wirklich immer einen Ersatzschlüpfer in der Handtasche oder im Handschuhfach des Autos, damit ihr nicht auf einmal bei der Lymphdrainage oder Sport seid und nichts drunter habt! Dieses Erlebnis hatte ich tatsächlich in der ersten Woche der „ohne Schlüpfer-Erprobung“. Im Auto, auf dem Weg zur Lymphdrainage fiel es mir ein! Ich habe doch keine Unterwäsche drunter! Erst ein Schock, aber dann haben mein Lymphtherapeut und ich herzhaft gelacht und natürlich eine Lösung gefunden

Wie handhabt ihr das? Vielleicht probiert ihr es ja mal aus? Ich freue mich sehr mehr über eure Erfahrungen und Trageroutinen zu erfahren

Herzliche Grüße auf Flensburg,
eure Finja

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Kommentare

6 Antworten

  1. Hallo Finja,
    gute Idee!
    Mich stören die Buchsen weniger, aber es muss Baumwolle sein, bei allem anderen rutscht mir dann die Strumpfhose.
    Bei mir ist leider umgekehrt, die Armkompression ziehe ich immer an und die Strumpfhose sehr selten. Ich schaff das mit dem Zeitmanagement nur sehr schlecht, kranke Tiere, die wirklich viel Pflege brauchen (Diabetes und vieles mehr), zwei Jobs und immer Schlafen bis zum letzten Augenblick, da ich immer total erschöpt bin. Zudem wie du sagst, die meisten Klamotten, passen dann nicht mehr mit der Strumpfhose. Na ja, wahrscheinlich such ich auch Ausreden, da ich die Strumpfhose echt nicht mag…., man verarscht sich selber ja immer bissel 😉
    GLG
    Silke

  2. Hallo Finja,
    das Problem mit den rutschenden Strumphosen hatte ich anfangs auch. Vor allem hat es mir die Strumpfhose samt Unterhose "ausgezogen". Ich bin dann ganz schnell auf Strings umgestiegen. Dadurch liegt die Strumpfhose mehr mehr Haut auf. Außerdem habe ich festgestellt, dass eine leichte Bodylotion den "Klebeeffekt" noch erhöht, so dass ich meine Beine von der Ferse bis hoch zum Popöchen jeden Morgen mit einer Bodylotion verwöhne, was im Übrigen auch sonstigen Hautirritationen vorbeugt. Meine Physiotherapeuten sind immer ganz begeistert über mein Hautbild – und meine Lover auch 😉
    Gruß aus Hamburg
    Antje

  3. Hallo Finja,
    ich muss mich bei dir bedanken für diese super Idee. Ich wäre nie auf die Idee gekommen die Unterwäsche wegzulassen! Aber das war der Durchbruch. Viel weniger rutschen, endlich! Super!
    Liebe Grüße, Angela

  4. Ja auch ich als Mann muss eine Kompri mit und ohne Schlitz tragen. Toilettengang macht so keinen Spaß mit einem zusätzlichen Slip. Nach dem Bericht von Finja war ich neugierig und versuchte es selber ohne Slip. Wow alles blieb dort wo es bleiben soll und auch der Toilettengang ging ohne Probleme über die Bühne. Es gibt auch Kompris mit eingearbeiteten Slip, dies wäre für mich auf eine Alternative!

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