Mit Frieda durch den Alltag

Ute

Ute

Bloggerin

Mit Frieda durch den Alltag | FRAUENSACHE

Hallo liebe Mitstreiterinnen,
heute möchte ich Euch erzählen, wie mein Lipödem namens Frieda und ich den Alltag meistern. Ich werde Euch ein paar Tipps geben, wie ihr Euer Lipödem in den Alltag integrieren könnt.

Ziehe ich heute meine Kompression an?

Diese Frage stellt sich für mich nicht und sie sollte sich für keine Frau mit der Diagnose stellen. Ein Diabetiker fragt sich ja auch nicht, ob er heute mal seinen Blutzucker kontrolliert. Wir können die Krankheit nicht heilen, aber sie unter anderem mit Kompression im Zaum halten.

Meine Kompression ist ein fester Bestandteil in meinem Leben. So wie BH und Unterhose. Natürlich ist es nicht immer lustig, aber ohne ist es das ja auch nicht.

Dank der Wechselversorgungen kann ich immer Kompressionsstrümpfe tragen, waschen und habe noch eine Versorgung in Reserve. Es erfordert schon ein bisschen Logistik, damit auf die Kompression nicht verzichtet werden muss. Aber auch das ist zu schaffen.

Hübsch trotz Kompression

Ich habe hautfarbene und schwarze Versorgungen und je nachdem, was ich anziehe, kombiniere ich die passende Farbe. Ich trage alles, was ich vorher auch getragen habe. Bevor Frieda in mein Leben kam, habe ich keine Miniröcke getragen. Das mache ich heute auch nicht. Aber Kleider, Röcke und 7/8-Hosen. Wenn es etwas edler aussehen soll, dann ziehe ich eine Strumpfhose darüber. Auch farbige Strümpfe sehen toll aus.

An meinen 40. Geburtstag hat mein Vater mich gefragt, warum ich keine Kompression trage. Das hat mich sehr glücklich gemacht, da die Kompression nicht sichtbar war.

Schuhe sind ein Thema für sich. Da muss jede Frau für sich herausfinden,  worin sie laufen kann. Ab und zu greife ich auch mal zu High Heels. Aber das verzeiht Frieda mir nicht so schnell. Wir laufen lieber in flachen Schuhen.

Mit Frieda den Sommer genießen

Für Frieda sind 35 Grad ein schlichter Alptraum und für mich auch. Aber wir können uns ja nicht 24 Stunden in einen Pool legen! Also vertrauen wir auf leichte Kleidung, einen Fächer und eine kleine Pumpsprühflasche gefüllt mit Wasser (bitte nichts anders verwenden, damit die Kompression nicht kaputt geht). Das Besprühen der Kompression sorgt für eine herrliche Erfrischung.

„Ist dir nicht warm?“, fragte mich letztens eine Bekannte bei 30 Grad. Ich antworte: „Nein, überhaupt nicht. Natürlich ist mir warm. Ich sterbe, aber wenn ich morgen noch laufen möchte, hab ich keine andere Wahl!“
Irgendwie war sie etwas pikiert, aber daran kann ich dann auch nichts ändern.

Ute trägt trotz Lipödem gerne Dirndl

Ute mit Lipödem "Frieda" im Urlaub

Mit Frieda in Bewegung

Als Fachkrankenschwester im OP bin ich den ganzen Tag auf den Beinen. Der Mix aus Laufen, Stehen und Sitzen tut Frieda gut und wir kommen so durch den Tag. Zuhause habe ich ein Laufband, das im Winter täglich in Gebrauch ist. Im Sommer bin ich mehr draußen unterwegs. Ab Mittwoch wollen Frieda und ich ins Schwimmbad.

Lymphdrainage ein fester Termin

Montag, 17.30 Uhr steht Lymphdrainage an! Das ist ein fester Termin in meinem Kalender. Mein Therapeut schreibt mich immer Monate im Voraus in sein Terminbuch. Absagen geht immer einfacher,  als einen 45 Minuten Termin zu bekommen.

Hilfe für Frieda

Alles kann ich leider nicht mehr allein! Aber meine Eltern stehen mir sehr zur Seite. Meine Mama putzt Fenster und mein Papa geht jede Woche mit mir einkaufen, weil ich nicht so schwer tragen kann. Ich bin ihnen unendlich dankbar, dass sie mich so unterstützten.

Mit Frieda in den Abend

Irgendwann ist auch mal Schluss mit Kompression. Nach dem Duschen abends (ist mir lieber als morgens, damit ich besser in die Klamotten komme) wird sich sehr sorgfältig eingecremt. Hautpflege ist ja ein sehr wichtiger Bestandteil der Therapie. Welche Lotion am besten hilft, muss auch jede Betroffene für sich herausfinden. Dann geht es in den Lymphomat, jeden Abend eine Stunde. Frieda liebt es darin zu liegen. Für mich ist es auch Entspannung.

Ich versuche mit Frieda soweit alles zu machen, was ich vorher auch gemacht habe. Sie zeigt mir schon, wenn was nicht geht oder verzeiht es mir ein paar Tage nicht.

Alles in allem braucht man schon eine ordentliche Portion Disziplin. Aber kommen wir nochmal auf den Diabetiker zurück, die braucht er auch…

Bis ganz bald!
Eure Ute

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