Martina
02.Oktober 2018 | Lipödem & Ernährung

Vegan – die richtige Ernährung bei Lipödem?

Die Ernährung ist ja mal ein RIESIGES Thema, und das nicht nur beim Lipödem. Aber gerade wir machen uns einen immensen Stress und einen RIESIGEN Kopf, wenn es um das Thema Essen geht.

Die einen hungern, die anderen haben bereits aufgegeben und wieder anderen probieren ständig etwas Neues aus, was gerade so auf den Diät-Markt kommt. Wahrscheinlich können die meisten von uns ein ganzes Buch über unsere Diät-Karriere schreiben. Aber es ist so schade das wir im Grunde die meiste Zeit damit verbringen, uns zu überlegen wann wir wie wo was essen dürfen, können, müssen.

100 Diäten und nichts hilft

Ich selber habe auch diesen Diät-Marathon hinter mir und ich muss sagen, es hat mich gestresst. Meine erste „Diät“ habe ich mit 13 Jahren gemacht. Und seitdem habe ich so einiges ausprobiert. Von der typischen Brigitte über WeightWatchers bis zu FDH, LowCarb, 5 Mahlzeiten am Tag, 3 Mahlzeiten am Tag, Kalorienzählen, Abwiegen, Intervallfasten usw. usw. Es war alles dabei. Die Ernährungsberater haben sich die Zähne an mir ausgebissen. Gesunde Ernährung und Sport und kein Gramm weniger, ganz im Gegenteil.

Als ich im September 2015 meine Diagnose Lipödem bekam, hatte das Kind dann aber endlich einen Namen. Seither heißt mein Hintern Berta und sie war und ist der Grund warum dies alles bei mir nicht funktionierte. Ich wollte aber nicht aufgeben und habe mir erneut eine neue Ernährungsberaterin gesucht. Und diese war anders. Sie hatte bereits andere Betroffene mit Lipödem. Es gab keine Vorschriften und keinen festgelegten Plan was ich zu tun habe. Nein, ganz im Gegenteil. Sie zeigte mir einen Weg auf den ich bis heute beherzige.

Mein neuer Ernährungsweg

Sie fragte mich was mein eigenes Gefühl beim Thema Ernährung sei. Viel Neues könne Sie mir nicht erzählen da ich mich seit Jahren mit dem Thema beschäftige und ich im Grunde alle Voraussetzungen habe und biete um mich gesund zu ernähren. Ich sagte ihr, dass mein Gefühl sei, das ich übersäuert bin. Müde, schlapp, ausgelaugt. Bisher haben aber alle gemeint, das eine Entsäuerung meinem Körper nichts bringen würde. Und auf eigene Faust möchte ich dies nicht angehen. Sie bot mir Ihre Hilfe und ich ergriff sie. Und da war er, mein Weg. Sie vermittelte mir, dass eine Entsäuerung des Körpers auf recht einfache Art und Weise funktionieren kann. VEGAN. Ich dachte sofort an Bio und kompliziert. Aber das war es nicht.

Die Erklärung dazu: Das tierische Eiweiß ist dem des Menschen am ähnlichsten und kann somit vom menschlichen Körper besser und schneller aufgenommen werden, wie das pflanzliche. Das tierische Eiweiß kann aber bei einem zu viel davon zu einer Übersäuerung führen und somit sind Funktionen im Körper durcheinander oder beeinträchtigt. Das wiederum kann dazu führen, dass der Fettstoffwechsel in den gesunden Fettzellen eben auch nicht mehr richtig funktioniert.

Vegan: Los geht's

Ich habe mir ein Datum gesetzt wann ich anfangen möchte (da noch einige Hochzeiten bevorstanden wollte ich erst danach damit beginnen). Dies bot mir auch genügend Zeit um mich erst einmal ausgiebig damit auseinander zu setzten, was VEGAN überhaupt heißt. Denn wir hatten festgelegt das es hauptsächlich um das tierische Eiweiß geht. Sprich um alle Produkte wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Ei. Und dies kann ich auch nur jedem empfehlen der diese Art der Ernährung einmal ausprobieren möchte. Erst informieren, dann starten. Somit hatte ich mir Rezepte und Lebensmittel schon besorgen können um dann nicht zu Beginn der Umstellung in Stress zu geraten, weil ich nicht weiß was ich essen soll.

Einige meiner Lieblingsrezepte sind das Hirsefrühstück das schmeckt wie Milchreis mit Zimt, Moussaka, Gemischter Salat mit Pinienkernen, Überbackene Paprika, Gemüsepfanne mit Reis oder Überbackener Blumenkohl.

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Die Reaktionen auf die Ernährungsumstellung

Viele aus meinem Freundeskreis meinten: Was gibt es bei dir denn nun zu essen außer Salat? Ich musste dann immer schmunzeln, denn Salat ist nun das was definitiv nicht mein Hauptgericht war und ist. Es gibt mittlerweile eine unglaubliche Vielzahl an veganen Produkten und Rezepten.

Der Geschmack, bin ich ganz ehrlich, muss sich bei manchen Gerichten zunächst einmal etwas daran gewöhnen. Aber ich fand, dass dies recht schnell ging. Da ich gleichzeitig auch geschaut habe, dass mein Zuckerkonsum reduziert wird, empfand ich „normales Essen“ nach sehr kurzer Zeit als extrem Süß. Wenn wir irgendwo eingeladen waren und ich wusste das es dort Essen gibt, habe ich einfach gefragt ob ich helfen kann und etwas mitbringen soll. Und ganz ehrlich, niemand hat bemerk das ich Muffins ohne Eier und mit weniger Zucker gemacht habe, oder eine Partysuppe vegan war. Wenn man es vorher erzählt hat, hat es niemand angerührt, aber wenn es keiner wusste waren die Platten und Töpfe immer leer.

Vegan: Wie geht es heute?

Ich habe diese Ernährungsform ein halbes Jahr konsequent durchgezogen und mir ging es prächtig. Ich hatte etwas an Gewicht verloren, hatte mehr Energie und war viel weniger Müde. Meine Lipschmerzen sind zurückgegangen und ich hatte deutlich weniger Wassereinlagerungen als sonst. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass dann die Weihnachtszeit kam und es mir gerade dann wirklich schwer viel. Seitdem habe ich eine gute Mischung aus veganer und nichtveganer Ernährung gefunden. Und dies, so habe ich festgestellt, ist für mich, meine sehr gute Ernährungsform. Denn ich habe meinem Körper eine Zeit gegönnt in der er sich entsäuern und erholen konnte und nun, durch die Mischung, gebe ich meinem Körper das nötige tierische Eiweiß, aber eben nicht mehr in den Mengen wie zuvor.

Was ich zudem noch gelernt habe, dass ich mich nicht immer rechtfertigen muss wann ich wo was esse. Ich esse nach Gefühl. Das heißt, ich höre auf meinen Körper ob und wann ich wirklich Hunger habe und wann ich beim essen satt bin. Und auch auf was mein Körper Appetit hat. Zucker und Salz sind anerzogen und man kann sich diesen Heißhunger darauf abgewöhnen, somit habe ich keine Heißhungerattacken mehr. Aber ich habe auch einfach mal richtig Hunger auf Salat, nach Fisch, auf Obst und ja, auch mal auf Pommes. Aber ich habe mir ein ausgeglichenes Verhältnis geschaffen, verbiete mir nichts und höre auf meinen Körper, denn er sagt mir was ich brauche.

Lasst euch niemals unterkriegen!

Eure Martina & Berta

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