FRAUENSACHE-Bloggerin Marlene im Interview

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Marlene im Interview | FRAUENSACHE

„Hallo, ich heiße Marlene, bin 28 Jahre alt und leide am Lipödem.“

Marlenes Botschaft an Euch: „Das Leben mit Lipödem ist alles andere als leicht. Ich bin jedoch der Meinung, dass wir trotzdem versuchen sollten positiv zu denken und das Leben zu genießen.“

Erfahrt mehr von FRAUENSACHE-Bloggerin Marlene und ihrer Geschichte im nachfolgenden Interview.

Wie wurde bei Dir die Diagnose Lipödem gestellt?

„Ich habe meine Diagnose Lipödem 2011 bekommen, nachdem ich im Sommer extrem geschwollene Beine und sehr starke Schmerzen hatte. Von Anfang an hatte ich immer wieder blaue Flecken und eine extreme Berührungsempfindlichkeit. Nach meinem ersten Arztbesuch habe erstmal den Standardprozess durchlaufen inklusive Entwässerungstabletten, die aber nicht geholfen haben. Zum Glück bin ich danach an eine sehr gute Phlebologin geraten, die mich relativ schnell diagnostiziert hat.

Die Phlebologin ist reingekommen und hat mich nur in Unterhose gesehen und eigentlich sofort gesagt, das ist eindeutig ein Lipödem. Sie hat mich dann aber, was ich auch toll fand, recht schnell beruhigt. Sie hat keine Panik in mir hervorkommen lassen, sondern hat mir direkt gesagt, ich soll mir keine Sorgen machen, das kann man behandeln. Und das hat mir auch so Mut gemacht in dem Moment, weil man ja auch immer wieder andere Geschichten von Frauen hört, die jahrelang das Problem haben und niemand wirklich weiterhelfen kann. Und das war wirklich ein Glück, dass es recht schnell diagnostiziert wurde.“

Wie erging es Dir nach der Diagnose Lipödem?

„Es waren eigentlich gemischte Gefühle, einerseits war es Freude, weil endlich klar war, was ich habe. Ich wusste, jetzt kann ich irgendwie dagegen auch was tun. Aber andererseits ist es natürlich schon ein Schock, wenn man erfährt, dass man an einem Lipödem leidet. Man hat natürlich große Angst, wie wird sich das in Zukunft entwickeln, wird die Therapie in irgendeiner Form anschlagen? Es waren gemischte Gefühle, wie gesagt, einerseits Freude, weil ich jetzt nicht mehr weiter suchen musste, aber gleichzeitig natürlich auch Traurigkeit, dass es mich dann auch getroffen hat.“

Wie ergeht es Dir an schlechten Tagen?

„Ich habe hauptsächlich eine extreme Schwäche in den Beinen. Ich stehe manchmal morgens auf und habe das Gefühl, dass ich schon einen 12-Kilometer-Marathon gelaufen bin. Das sind so die schlimmen Tage. Ansonsten starke Druckempfindlichkeit und gerade abends, wenn ich den ganzen Tag auf den Beinen war, dann sind meine Beine auch extremst geschwollen. Das sind so meine Hauptprobleme mit der Erkrankung. (…) Ich habe mich auch schon dabei ertappt, dass ich vor Erleichterung angefangen habe zu weinen, als ich die Beine hochlegen konnte.“

Wie lauten Deine Motivationstipps?

„Ich versuche eigentlich immer zu vermitteln, dass man sich nicht unterkriegen lassen soll, dass man sich auch ruhig, wenn es einem psychisch stark belastet, da auch Hilfe holen soll. Ich habe das auch getan und das hat mir sehr viel geholfen, einfach auch die Krankheit zu akzeptieren. Weil ich glaube, dass das der wichtigste und größte Schritt ist als Lipödem Erkrankter. Man muss es akzeptieren und auch wirklich im Alltag wahrnehmen, es nicht ignorieren, aber sich auch nicht darauf fokussieren.

Und für mich ist auch wichtig, dass Leute sich trotzdem auch im Leben noch Ziele setzen, die sie erreichen möchten. Natürlich verschieben sich die Ziele manchmal, weil einfach gewisse Sachen mit der Erkrankung nicht mehr machbar sind. Aber ich sage dann immer, seid nicht traurig, sucht euch ein neues Ziel, arbeitet darauf hin, lasst euch nicht einschränken, kämpft weiter! Es versuche zu zeigen, dass es im Leben mehr gibt als die Erkrankung und dass man sich einfach selbst nicht verlieren darf. “

Vielen Dank für das tolle Interview, Marlene!

Euer FRAUENSACHE-Team

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Kommentare

3 Antworten

  1. Deine Stärke ist wirklich bewundernswert! Du kannst für so viele Menschen, die an einer ähnlicher oder sogar an derselben Erkrankung leiden, ein Vorbild sein! Du zeigst ihnen, dass man sich niemals unterkriegen oder einschränken lassen sollte, und das ist wirklich wichtig! Hoffentlich sehen sich viele Betroffene das Video an oder lesen sich das Interview durch und lassen sich von deinen Worten inspirieren! 🙂

    1. Hallo Vanessa,
      Vielen Dank! Es macht mich sehr glücklich und motiviert mich auch, wenn ich anderen Mut machen kann mit meiner Geschichte.

  2. Toll, ich finde es klasse, wie du es machst !
    Am Besten ist schon, dass man diese chronische Erkrankung in seinem Leben akzeptiert und diese bestmöglichst integriert…wir haben eh nicht groß die Wahl und da ist sie ja nun mal…, also einfach cool in sein Outfit mit einbinden…Mit den modischen Farben und Muster, die es mittlerweile gibt, hat sich dieses sehr deutlich für den Patienten entwickelt…

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