Irrungen und Wirrungen

Annette

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Annette Irrungen und Wirrungen

Mein Name ist Annette, ich bin 58 Jahre alt und darf mich mit Lip-Lymphödemen herumschlagen. Dies ist meine erste Geschichte und ich bitte mir nachzusehen, wenn sie nicht allzu gut geschrieben ist ;-).

Wie alles begann…

Vor einigen Jahren fiel mir so ganz nebenbei auf, dass meine Füße, vor allem die Knöchel, stark angeschwollen waren. Es tat nicht weh, aber als ich das nächste Mal beim Hausarzt war, zeigte ich ihm das. Er drückte einmal drauf und sagte: „Des müsse mer ma beobachte. Wenns net besser wird, musste mal zum Kardiologen.“ Und dabei blieb es. Ich war mit allerlei anderen Krankheiten beschäftigt und kümmerte mich nicht weiter.
Im Mai diesen Jahres buchte ich zum ersten Mal seit 12 Jahren eine Flugreise nach Fuerteventura in den Robinson Club. Dort gönnte ich mir mal eine Lymphdrainage. Die Therapeutin ist eine recht strenge, resolute, aber im Endeffekt doch nette Dame. Sie fragte mich: „Und? Wo ist Deine Versorgung??“ Ich: „Ich bin hier bestens versorgt.“ Sie: „Ich meinte deine Kompressionsstrümpfe!“ Sie hielt mir dann streng einen Vortrag, dass ich unbedingt zum Arzt müsse, denn meine Beine würden gar nicht gut aussehen. Ich merkte auch selbst, dass nicht nur die Beine, sondern auch die Arme und Hände geschwollen waren. Ich schob das Ganze auf den langen und beengten Flug.

Und dann gings los

Nach meiner Rückkehr musste ich erst mal forschen, welcher Arzt denn für sowas überhaupt zuständig ist. Das Internet gab Auskunft und ich machte einen Termin, der 3 Monate später stattfinden sollte. Bei anderen Ärzten hätte ich noch länger warten müssen. Irgendwann schmerzten meine Beine und ich ging zur Hausärztin. Die sagte: „Hm, da müssen wir erst mal im Internet recherchieren.“ Aha. Meine Augenbraue ging steil nach oben. Dann schrieb sie mir ein Rezept für Kompressionsstrümpfe. Fein. Sie sagte: Sie brauchen auch Lymphdrainage. Komisch. Hier steht MLD 30, 45, 60. Was das wohl bedeutet? Ich schreibe Ihnen mal MLD 30 auf. Einen Termin zur Physiotherapie zu ergattern, gestaltete sich ebenfalls sehr schwierig. Da war die Wartezeit 1 ½ Monate. Ich ging also gut gelaunt ins Sanitätshaus und gab der Sanifee mein Rezept. Diese sagte: „Das wird so nichts, ich schreibe Ihnen auf, was sie brauchen.“ Ich suchte erneut die Hausärztin auf und bat sie, das Rezept umzuschreiben. Gesagt getan. Im Sanihaus wurde ich ausgemessen und das Rezept wurde bei der KK eingereicht. 2 Wochen später bekam ich eine Ablehnung. Nach einem Telefonat war ich schlauer. Ich sollte erst Lymphdrainage bekommen und dann würde das genehmigt. Inzwischen war aber das Rezept nicht mehr gültig, weil ein neues Quartal angebrochen war.

Da meine Hausärztin überfordert schien, wartete ich den Termin bei der Fachärztin ab. Diese betrachtete meine Beine, stellte allerlei Fragen, fühlte mal an den Beinen, machte Messungen und dann stand die Diagnose fest: Lipolymphödeme an Beinen (Grad 2) und an den Armen (Grad 1). Ich bekam ein neues Rezept für die Beine und trabte nach einer Lymphdrainage erneut ins Sanihaus. Auch dieses Rezept war falsch. Nach einem kleinen Zwischenstopp bei der Fachärztin schlug ich wieder im Sanihaus auf. Dieses Mal machte ich eine Kopie des Therapieplans der Lymphdrainage, ich wurde erneut ausgemessen und zusammen mit dem korrigierten Rezept wurde alles zur KK eingereicht. Dieses Mal bekam ich nach weiteren 2 Wochen einen Anruf vom Sanihaus, dass die Strümpfe genehmigt worden seien und alles jetzt an die Fabrik geschickt würde. Supi, dachte ich. Und ich wartete und wartete. Nach 2 Wochen suchte ich die Sanifee auf und fragte, wie lange es wohl noch dauern würde. Am nächsten Tag rief sie mich an und sagte, die Fabrik hätte den Auftrag nicht bekommen. Ich bin fast geplatzt vor Wut. Inzwischen habe ich doch heftige Schmerzen in den Beinen. Man hat den Vorgang nochmal geschickt und jetzt bin ich in froher Erwartung der Strümpfe, die morgen kommen sollen.. Wie spannend! Sollten sie nicht kommen, werde ich zum Raubtier.

Die never-ending-story geht weiter, denn es geht mit den Armen weiter und auch das verspricht etwas kompliziert zu werden.

Eure leicht angenervte Annette 😉

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