Fehlkäufe und Co. – Was tun mit gebrauchter Kleidung?

Britta

Britta

Botschafterin

Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann. Und gib mir die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden.

Fehlkäufe und Co. – Was tun mit gebrauchter Kleidung?

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

kennt Ihr das? Man steht vor dem vollen Kleiderschrank und hat doch nichts zum Anziehen? Dann wird es Zeit auszumisten und sich von Kleidungsstücken zu trennen, die man nicht mehr braucht. Die Gründe können vielfältig sein. Man fühlt sich in einem Teil nicht wohl, ein anderes krabbelt auf der Kompressionsversorgung hoch. Ein Kleidungsstück ist zu groß, ein anderes zu klein. Mit der flachgestrickten Strumpfhose mag man keine Jeans mehr anziehen. Die Farbe steht einem bei Tageslicht dann doch nicht so gut wie im Geschäft und an anderen Teilen hat man sich einfach satt gesehen.

Aussortiert - und dann?

Wenn man Kleidung aussortiert hat, bleibt die Frage wohin mit den guten Stücken. In diesem Artikel berichte ich euch, wie ich vorgehe. Ich sortiere die Kleidungsstücke nämlich nochmal weiter in die Kategorien „Altkleidersammlung“, „Flohmarkt“ und „Online verkaufen“.

Altkleider

In die Kategorie Altkleidersammlung fallen bei mir Kleidungsstücke, die ich viel getragen habe, die ausgewaschen, ausgeleiert, defekt und/oder zerschlissen sind. Diese bringe ich in die Altkleidercontainer, wobei ich darauf achte, dass die Container von einem Wohlfahrtsverband aufgestellt wurden.
Zum Altkleidercontainer gibt es je nach Ort auch Alternativen. Einige Gemeinden nehmen Altkleider im Zuge der Sperrmüllsammlung mit. Soziale Verbände nehme vor Ort Altkleider an oder holen diese ab. Auch gibt es Altkleidersammlungen, bei denen die eingepackte Kleidung von unterschiedlichen Einrichtungen vor der Haustür eingesammelt wird. Diese Sammlungen werden meist vorab durch Wurfzetteln mit Datum und Uhrzeit angekündigt. Manchmal werden dafür auch spezielle Wäschekörbe oder Wäschesäcke zur Verfügung gestellt.
Man sollte hierbei auf die Anforderungen der sammelnden Stellen achten. Teilweise wird um tragfähige Kleidung gebeten. Manchmal dürfen auch Schuhe, Gardinen, Bettwäsche und Handtücher dazugelegt werden. Auch um saisonale Kleidung wird immer mal gebeten, z.B. Winterjacken.

Flohmarkt

Auf dem Stapel „Flohmarkt“ landen meine Kleidungsstücke, bei denen ich einem potenziellen Käufer vielleicht etwas dazu erklären muss. So z.B., wenn ich einen Mantel oder Blazer habe enger machen lassen oder sich ein kleines Loch an einer Naht befindet. Ebenfalls befinden sich in diesem Stapel auch die Kleidungsstücke, bei denen ich das Etikett rausgeschnitten habe, weil es mich piekste oder es bei jeder Bewegung raschelte. Dadurch ist der Hersteller meist nicht mehr erkennbar, das macht es für den Onlineverkauf schwierig. Diese Teile versuche ich auf einem Kleiderflohmarkt zu verkaufen, ganz klassisch mit einem Kleiderständer, Wäschklammern mit Preiszettelchen und einer Thermoskanne Kaffee im Gepäck.

Onlineverkauf

Für den Onlineverkauf gebrauchter Kleidung, neudeutsch auch gerne als „pre-owned“ bezeichnet, habe ich zwei unterschiedliche Formen für mich etabliert.

Zum einen nutze ich Momox Fashion. Dort gebe ich ein, welches Kleidungsstück ich von welcher Marke verkaufen möchte. Ich bekomme sofort angezeigt, ob das Kleidungsstück angekauft wird oder nicht. Wenn es angekauft wird, zeigt die App bzw. Website einen Betrag an und ich kann entscheiden, ob der für mich passt. Wenn dem so ist, lege ich den Artikel in den Warenkorb. Der Verkauf wird abgeschlossen, ich drucke einen Lieferschein und ein Versandetikett aus, verpacke die Kleidungsstücke für den Versand und bringe das Paket zu DHL oder Hermes. Momox Fashion prüft die Kleidung. Sollte ein Teil nicht akzeptiert werden, kann ich festlegen, ob es vernichtet werden soll oder ob ich es zurückhaben möchte. Ist die Prüfung der Stücke abgeschlossen, bekomme ich eine Mail und kann den Auszahlungsbetrag bestätigen. Einige Tage später ist das Geld auf meinem Konto dann gutgeschrieben.
Als Nachteil ist hier sicher aufzuführen, dass doch einige gängige Marken nicht angekauft werden oder dass es manchmal nur einige Cent für ein Kleidungsstück gibt. Die Regeln für den Ankauf von Kleidung bei Momox Fashion sollte man vorab lesen. Grob gesagt, werden neuwertige und sehr gut erhaltene Markenartikel angekauft.

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Eine recht große und viel genutzte Plattform zum Verkauf gebrauchter Kleidung ist Vinted, dass früher „Kleiderkreisel“ hieß. Hier verkauft man von Privat an Privat. Man fotografiert das Kleidungsstück und beschreibt es. Dabei hilft die App mit verschiedenen Kategorien und Vorschlägen, auch bei der Preisfindung und der Beschreibung des Zustandes unterstützt die App die Verkäuferin. Ist die Anzeige für das Kleidungsstück hochgeladen, heißt es abwarten. Interessenten können Artikel mit einem Herzchen favorisieren, die Verkäuferin anschreiben, um Kontakt aufzunehmen für Fragen oder Preisverhandlungen. Artikel können auch für jemanden reserviert werden. Für die Zahlung werden unterschiedliche Möglichkeiten angeboten, die Käufer*innen und Verkäuferin selbst festlegen. Unter anderem gibt es ein integriertes Zahlungssystem, das möglichst viel Schutz für beide Parteien liefern soll. Ist die Zahlung erfolgt, wird die Ware verpackt und an die Käufer*innen verschickt. Die App fordert dann zur gegenseitigen Bewertung auf. Als Verkäuferin löscht man die Anzeige mit wenigen Clicks aus der App.
Meine Erfahrungen mit Vinted sind durchweg positiv – als Verkäuferin und auch als Käuferin. Bisher waren alle Kontakte sehr freundlich, alle Abwicklungen reibungslos. Meine angebotenen Kleidungsstücke sind ausnahmslos schnell verkauft worden, ohne große Preisverhandlungen. Allerdings finde ich den gesamten Prozess recht zeitaufwändig. Dennoch macht es mir immer wieder Spaß hier etwas zu verkaufen.
Ich frage mich allerdings öfter, warum meine Kleidungsstücke weggehen wie warme Semmeln. Biete ich sie zu günstig an? Ist der Bedarf an „Marken“-Kleidung in großen Größen so hoch?
Eine weitere App habe ich auch ausprobiert: Zalando Zircle. Sie ist ein bisschen eine Mischung aus Momox Fashion und Vinted. Hier kann man z.B. bei Zalando gekaufte Ware wieder verkaufen, mit der Option den Artikel als Sofortverkauf an Zalando zu geben oder über den Marktplatz selbst zu verkaufen. Beim Sofortverkauf schlägt die App direkt einen Ankaufspreis vor. Der Rest läuft sehr ähnlich wie bei Momox Fashion. Den Verkauf über den Marktplatz habe ich selbst noch nicht getestet.

Nachhaltigkeit

Ich möchte in Zukunft bewusster Kleidung kaufen, keine Berge mehr anhäufen und ich will versuchen, dass ich das, was ich kaufe auch wirklich trage. Es ist traurig, dass ich Kleidungsstücke weiterverkauft habe, die noch ein Preisschild hatten und die ich nie getragen habe. Hoffentlich werden diese Kleidungsstücke bei ihren neuen Besitzern mehr wertgeschätzt als bei mir.

Kompressionen

Was noch übrig bleibt im Stapel der aussortierten Kleidung sind abgetragenen Kompressionsversorungen. Leider habe ich dafür noch keine Second-Hand-Verwendung entdeckt. Habt Ihr da vielleicht Ideen? Ein solches Hightech-Gestrick, waschbar und strapazierfähig, muss man doch irgendwie wieder verwenden können, oder?

Zum Abschluss…

…hätte ich noch eine Frage an Euch: Habt Ihr schon mal einen Abend mit Freundinnen zum Kleidertausch gemacht? Wenn ja, schreibt doch Eure Erfahrungen in die Kommentare – hier, auf Instagram oder Facebook. Ich freue mich von Euch zu lesen!

Alles Liebe, Britta

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Kommentare

2 Antworten

  1. Früher hat Dr.Heck alte Kompressionen angenommen und nach Afrika versendet, keine Ahnung ob das noch gemacht wird. Ich habe letztens meine erste Kompression an eine Dane gespendet die daraus eine Art Strumpf für ihr Pferd genäht hat 🙂

    1. Ich finde es fragwürdig gebrauchte und für uns nicht mehr brauchbare Kompression als Hilfe zu spenden, da wäre entsprechendes Wickelmaterial und eine Schulung zum Umgang bessere Hilfe.
      Das ist das gleiche mit Kleiderspenden, die in Afrika auch mehr Schaden anrichten als dass sie eine Hilfe sind

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