FRAUENSACHE-Bloggerin Chrissy im Interview

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Chrissy im Interview | FRAUENSACHE

Vor drei Jahren bekam Chrissy durch puren Zufall die Diagnose Lipödem. Ihr Motto: Lass die Krankheit nicht Dein Leben bestimmen, sondern bestimme Du Dein Leben.

„Ich bin Christiane, 34 Jahre, und leide seit meiner Pubertät am Lipödem. Ziemlich schnell habe ich die negativen Seiten der Krankheit kennengelernt, jedoch nie den Mut verloren, mit einem Lachen durch die Welt zu gehen.“

Erfahrt mehr von FRAUENSACHE-Bloggerin Chrissy und ihrer Geschichte im nachfolgenden Interview.

Schränkt Dich Dein Lipödem in Deinem Modestil ein?

„Wenn ich einkaufen gehe, dann bekomme ich schon öfters einen Horror. Von der Stange kaufen ist nicht so einfach. Und da es bei mir unten herum sehr ausgeprägt ist, ist die Kleidung entweder unten zu eng oder zu weit. Ich schaue mir natürlich auch andere Frauen im Intenet an. In Facebook gibt es auch ganz viele tolle Gruppen, die sich mittlerweile zusammengeschlossen haben. Da gibt es Extragruppen für Mode, für Sport und Ernährung oder auch, die sich mit der OP beschäftigen oder mit Ärzten. Da tauscht man sich natürlich aus.“

Wie erkennt man denn zum Beispiel einen guten Arzt?

„Ein guter Arzt beginnt nicht damit einem zu sagen, dass man erst mal 30 Kilo abnehmen muss, bevor er mit der Behandlung beginnt. Ein guter Arzt sorgt sich um die Aufklärung und verschreibt Kompressionsversorgungen und Lymphdrainagen. Nach meiner Diagnose war ich auch relativ schnell auf Reha. Ein guter Arzt klärt über Operationsmöglichkeiten auf. Viele Ärzte unterstützen diese Thematik auch nicht, obwohl man die Operation leider selbst bezahlen musss. Das wäre meiner Meinung nach ein guter Arzt, denn mehr kann er auch nicht machen.“

Wie läuft so eine Reha ab?

„Nach meiner Diagnose bin ich vier Wochen zur Reha geschickt worden. Ich hatte jeden Tag anderthalb Stunden Lymphdrainage und danach bin ich gewickelt worden. Von den Knöcheln bis hoch in die Leiste wurde ich bandagiert. Ich zog darüber noch eine Strumphose, um damit Sport zu machen oder Wandern zu gehen. Abends wurde auch endlich wieder alles abgelegt.

Die nächsten Tage gestalteten sich ähnlich. Der Tagesablauf besteht hauptsächlich aus Lymphdrainage, Bandagieren und viel Sport treiben. Am Wochenende wurde man dennoch ohne Lymphdrainage gewickelt

Thema Sport: Wie hältst Du Dich fit?

„Ich gehe Walken, Fahrradfahren oder auch gerne Schwimmen. Für mich wäre es wichtig meine Muskulatur am Knie aufbauen. Aber ich mag keine Fitnessstudios. Ich schaue lieber, was ich gerne mache. Zurzeit habe ich den Sport daheim, da wir am Renovieren sind. Im Sommer gehe ich auch gerne Schwimmen oder mache Aquajogging. Schwimmen ist ja eine Art Lymphdrainage.“

Dein erster Blogbeitrag behandelte das Thema Selbstbewusstsein. Wie hast du gelernt so positiv zu sein?

„Man sollte lernen damit umzugehen. Ich versuche immer das Positive aus einer Sache zu ziehen. Da ich nie im meinem Leben schlank war, war mir nach meiner Diagnose klar, warum und was überhaupt mit mir los ist. Man kann nichts dagegen tun – zumindestens hilft Lymphdrainage ein bisschen gegen den Schmerz. Ich habe relativ schnell damit abgeschlossen, dass ich halt nun mal krank bin.

Ich glaube, durch die ganze Sache bin ich noch ein Stück weiter selbstbewusster geworden. Früher hat man ein Stück Kuchen gegessen und ist angeguckt worden. So in der Art: „Guck mal die, die isst wieder ein Stück Kuchen. Kein Wunder, dass sie so aussieht.“ Und jetzt ist es halt einfach so, dass ich mich auch nicht mehr verstecke und ein Stück Kuchen esse. Ich lasse die Krankheit nicht mein Leben bestimmen.“

Liest mehr in Chrissy’s Blog-Beitrag, indem sie über „7 Tricks für mehr Selbstbewusstsein“ schreibt.

Vielen Dank für das tolle Interview, Chrissy!

Euer FRAUENSACHE-Team

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Kommentare

Eine Antwort

  1. Liebe Chrissy,
    ich liebe es wie du schreibst und wieviel Lebensfreude du trotz dieser Krankheit ausstrahlst.
    Ich lebe mit dieser Krankheit auch seit 7 Jahren, hab aber riesen Angst vor dem Alter wie sich das Lipödem ausprägen wird.
    Deine Beiträge geben mir richtig Mut trotz dieser Krankheit Spaß am Leben zu haben.
    Mach weiter so.

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