Hochzeit mit Kompression?!

Anna

Anna

Bloggerin

Hochzeit mit Kompression? | FRAUENSACHE

Dass ich einmal in Kompression heiraten würde, war mir schon früh klar. Mit 13, um genau zu sein. Damals bekam ich meine erste flachgestrickte Kompressionsversorgung zur Behandlung eines primären Lymphödems. Dass sich diese Therapie auch für das Lipödem als richtig und wichtig erweisen sollte, erfuhr ich erst Jahre später. Ja, also da stand ich nun als 13-Jährige. Mitten in der Pubertät. Mit romantischen Hochzeitsvorstellungen. Und Omastrümpfen?

Hässliches Entlein wegen der Kompression?

Vor den Altar treten mit Kompressionsversorgung in „Hautfarbe“, die nicht annähernd zu meinem Hautton passte, mit Krankenhausweiß, Schwarz und Anthrazit?! Alles keine Farben, die man sich gerne unter dem Hochzeitskleid vorstellt. Erst recht nicht, wenn der Rock mal „Fliegen geht“ und das ganze Elend sichtbar werden würde. Und dann die quälende Frage „Würde mich so überhaupt jemand heiraten wollen?“

Lange habe ich mich als hässliches Entlein gefühlt. Bis ich vor 11 Jahren einem wundervollen Mann begegnet bin, für den Lip- und Lymphödem kein unbekanntes Bild war: „Meine Oma hat das auch.“ Ein einfacher Satz, der dennoch meine Welt und meine Selbstwahrnehmung in eine ganz neue Richtung gelenkt hat.

Danke an meinen Mann

Lieber Martin! Ich bin so dankbar, dass ich dich gefunden habe. Mit deiner Akzeptanz und deiner Liebe hast du großen Anteil an dem Menschen, der ich heute bin. Und ich bin so dankbar, dass ich von dir und deinen Großeltern auch lernen durfte, dass wahre Liebe nicht vor einer Krankheit halt macht. Dass der Mensch hinter diesen Erkrankungen, auch eine wunderschöne Braut in koralle-farbener Kompressionsversorgung sein kann.

Liebe Grüße
Anna

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