
Liebe Leserin, lieber Leser,
Urlaub mit Lipödem kann sich manchmal erstmal kompliziert anfühlen.
Kompression, Schmerzen, Wassereinlagerungen, lange Wege oder Hitze können schnell dafür sorgen, dass wir uns Stress machen. Aber die Wahrheit ist: Du musst keinen „perfekten“ Lipödem-Urlaub haben, um ihn genießen zu dürfen. Oft helfen schon kleine Dinge dabei, den eigenen Körper auf Reisen besser zu unterstützen.

Ich schaue bei Reisen mittlerweile nicht mehr nur darauf, ob ein Hotel schön aussieht. Viel wichtiger ist für mich:
Gibt es eine Möglichkeit, meine Kompression zu waschen?
Gibt es einen Pool oder das Meer in der Nähe?
Kann ich dort entspannt meine Beine hochlegen?
Muss ich extrem viele Treppen laufen, oder gibt es vor Ort eine gute Verkehrsanbindung?
Gibt es genug Möglichkeiten für kleine Ruhepausen?
Gerade Wasser tut meinen Beinen im Urlaub unglaublich gut.
Deshalb liebe ich Unterkünfte mit Pool oder kurzer Distanz zum Strand.

Es gibt ein paar Dinge, die ich auf Reisen mittlerweile immer dabei habe, weil sie mir einfach enorm helfen:
– ein kleines Wäschenetz + Waschmittel für die Kompression
– mindestens eine zweite Kompression zum Wechseln
– meine Trockenbürste
– reichhaltige Hautpflege & Sonnenschutz
– gesunde Snacks für unterwegs
– Elektrolyte und eine große Trinkflasche
Mein absoluter Geheimtipp ist aber mein aufblasbares Venenkissen. Das kann man super klein verstauen und bei Bedarf schnell aufblasen.
Gerade abends nach langen Tagen tut es meinen Beinen extrem gut, sie etwas hochzulegen.
Alternativ kannst du deine Beine natürlich auch an einer Wand hochlegen.

Früher hatte ich im Urlaub oft das Gefühl, besonders „perfekt“ sein zu müssen. Heute weiß ich: Bewegung hilft meinen Symptomen zwar total, aber sie muss keinen Leistungsdruck auslösen.
Das können schon kleine Dinge sein:
– Schwimmen
– Spaziergänge
– entspanntes Sightseeing
– ein paar Schritte am Strand
– leichte Mobility oder Dehnung
Manchmal reicht es schon, einfach nicht den ganzen Tag nur zu sitzen.

Gerade beim Thema Ernährung setzen sich viele Betroffene enorm unter Druck. Natürlich tut eine ausgewogene Ernährung dem Körper gut, aber Urlaub bedeutet für mich auch genießen zu dürfen. Nicht jede Mahlzeit muss perfekt anti-entzündlich, ballaststoffreich oder mit einem hohen Proteinanteil sein. Nicht jeder Snack muss „clean“ sein.
Viel wichtiger ist für mich mittlerweile:
– genug trinken
– auf meinen Körper hören
– Stress reduzieren
– bewusst genießen
Denn manchmal tut ein Eis am Strand der Seele mehr gut als ständiges Kontrollieren.

Das war wahrscheinlich mein größter Lernprozess.
Ich muss nicht reisen wie andere.
Ich darf Pausen machen.
Ich darf meine Beine hochlegen.
Ich darf langsamer sein.
Lipödem bedeutet nicht, dass du keinen schönen Urlaub haben kannst. Vielleicht braucht dein Körper manchmal einfach etwas mehr Unterstützung, aber du darfst trotzdem reisen, Erinnerungen sammeln und den Sommer genießen.
Nicht trotz deines Körpers.
Sondern gemeinsam mit ihm.
Gibt es Dinge, worauf Du speziell im Urlaub achtest, oder was Dir im Urlaub noch schwer fällt? Ich freue mich auf den Austausch mit Euch.
Eure Jenny 🙂
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