Katrin
21.März 2019 | Mein Lipödem

Diagnose Lipödem: Ich hasse Achterbahnen...

…und befinde mich dennoch auf ziemlich rasanter Fahrt. Mal auf, Mal ab. Allerdings stimmt die Verhältnismäßigkeit nicht, meine Bahn befand sich in den letzten Jahren mehr auf Talfahrt als auf Gipfeltour. Aber eigentlich passt es ja – die Verhältnismäßigkeit meiner Beine stimmt ja auch nicht.

Also dann von vorn. Ich bin Katrin, 47 Jahre alt und zumindest meine Diagnose Lipödem ist noch recht frisch, meine Beschwerden sind schon knapp fünf Jahre alt. Lipödem! Sofort hat man Bilder vor Augen, die armen Frauen! Welcome to the club!

Welche Krankheit habe ich?

Wenige Monate vor meiner Traumhochzeit stellte ich 2014 fest, dass mein Körper immer mehr wurde. Sämtliche Hungerversuche scheiterten, es tat sich einfach nichts. Dazu stellten sich immer häufiger Erschöpfungszustände ein und das Gefühl, meine Beine würden immer schwerer werden. Nach einer Weichteilverletzung am rechten Knie dauerte es eine ganze Weile, bis ich realisierte, dass die Schwellung doch jetzt eigentlich schon längst weg sein müsste, es waren Wochen vergangen.

Können Oberschenkel platzen?

So prall fühlten sich meine Beine an, dass ich mir diese Frage tatsächlich stellen musste. Dazu stellten sich immer mehr Schmerzen ein und ich fühlte mich nur erlöst, wenn ich meine Beine hoch legen konnte. Sitzen empfand ich immer mehr als Qual – blöd, wenn man einen Bürojob hat – also musste ein Stehtisch her. Gesundheitshocker, ergonomische Stühle, 8 bis 10 Stunden Büro können zur Folter werden.

Ein Arzt muss her!

Oh, Lipödem, fiese Sache, geht nie wieder weg“ Ja und nun??? „Erstmal abnehmen, Sie sind viel zu schwer. Und das Rauchen einstellen, dann gehen auch die Leukozyten runter“ Meine weißen Blutkörperchen waren immer zu hoch (Normbereich 10.000), ich brachte immer 15 – 17k mit. Ich erspar euch mal meine weitere ärztliche Odyssee, selbst abseits der Schulmedizin kam ich nicht weiter.

Blieb mir nur, „es“ zu ignorieren, „ihm“ zu zeigen, dass in meinem Leben kein Platz dafür ist! Dabei heraus kam, dass meine Beine mittlerweile keinen Platz mehr in der Hose hatten. Den Versandhäusern war klar, hier bestellt eine Irre, anders konnten die sich meine ständigen Retouren nicht erklären. „Ich hätte gern den Hosenbund der Größe 48, am Gesäß bitte die 50 und für meine Beine nehme ich die 52. Haben Sie nicht? Schade!“

Das Kind hat einen Namen!

…und nun endlich, dieser eine Arzt, der nach gründlicher Beschäftigung mit mir und meinem Körper mir nicht nur etwas zu warf, sondern mich in den Club der chronisch Erkrankten aufnahm. Da muss Frau auch erst mit zurechtkommen, allerdings habe ich mir keine Zeit gegeben, mit dem Schicksal zu hadern. Ich hab meine heißgeliebten Chinohosen weit nach hinten verbannt und mir zehn Kleider gekauft. Dank Kompression sind meine Schmerzen und diese unangenehme Schwere viel erträglicher geworden, dazu kommt die Umstellung meiner (lieb gewordenen) Ernährung. Seit dem Tag der Diagnose Lipödem habe ich auf ärztlichen Rat komplett auf Gluten verzichtet, was man damit so alles erleben kann würde ich euch gern später einmal erzählen.

Ich freu mich auf einen regen Austausch und verschlinge hungrig jeden (glutenfreien) Erfahrungsbericht, we can do it!

Eure Katrin

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3 Kommentare
Kommentieren
Ellischa

Hallo Katrin,

ich verzichte auf Kuhmilchprodukte, das hat mir ein Heilpraktiker empfohlen. Seitdem laufe ich nicht mehr so voll. (Obwohl ich mir ab und zu ein Eis gönne ;-))
Liebe Grüße

am 05.04.2019 | 13:06
Katrin

Hallo Verena,
ob es tatsächlich einen direkten Zusammenhang ist mir auch noch nicht ganz klar. Aber ich möchte nichts unversucht lassen. Fakt ist, dass eine "antientzündliche " Ernährung uns dienlich sein kann, dazu in meinem nächsten Beitrag mehr.
Liebe Grüße
Katrin

am 22.03.2019 | 17:38
Verena Klar

Hallo Katrin
Wie was hat den die gluten mit dem Lipödem zutun ???
Bin sehr neugierig :)

am 22.03.2019 | 11:27

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