Sylvia
13.August 2020 | Mein Lipödem

(M)ein gesunder Weg aus dem Lipödem

Hallo 😊 ich bin Sylvia, 53 Jahre alt, Mutter von 4 Kindern und ich habe seit der Pubertät Lipödem. Zu dieser Zeit gab es noch keine wirkliche Diagnosemöglichkeit aber ich fühlte, dass mein Körper sich nicht (mehr) normal entwickelte. Wie aus zwei verschiedenen Hälften zusammengesetzt: oben zart und schlank-unten dick, geschwollen und schwer. Erst nach der Geburt meines dritten Kindes hat ein Arzt, der mir Krampfadern entfernt hatte –das Lipödem diagnostiziert. Seither suchte ich nach einem Weg, wie ich meinen Körper wieder in eine energetische, optische und gesundheitliche Balance zurückbekommen könnte.

Nichts wollte funktionieren

Mein Weg führte mich von einer Ernährungsrichtung in die nächste. Ich wusste instinktiv, dass die Art und Weise meiner Ernährung den größten Einfluss auf meinen Körper ausübt. Denn mit jedem Versuch, den ich unternahm, änderte sich etwas. Doch diese Veränderungen waren eher temporär und mit Jo-Jo Effekt, was mein Energieniveau, den Umfang und das Schweregefühl in den Beinen betraf.

Ich litt körperlich - doch seelisch noch mehr

Leid wurde zu meinem täglichen Begleiter und ich gewöhnte mich so sehr an seine Präsenz, dass ich glaubte, für mich gäbe es keine wirkliche Freude, kein Leben mit einem frischen Selbstbewusstsein, kein vitales Leben voller Energie, keine Losgelassenheit und keine vollständige Hingabe in die sinnliche Weiblichkeit ohne Scham. Meine Beine hatten dicke Knie, überall Dehnungsstreifen, Krampfadern, blaue Flecken und rund um die Oberschenkel schlimme Dellen. Obwohl ich nie wirklich deutlich übergewichtig war, zählte ich zu den „skinnyfats“ und dies empfand ich als überaus deprimierend und…ungerecht.

Ich fühlte mich die meiste Zeit traurig und irgendwie betrogen um ein unbeschwertes Dasein. Ich vermisste Leichtigkeit, sinnliche, hemmungslose Erotik und das Lachen, den Humor und die unbeschwerte Freude. Dies alles schien für mich unerreichbar.

Diese Jahrzehnte lange Traurigkeit war wie ein steter Aderlass, der mir einen großen Teil meines Lebensmutes absaugte. Wenn ich dies heute schreibe, kommt es mir so weit weg vor und ich frage mich, wie und wieso ich dies so viele Jahre ertragen konnte. Zu Beginn der Menopause fühlte ich eine weitere körperliche Verschlechterung. Ich nahm nur noch zu, schlief keine einzige Nacht mehr durch, mein Herz war erschöpft (mein nächtlicher Ruhepuls fiel bis unter 40 Schläge) und mir gingen die Haare aus. Dazu kam PMS und Cellulite sogar an den Oberarmen. Ich bekam es mit der Angst und beschloss das erste Mal, meine bis dahin durch meine Ausbildungen gefestigte Meinung über das, was gesund ist und was nicht-tiefer zu hinterfragen!

Das Licht am Ende eines langen Tunnels

Vor drei Jahren änderte sich alles: Ich startete die bisher mir unbekannte Form der ketogenen Ernährung, von der ich annahm, dass sie eine der ungesündesten Wege sei, sich zu ernähren. Da ich im Laufe der Jahre einige Abschlüsse in ganzheitlicher Gesundheit gemacht hatte, trafen die neuen Regeln und Mechanismen, die zu erlernen waren, bei mir auf fruchtbaren Boden und ich begriff rasch, worum es ging und welch ein Potential in dieser Form des Essens steckt! Mir wurde bewusst, dass ich bestimmte Ernährungskonzepte nicht aus ihrem Kontext nehmen durfte, um sie mit anderen zu vergleichen. Ich spürte, dass die gesättigten Fette wie Ghee, gute Butter, Kokosöl und gute Quellen tierischer Lebensmittel wie Eier und Fleisch, Fisch und Wild mir genau das geben konnten, was ich all die Jahre vermisste.

Für mich änderte sich alles

In recht kurzer Zeit stellte sich bei mir die Keto Adaption ein und ich begann mühelos das Fasten hinzuzunehmen und mit meiner Ernährung zu kombinieren. Mit der neuen Energie, die mein Körper wegen der vielen neuen Hormone kreierte, gewann ich ein bis dahin ungeahntes Körpergefühl und ich verspürte das erste Mal so richtig Spaß und Freude an täglichem Sport und Bewegung. Workouts und Bewegung wurden zu meiner dritten Säule mit dem Ziel, das Lipödem zu stoppen und zu reduzieren. Innerhalb nur eines Jahres erreichte ich mein Wunschgewicht, meine Haut, meine Formen veränderten sich, ich spürte so viel Energie wie seit 20 Jahren nicht mehr und…neue mentale Kraft und Klarheit. Meine Scham, die Trauer und den Schmerz -all dies wandelte ich in Freude, Hoffnung und proaktive Handlungen um. Es fiel mir leicht und ich bin unendlich dankbar, dass ich diesen Weg eingeschlagen habe, den ich in dem Buch „(M)ein gesunder Weg aus dem Lipödem“ beschrieb. Es ist ein Buch, dass Frauen und Mädchen mit Lipödem Mut und Motivation schenkt und ihnen zeigt, dass es einen Weg aus dem Lipödem gibt.

Deine Sylvia

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1 Kommentare
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Gisi

Liebe Silvia, dein Bericht ist sehr ausführlich, aber deine Ernährungsform Ketogen und gesättigte Fette passt nicht für alle Lipödembetroffene!
Lasst bitte jedem seine Ernährungsform -die passt und lebenswert ist!
Die vielen Bücher überschwemmen den Markt und jede meint, sie müsse sich daran halten - ist das das Ziel sich zu kasteien und Hungern - beim Lipödem gibt es keine Diät oder "die richtige Ernährung"! Was weg geht ist das normale Fett und nicht das Lipödemfett.
Dann war die Diagnose falsch - siehe auch die Betichte von Frau Dr. Bauer!
Gisi

am 14.08.2020 | 08:57

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