
Liebe Leserin, lieber Leser,
Trigger-Warnung: In diesem Beitrag geht es um Ernährung, Diäten und Essverhalten.
Wenn das Thema gerade nichts für dich ist, schau beim nächsten Mal vorbei. Ich berichte heute davon, wie sich mein Essverhalten mit Lipödem gewandelt hat und wie wir nun gemeinsam Wege finden, Essen wieder langfristig positiv und ohne Angst zu erleben.

Seit ich mit 10 Jahren in die Pubertät kam, war ich immer etwas „mehr“ als die anderen Kinder. Nicht extrem, aber genug, dass Mitschüler*innen es kommentierten. Ich merkte selbst: Meine Beine sahen anders aus… stämmiger, fester, irgendwie anders als die der anderen Mädchen.
Du kennst das wahrscheinlich: Man nimmt sich selbst viel kritischer wahr, weil die Norm in der Schule oder Umgebung so klar scheint.
Ich startete eine Diät nach der anderen. Wenn Freundinnen in der Schule Abnehm-Challenges machten, machte ich mit. Sie nahmen ab, ich nicht. Meine Beine blieben gleich. Später, nach persönlichen Krisen und Gewichtszunahme beschloss ich nach dem Abitur, „richtig“ abzunehmen. Über 20 kg gingen runter. Doch meine Arme und Beine blieben gleich. Dann sah ich dieses eine Video auf YouTube, das alles erklärte. Zum ersten Mal hörte ich vom Lipödem. Ich wusste instinktiv: Das ist es. Trotzdem jagte ich dem Ideal weiter hinterher – sechs bis sieben Mal die Woche Sport und dauerhaftes Kaloriendefizit. Mein Körper bekam mehr Stress als Nährstoffe. Dass das nicht gesund war, aber es gar nicht an meiner Disziplin lag, wollte ich nicht wahrhaben.

Auch nach meiner offiziellen Diagnose war es nicht einfacher.
Es war ein ständiger Kreislauf zwischen:
„Es bringt doch eh nichts“
„Pass bloß auf, was du isst“
„Ich versuche jeden Tag einfach das Beste“
Es dauerte, bis ich verstand: Essen muss wieder etwas Positives sein. Ein Energielieferant, nicht Stressfaktor.
Heute lebe ich ein viel gesünderes Verhältnis zu Essen: Keine strikten Ernährungsformen oder Verbote. Zucker, Fast Food, mal ein Glas Alkohol… alles in Maßen erlaubt! Dabei natürlich ehrlich zu mir sein, was mir gut tut. Ich setze auf Meal Prep und gesunde Snacks für den Alltag und versuche möglichst frisch zu kochen und jede Woche neue Rezepte zu testen. Ernährung ist unser Antrieb, unser Energielieferant, nicht unser Feind. Für mich ist das ein Prozess, ein Weg, den ich Schritt für Schritt gehe.

Es ist noch ein langer Weg, aber ich hoffe, dass wir ihn gemeinsam schaffen. Für mehr Gelassenheit, für gesunde Routinen und für ein Essverhalten, das uns stärkt statt uns zu stressen. Probiert euch aus, was tut EUCH gut. Hör mal nur auf deinen Körper, auch wenn das schwer fällt. Es muss nicht ketogen sein oder antientzündlich. Es soll vor allem Spaß machen und langfristig realistisch sein.
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Eine Antwort
Liebe Jenny, ich bin ganz bei Dir. Und du hast das Glück, noch so jung zu sein und deine Erkenntnisse für ein positves entspanntes Essverhalten zu nutzen.
Ich bin 57 Jahre jung und mein Thema war seid ich mit 14 Jahren meine erste Diät gemacht habe immer meine Figur und das Essen.
Dabei war ich nicht mal dick oder dicklich. GErade gestern habe ich von meiner ältesten Freundin Fotos geschickt bekommen und ich wurde einen Moment sehr traurig, weil ich ja damals immer dachte, ich wäre nicht richtig, meine Beine zu stämmig, mein Busen zu groß…. Und mit dem Blick von heute sah ich einfach normal und jung und wunderbar gesund aus.
Wie schade, dass es nicht so blieb und ich bis heute immer wieder innere Kämpfe lebe und mit meinem Körper hadere.
Bleib dran und genieße dich und deinen tollen Körper und gebe ihm guten “Treibstoff”.