Das Ausmessen im Sanitätshaus

Monika

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Das Ausmessen im Sanitätshaus

Zwei mal im Jahr führt mich mein Weg von Iserlohn, im Sauerland, nach Bad Berleburg, im Siegen-Wittgensteiner Land. Das sind gut zwei Stunden Fahrt durch eine wunderschöne abwechslungsreiche Landschaft. Gerne nehme ich an diesen Tagen eine Freundin mit , damit wir uns daraus einen schönen Tag machen. Immer wieder versuche ich mich selber vor mir und anderen, auch der Freundin die mitfährt, zu rechtfertigen, weshalb ich diese Strecke trotz finanzieller Engpässe auf mich nehme.

Jetzt fragt ihr euch bestimmt, was hat dieser Artikel hier bei Frauensache zu suchen. Na ja, ich fahre ja nicht nur aus Jux und Tollerei nach Bad Berleburg. Mein Weg führt mich zuerst einmal Schnurstracks zur Ödemklinik, genauer zum Sanitätshaus Schaub, um mir meine neuen Strümpfe ausmessen zu lassen.

Vorbereitung zum Ausmessen

Ganz am Anfang des ganzen Prozedere steht die Überweisung meines Hausarztes zum Internisten sowie ein neuer Termin, den ich in Bad Berleburg beim Sanitätshaus Schaub ausmache. Dann frage ich meist früh genug eine Freundin, ob sie Lust hat mit mir einen Ausflug zu machen. Bisher habe ich immer eine gefunden und ich muss sagen, es macht mir einfach viel mehr Freude in Begleitung zu fahren.

Ach, was noch ganz wichtig im Vorfeld ist: welche Farbe sollen meine Strümpfe denn dieses mal haben? Ich freue mich jedes Jahr total auf die neuen Trendfarben und kann es kaum abwarten diese zu tragen. Leider gibt es in meiner Stärke die Strümpfe seit letztem Jahr nicht mehr gebatikt, aber die Farben sind trotzdem total klasse und in meinem Kleiderschrank finden sich meist passenden Klamotten dazu.

Auch in meinem Umfeld sind einige immer sehr gespannt darauf, was sucht sich die mut(h)ige Monika wohl wieder für eine bzw. zwei Farben aus?! Manches Mal fällt die Auswahl nicht ganz so leicht, da alle sechs neuen Trendfarben so cool sind.

Die Fahrt zum Ausmessen

Morgens um 8.00 Uhr geht es immer los, da ich meist meinen Termin um 11.00 oder 12.00 Uhr habe. Ich will gerne pünktlich sein, es kann ja immer mal etwas unterwegs sein. Dieses Jahr bin ich zusammen mit Ines gefahren und wir haben uns dann noch in Bad Fredeburg einen Latte gegönnt, bevor es die Serpentinen hoch nach BB ging.

Wenn ich dann dort ankomme und schon auf den Parkplatz fahre, ist die Aufregung und Freude total groß, da ich weiß, das Frau da immer herzlich empfangen wird. Es fühlt sich so an, als wäre ich nicht weg gewesen. Es gibt ein großes HALLO und auch die Freude beim Personal ist meist groß. Wenn ich, wie dieses Jahr, noch etwas Zeit habe, gehe ich dann auch gerne schon mal hoch zur Gestaltungsthearpie und natürlich auch zu meiner Lymphfee Frau L.

Das Ausmessen

Ja, und dann geht es zum eigentlichen Ausmessen. Letztes Jahr war es sogar einmal so, dass vorab bei den Damen gewettet wurde, welche Farbe ich mir wohl aussuchen werde. Was soll ich sagen? Mit der einen Farbe lagen sie total richtig!

Es wird sich wirklich viel Zeit für mich genommen und Dank der Überweisung von meinem Hausarzt wird zuerst einmal die Parameter-Messung gemacht und später auch bei den Schwestern die Messung der Venenklappen. Auch dort bei den Schwestern der Ödemklinik gibt es erst mal ein großes HALLO und viel Wiedersehensfreude.

Beim Ausmessen selbst finde ich es echt gut und erholsam, dass das Zweitmaß ausgerechnet wird. Ich habe es leider in einem anderem Sanitätshaus auch schon anders erlebt: nämlich, indem das Bandmaß richtig eng gezogen wurde und das tut leider extrem weh. Auch die Strümpfe saßen danach nicht wirklich gut. Spätestens dann weiß ich warum ich diesen „weiten“ Weg auf mich nehme.

Auch so haben wir beim Ausmessen immer viel Spaß und ich fühle mich als Patientin/Kundin wirklich ernst genommen. Seit diesem Jahr heißt es dann aber für mich, dass ich noch mal nach BB fahren „muss“ um die Erstversorgung ab zu holen. Aber ich denke auch das werde ich weiterhin machen, weil es einfach immer wieder eine gute Erfahrung für mich ist.

Der Heimweg

Meistens treffe ich mich nach dem ganzen Prozedere noch mit Hannelore, die ich 2015 während meiner Reha in BB kennenlernen durfte. Hannelore wohnt in BB und hat mich Sonntagmorgen mit zum Gottesdienst genommen. Wir treffen uns dann meist nach dem Ausmessen im Cafe Goethe und quatschen etwas. Oft machen meine Freundin, die mich begleitet, und ich noch einen Spaziergang durch den wunderschönen Schlosspark, bevor es zurück auf die Piste, Richtung Heimat, geht.

Dieses Jahr beim Abholen der Erstversorgung haben Ines und ich uns noch ein leckeres Stück Kuchen und Kaffee bei Cafe Anno Dazumal gegönnt. Am Spätnachmittag bin ich dann meist wohlig müde wieder zu Hause und freue mich noch mehr auf meine neuen Strümpfe.

Eure Monika

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Kommentare

5 Antworten

  1. Da sieht man mal was für einen Aufwand wir Kompressionsstrumpfträferinnen auf uns nehmen müssen alleine für einen kleinen Teil der konservativen Therapie. Hut ab, dass du das alles mit so einer Lebensfreude unternimmst. Ich war vorgestern 2×2 Stunden zum Freizeitpark mit dem Auto unterwegs und habe trotz Kompression dick geschwollene, schmerzhafte Beine gehabt; da vergeht mir die Freude an Ausflügen langsam…

  2. Hey Cool, genau die Liebe hat auch meine Srümpfe damals in der Reha angemessen. Mir war diesmal die Fahrt zu weit nach Bad Berleburg. Ich bin gespannt wie es diesmal mit meinen Strümpfen klappt. Da ich das Sanitätshaus wechseln musste da die sich nicht so gut mit Juzokompression auskannten.
    Ansonsten mache ich das wie Du und werde fahren. Denn wenn ich überlege wie lang und oft man die Strümpfe trägt lohnt sich der Weg auf jeden Fall

  3. Ich bin auch gerne nach BB zum Ausmessen gefahren. Mein Mann und ich sind immer sonntags angereist und haben einen schönen Abend im Hotel verbracht. ( Wellness oder romantisches Abendessen ) . Am Montag ging es nach dem Ausmessen/ Vermessen ins BB Sanitätshaus Schaub. Aufgrund der Aenderungen der Krankenkasse würde mir der Aufwand zu groß. Ich bin dann auf die Suche nach einer neuen Sanifee gegangen und muss sagen ich habe ein Goldstück gefunden, so dass der Verlust zu ertragen ist.

  4. Liebe Monika,
    ja wenn man schon mit der Erkrankung leben muss und die Kompressionsstrümpfe ein Leben lang tragen muss, muss man das alles in den Alltag integrieren! Mein Sanitätshaus liegt zum Glück nicht weit weg, es sind 3 in einer Stadt. Es ist ja nicht nur der Hersteller wichtig, sondern auch das Können des Ausmessens! Leider hat die Coronapandemie auch ihren Teil beigetragen, dass die Strümpfe nicht so schnell angefertigt wurden wie gewohnt und eine Änderung dauerte nochmal so lange…Da waren 3 Wochen Reha fast umsonst. Über das Ausmessen hast du wenig geschrieben, da hätte ich mehr erfahren. Hautmaß und Zugmaß sind enorm wichtig! Eine gute Sanitätsfachkraft misst an Stellen sehr individuell ab! Nicht pauschal an allen Messstellen gleich. Die Aussage, dass es sonst nicht hält ist nicht immer richtig. Die Strümpfe sollen entstauen und nicht einschnüren und Schmerzen verursachen! Jede Betroffene wiß sehr wohl wo es schmerzt und unangenehm wird, das sollte berücksichtigt werden! Was nutzt eine Kompressionsversorgung die eher wehtut als wohltuend entstaut! Der Schritt dort sitzt wo er hingehört und nicht zwischen die Oberschenkel scheuert…..

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