Jenni
24.Januar 2019 | Mein Lipödem

Lipödem und die Erstversorgung

Hallo Ihr Lieben,

Ich freue mich sehr, dass ihr Interesse habt und meinen zweiten Blogbeitrag lest und mich auf meiner Reise begleitet. Heute soll es um meine Erstversorgung gehen. Wie Ihr in meinem letzten Beitrag lesen konntet, habe ich im Juni 2018 die Diagnose Lipödem Stadium 2 erhalten. Zunächst steht erst einmal die Versorgung meiner Beine an, da ich an den Armen noch keine Schmerzen habe.

Maßnahmen vor der Erstversorgung

Bevor das Sanitätshaus meine Beine ausmessen konnte, um die Kompressionsbestrumpfung zu bestellen, war es notwendig, manuelle Lymphdrainage durchführen zu lassen. Somit bekam ich ein Rezept von meinem Arzt, auf dem vermerkt war, dass 1 bis 2 Mal die Woche manuelle Lymphdrainage durchgeführt werden soll, um mögliche Wassereinlagerungen in meinen Beinen zu reduzieren. Somit ist dann auch gewährleistet, dass die Beine ein erstes Mal entschlackt sind und die Kompressionsbestrumpfung am Ende auch richtig passt.

Die Lymphdrainage waren sehr angenehm, und durch nette Gespräche, ging die Zeit von 45 Minuten schnell rum. Nach der Lymphdrainage cremte mir die Physiotherapeutin noch meine Beine mit gut riechenden, kühlenden oder erfrischenden Cremes oder Gelen ein.

Das Ausmessen der Kompressionsbestrumpfung

Nach meinem 4. Lymphdrainage Termin kam eine Mitarbeitern des Sanitätshauses vorbei, um direkt meine Beine vor Ort auszumessen. Generell wartet man ein paar Termine ab, damit mögliches Wasser schon abgebaut ist und die Beine möglichst entschlackt sind. Dann ist auch gewährleistet, dass die Kompressionsversorgung richtig passt. Danach wird noch besprochen, welche Extras man eingebaut haben möchte, zum Beispiel extra Nähte für die Knie, und die Art und Farbe der Kompression.

Ich habe mich in meinem Fall für Strumpfhosen in schwarz entschieden, da ich nichts Mehrteiliges haben wollte und schwarz für mich am einfachsten kombinierbar ist. Zuvor hatte ich auch immer schwarze Strumpfhosen und Kleider oder Röcke darüber getragen und ging deshalb davon aus, dass ich mich damit am wohlsten fühlen werde.

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Endlich! Die erste Kompressionsstrumpfhose ist da

Nach Bestellung der ersten Kompressionsstrumpfhose dauert die Herstellung und Lieferung ins Sanitätshaus bis zu 5 Werktage. Danach konnte ich sie dann endlich abholen. Tatsächlich machte sich Vorfreude breit, weil ich wusste, dass sobald ich die Kompression trage, es meinen Beinen wesentlich besser gehen wird und ich nicht mehr allzu viele Schmerzen haben werde.

Nach Abholung der Kompression nahm ich mir direkt den Abend noch vor, sie das erste Mal anzuziehen. Zunächst dachte ich noch, dass es so schwer nicht sein kann, die Strumpfhose richtig anzuziehen. Falsch gedacht. Die Strumpfhose war so fest und kaum dehnbar, dass ich befürchtete, da nie reinzukommen. Nachdem ich meine erste Verzweiflung überwunden hatte, schaffte ich es dann endlich innerhalb von 30 Minuten die Kompression richtig anzuhaben. Ich müsste lügen, wenn ich sage, dass ich begeistert war. War ich nämlich überhaupt nicht. Ich zog also alles wieder aus und hoffte, dass der nächste Tag besser wird.

Mit der Zeit wird alles leichter

Gesagt getan: am nächsten Morgen warf ich mich direkt in die Kompression und war dieses Mal sogar ein kleines bisschen schneller als den Abend zuvor. Im Alltag merkte ich auch direkt eine wesentliche Verbesserung. Meine Beine waren schmerzfreier und hielten länger durch als sonst. Somit war ich auch wieder etwas milder gestimmt und wusste, dass ich der ganzen Sache definitiv eine Chance geben muss, auch wenn es anstrengend wird.

Mittlerweile habe ich die Kompressionsversorgung seit einigen Monaten und habe auch 3 Wochen nach der ersten Versorgung direkt meine Zweite erhalten. Die zweite Stumpfhose hatte ich in Anthrazit gewählt und mit einem Haftrand als Bund, da mir die Variante mit dem Band und Knopf bei der ersten Kompression nicht so gut gefiel. Zwei Strumpfhosen zu haben ist übrigens dringend notwendig, da die Kompression nach jedem Tragen gewaschen werden soll. Erstens aus hygienischen Gründen und zweitens weil dann die Festigkeit gegeben ist. Durch das Tragen leiert die Kompression definitiv aus und komprimiert dann nicht mehr so gut.

Des Weiteren ist die Hautpflege ein wichtiges Thema. Durch das tägliche Tragen der Kompression wird die Haut ziemlich beansprucht. Für einen guten Sitz ist es meiner Erfahrung nach am besten, morgens und abends die Beine einzucremen. Ich hoffe der Beitrag war ein bisschen informativ für euch und konnte vielleicht ein paar Fragen beantworten.

Vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Mal!

Eure Jenni

2 Kommentare
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Diana

Hallo Jenni, du beschreibst sehr schön das du vorher Lymphdrainage und andere Annehmlichkeiten vor deiner ersten Bestrumpfung hattest , das ist schön , hatte ich auch . Aber was mich ein bisdel stört ist , du hast tatsächlich die erste Strumpfhose mit nach Hause genommen und dort angezogen ? Also meine liebe Sanifee hat mich da nicht alleine wurschteln lassen . Ich sollte zu einem Termin kommen wo sie mir mit Tips und Tricks hilfreich zur Seite stand . Denn ohne Handschuhe und den Tips hätte ich wahrscheinlich Stunden gebraucht um da rein zukommen . Heute geht das , nach der dritten Bestrumpfung wie im Schlaf meine Familie ist manchmal sehr erstaunt wie schnell das geht. Auch mit den Tips für das anziehen meiner Armbestrumpfung von meiner Sanifee geht das wie am Schnürchen. LG DIANA

am 25.01.2019 | 08:39
Jenni

Liebe Diana, ganz lieben Dank für dein Feedback! Ja habe ich tatsächlich, leider hat das Sanitätshaus mich damit ein wenig im Stich gelassen, aber ich habe es auch so geschafft 🙂 es freut mich, dass es jetzt so schnell bei dir geht! Ist bei mir mittlerweile zum Glück auch so, wobei es auch da gute und schlechte Tage gibt. Ganz liebe Grüße!

am 26.01.2019 | 10:55

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