Jen
27.Dezember 2018 | Mein Lipödem

Lipödem: Ich bin dann mal dick (Teil 1)

Erst mal ‚Hallo, alle zusammen’. Ich freue mich riesig, dass ich meinen ersten Blogpost für FRAUENSACHE schreiben darf. Ich habe die Diagnose Lipödem Stadium II noch ganz frisch und sie hat mein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Wie? Das will ich euch in diesem Beitrag schildern. Ich hoffe einfach, dass auch ich durch meinen Beitrag zu diesem Blog helfen kann, dass die Krankheit Lipödem allgemein bekannter wird und die ein oder andere Frau erkennt, dass nicht sie an ihrem Körper „Schuld“ ist. Ähnlich wie es mir ergangen ist.

Mein Name ist Jen und ich bin 32 Jahre alt. Ich war schon immer größer als alle anderen. Mittlerweile habe ich mich bei 1,77m eingependelt, aber als Kind und Jugendliche bin ich in die Höhe geschossen und war somit nie so zierlich wie andere Mädchen in meinem Alter. Wenn ich jetzt Bilder aus meiner Kindheit sehe denke ich immer: „Mensch, du warst ja gar nicht so dick, wie du dich gefühlt hast.“

Alles änderte sich jedoch mit Einsetzen der Pubertät. Meine Beine und mein Hintern waren auf einmal überproportional dick und es schien als wären zwei verschiedene Körper zusammengeschweißt. Ich habe wahnsinnig gerne getanzt und mich bewegt, aber keine Diät und keine Sportroutine haben je etwas an meinen Beinen geändert. Oberteile waren im Allgemeinen 2 Kleidergrößen kleiner als meine Hosen und der Hosenbund hat immer cm weit vom Rücken abgestanden. Kennt ihr das?

So bin ich nun einmal, was soll man machen

Jeder Körper ist anders, also dachten mein Umfeld und ich, dass mein Körperbau einfach so ist wie er ist. Diese ‚tolle’ Sanduhrform. Wie oft habe ich gehört „eine schöne Taille hast du aber“. Ich habe meinen Körper zwar nicht akzeptiert, aber ich war ganz vorne dabei wenn es darum ging, mich selbst auf die Schippe zu nehmen. Ganz nach dem Motto: „Wenn ich mich über mich selbst lustig mache, dann ist den anderen etwas Wind aus den Segeln genommen worden.“

Trotz allem haben die Blicke und das Getuschel der anderen mich schwer belastet. Einfach mal so mit Freunden shoppen gehen ging nicht, ich habe ja nur schwer was gefunden. Wenn die Tops oben gepasst haben, dann gingen sie nicht über die Hüfte und den Hintern. Ich habe einfach eine Mauer um mich gebaut und versucht durch mein Lachen meine wahren Gefühle zu verbergen.

Der Traum von der großen Bühne

Ich hatte aber schon früh eine ganz große Liebe entdeckt, die mich durch jegliche schweren Zeiten getragen hat – die Liebe zur Musik. Ich lernte Gitarre, bekam Gesangsunterricht und hatte mit 14 meinen ersten Auftritt. Ich baute es immer weiter auf und schnell war klar, dass ich diesen Weg professionell gehen möchte. Ich bereitete mich hart auf meine Ausbildung zur Musical Darstellerin vor. Neben meiner Stimme stand auch Schauspiel- und Tanztraining auf meinem Programm. Und dann habe ich die Zusage bekommen, ich durfte nach meinem Abitur meinen Traum wahr werden lassen.

Es ging also los. Tägliches stundenlanges Tanztraining brachten meine Beine jedoch nicht zum schmelzen. Auch hatte ich das Gefühl, dass das Training nichts nutze, da meine Beine weiterhin so wahnsinnig weh taten. Ich trainierte härter, doch nichts tat sich. Und mein Gewicht blieb weiterhin Thema #1.

Diese Geschichte habe ich bewusst nur ganz kurz gehalten, da ich euch gerne ausgiebig darüber in einem weiteren Post berichten möchte. Ich hoffe, ihr seid bereits gespannt auf meinen zweiten Beitrag. Ich freue mich wirklich sehr darauf, ihn für euch zu schreiben. Bis dahin fühlt euch ganz fest gedrückt,

eure Jen

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