Fragen an Dr. Schmeller – Forschung & Zusatzerkrankungen bei Lipödem

Prof. Dr. med. Wilfried Schmeller

Prof. Dr. med. Wilfried Schmeller

Bloggerin

Therapie über Lipödem

Das Lipödem ist leider ein noch nicht all zu weit erforschtes Feld, das weiß auch unser FRAUENSACHE Experte Prof. Dr. med. Wilfried Schmeller aus der Hanse-Klinik in Lübeck.

Auch zum Thema Forschung und Zusatzerkrankungen bei Lipödem beantwortete er freundlicherweise einige Eurer Fragen.

Wie weit ist die Forschung im Bereich Lipödem?

Hier gibt es noch viel zu tun; die Ursachen des Lipödems sind noch nicht ausreichend erforscht. Viele Fragen sind ungeklärt: Woher kommt die Krankheit? Warum bricht sie zu einem bestimmten Zeitpunkt aus? Da ist die Forschung leider noch nicht sehr weit. Auch die Unterschiede zwischen den normalen Fettzellen und Lipödem-Fettzellen sind bisher (noch) nicht ausreichend geklärt. Die Antworten auf diese Fragen würden vor allem auch die Therapie einen Schritt weiter bringen.

Kann eine Schilddrüsenerkrankung das Lipödem verschlechtern?

Eine gewisse Zahl von Patientinnen mit Lipödem hat zusätzlich eine Schilddrüsenunterfunktion aufgrund einer immunologisch bedingten Störung (Hashimoto-Thyreoiditis). Diese führt zu verschiedenen Symptomen, u.a. zu Ödemen oder einer Gewichtszunahme, die beide beim Lipödem bekanntlich ungünstig sind und die bestehenden Beschwerden verschlimmern können.

Psyche und Lipödem: Welche Probleme gibt es während der Therapie?

Das erste ist ja meist die oft schwierige Diagnose. Viele Frauen laufen von Arzt zu Arzt und bekommen eine Fehldiagnose nach der anderen: Übergewicht, Adipositas, Lymphödem u.a. Dies über Jahre zu hören und dadurch zwangläufig auch falsch behandelt zu werden, ist sehr belastend.
Ein weiteres Problem ist die Therapie an sich, die nur mit engagierten Patientinnen funktioniert. Die manuelle Lymphdrainage muss ja bei ausgeprägtem Ödem zu Beginn mehrmals wöchentlich in den Alltag integriert werden. Dazu kommt die Kompressionsbekleidung, die oft nur sehr ungern getragen wird.

Es finden sich immer viele Ausreden, warum man die nicht trägt; danach bemerkt  man eine Verschlechterung und dann fehlt erst recht die Motivation. Deshalb brauchen Frauen mit Lipödem eine gute Strumpfversorgung und auch Netzwerke mit Selbsthilfegruppen, die sie psychisch unterstützen.

 

Beste Grüße,

Prof. Dr. W. Schmeller 

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