Der Frankfurt Marathon mit den Lipödemkämpferinnen

Anna

Anna

Bloggerin

Marathon mit dem Lipödemkämpferinnen | FRAUENSACHE

Es ist Sonntag. Sonntag, der 29. Oktober. Und es ist früh am Morgen. 7 Uhr, sagt der Wecker. Raus aus dem Bett, duschen, frühstücken und den Rucksack packen: Fotos möchte ich machen, die T-Shirts für die neuen Lipödemkämpferinnen nicht vergessen und die Goodie-Bags.

Um Viertel nach acht fährt mich mein Freund zum Bahnhof. Unsicher humple ich die Treppen zum Bahnsteig hinunter. Dort warten schon die ersten Marathon-Läufer. Man kommt ins Gespräch. Ich werde gefragt, ob ich mit der Kniebandage laufe. Wehmütig verneine ich. Wie gerne hätte ich jetzt gesagt, dass ich mich auf den Start freue, vor den Strapazen der vergangenen drei Monate weglaufen. Stattdessen erzähle ich ihnen von einer besonderen Staffel: Den Lipödemkämpferinnen.

Der Zug fährt ein und wir steigen ein. Im Zug noch mehr Läufer. Einige hören Musik, andere lesen. Wieder andere lassen die vorbeiziehende Natur auf sich wirken. Erwartungsvolles Schweigen. Vereinzelt höre ich Gespräche über Staffeln, Erwartungen, Austausch von Erinnerungen an vergangene Zieleinläufe in die Festhalle in Frankfurt.

Am Frankfurter Hauptbahnhof angekommen, kann man nicht an den vielen Starterbeuteln vorbeigehen. Die vielen Familien, die sich auf den heutigen Tag und darauf Mama oder Papa anzufeuern, freuen. Es wird immer enger. Immer mehr Menschen. Die U-Bahn ist voll und die Menschenmengen drücken sich die Aufgänge zur Messe hoch. Plötzlich fällt mir jemand von hinten um den Hals. Ich bin verwirrt: Caro, du kannst mich auch wieder loslassen. Denke ich. Ich bin also nicht die einzige, die total aufgeregt ist. Nach und nach finden wir uns an der „Krombacher Flasche“ zusammen. Die Mädels haben Spaß. Vorm Start wird schon überlegt, wo man sich nach dem Ziel ein kühles Blondes genehmigt. Wir lachen. Man merkt, wie die erste Anspannung abfällt.

Frankfurt Marathon: Der Start

10.00 Uhr: Der erste Startschuss für die Einzelläufer ertönt. Es sind noch 30 Minuten. Taschen abgeben, Startbereich suchen, Nicole startet schon zu ihrer Wechselzone, der Rest sucht sich einen Platz am Start. Vielleicht kann ich hier ja schon das erste Foto machen?

10.35 Uhr: Der Startschuss für die Staffeln fällt und die ersten Läufer stürmen los. Wo ist Manuela? Das große Suchen beginnt und endet leider erfolglos. Aber die Stimmung ist gut und das Wetter auch. Die Sonne scheint, kein Regen und kein Sturm. Weiter geht es zu Kilometer 7. Die Einzelläufer sind jetzt seit 45 Minuten unterwegs. Und da kommen schon die ersten Staffelläufer. Das aufgeregte Warten auf Manuela beginnt. Als ich sie erblicke, frage ich mich, ob sie uns sieht.

Lipödemkämpferinnen Anne und Manuela

Nun geht es auf zur ersten Wechselzone. Anne nimmt direkt die nächste U-Bahn zu ihrer Wechselzone. Jetzt sind Caro und ich alleine. Wir trinken erstmal einen Kaffee. Die Hauptwache ist nicht weit und von da aus lässt es sich schnell zur ersten Wechselzone an der Zeil laufen. Der Kaffee ist heiß und uns gehen die Gesprächsthemen nicht aus. Nach 100 Minuten der erste Wechsel. Endlich darf Nicole ihre Anspannung in Tempo umwandeln. Und wir machen uns direkt auf zum nächsten Wechselpunkt. Ob wir dort rechtzeitig ankommen? Wir haben nur 30 Minuten, da die zweite Strecke mit 6 km die kürzeste ist. Dafür sind die Laufwege für mich umso länger und so verpassen wir den zweiten Wechsel um wenige Minuten. Aber ich habe eine hoch motivierte und fokussierte Nicole beim Loslaufen einfangen können.

Die Lipödemkämpferinnen Nicole und Caroline

„Ich möchte zeigen, dass auch diese Beine laufen können. und sich zeitlich verbessern können.“ – Nicole Jammer

"Für mich ist das Wichtigste, immer positiv zu denken. Gib niemals auf. Erfolg heißt, einmal mehr aufstehen als hinfallen." – Manuela Hüttl

Frankfurt Marathon: Der Zieleinlauf

Weiter geht es zur letzten Wechselzone und Caro wird immer stiller. Man merkt richtig, wie ihre Anspannung steigt. Die Nervosität steigt, als die U-Bahn mit Verspätung startet. Der letzte Wechsel naht, ebenso wie die Regenwolken. Es wird immer dunkler und immer kälter. Und schon fallen die ersten Tropfen. Ich suche mir eine überdachte Stelle, damit die Kamera nicht nass wird. Ein leuchtend blaues Shirt kommt um die Ecke. Meine Kamera ist vorbereitet, doch es ist das falsche Shirt bzw. die falsche Läuferin. Aber dann ist es Zeit fürs nächste Foto.

Oder besser: Für die nächsten zwei Fotos. Denn kaum, dass Anne in der Wechselzone verschwunden ist, erblicke ich Caro mit einem strahlenden Lächeln in der Usain-Bolt-Siegerpose. Da schein alle Nervosität, alle Anspannung plötzlich abgefallen zu sein.

Gemeinsam mit Anne fahre ich zurück zum Frankfurter Messegelände. Wir wollen uns mit Manuela und Nicole treffen. Der letzte große Coup wartet: Der gemeinsame Zieleinlauf. Mit jedem Wechsel bin auch ich etwas ruhiger geworden. Doch jetzt steigt die Anspannung wieder. Ich bin aufgeregt und freue mich schon, die vier gemeinsam unterm Zielbogen fotografieren zu können. Dann die Enttäuschung, dass dies nur vom Rang möglich ist. Und dort bin ich einfach zu weit weg.

Nach 5 Stunden und 18 Minuten ist es endlich so weit. Aber um euch zu trösten: Schaut einfach mal bei Facebook rein. Dort gibt es ein tolles Video, wie die vier über den roten Teppich der Festhalle fliegen.

Eure Anna

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