
Liebe Leserin, lieber Leser,
im Zusammenhang mit Lipödem liest man oft von Selbstliebe. Man soll sich selbst lieben, sich und seine Krankheit akzeptieren und sich Zeit für sich nehmen. Ich habe mir das immer durchgelesen, mich kurz hinterfragt, mir gedacht “Ja doch, ich kann mich die meiste Zeit schon gut leiden und Zeit für Hobbys nehme ich mir auch”. Damit habe ich das Thema abgehakt. In den letzten 2-3 Jahren habe ich mich allerdings ganz intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Mein Körper hat mich regelrecht dazu gezwungen, da ich ein paar gesundheitliche Baustellen hatte.
Ich möchte dir hier einen Einblick geben, was Selbstliebe für mich heute bedeutet – vielleicht ist es ja auch für dich ein neuer Ansatz, mit dem du einen besseren Zugang zu diesem Thema findest.

Eva
Bloggerin

Als Allererstes habe ich den Begriff „Selbstliebe“ durch „Selbstwert“ ersetzt. Dadurch konnte ich ihn viel besser greifen. Die ganz einfache Frage, die ich mir am Anfang meiner Selbstliebe-Reise gestellt habe, war: „Was bin ich mir wert?“
Die Wahrheit war: Alle anderen Menschen waren mir viel mehr wert als ich mir selbst. Sei es im privaten Umfeld, in der Partnerschaft, mit Familie und Freunden oder auch beruflich.
Hier ein paar Beispiele:
Das wurde mir Stück für Stück bewusst und ich habe mein Leben neu ausgerichtet. Ich habe Grenzen gesetzt und mich und meine Bedürfnisse an erste Stelle gestellt.

Ein Gedanke, der mir gerade am Anfang sehr geholfen hat, wenn ich mir bei einer Entscheidung unsicher war, war: „Was würde ich meiner besten Freundin raten?“
Würde ich ihr raten, noch eine Verabredung anzunehmen, obwohl sie eine stressige Arbeitswoche hinter sich hat und eigentlich keine Kapazitäten mehr hat? Oder würde ich ihr raten, sich auszuruhen und Kraft zu sammeln?
Würde ich ihr raten, sich Zeit für ihren kranken Körper zu nehmen und eine Bewegungseinheit einzuplanen, oder sich mit Schmerztabletten über Wasser zu halten?
Ich glaube, du weißt, worauf ich hinauswill: Die beste Freundin bin ich selbst. Diese Technik kann dir gerade am Anfang deiner Selbstliebe-Reise helfen, Prioritäten zu setzen und auf deine Bedürfnisse zu hören.
Und falls du dich jetzt fragst: Ist das nicht egoistisch? Nein, ganz im Gegenteil. Es bedeutet nicht, dass dir alle anderen egal sein sollen. Es bedeutet lediglich, dass du dir mindestens den gleichen Wert zugestehst wie allen anderen. Denn nur wenn du in deiner Kraft bist und dich wohlfühlst, kannst du auch andere unterstützen.
Denn: Menschen, die mit deinen Grenzen ein Problem haben, sind oft die, die davon profitiert haben, dass du keine gesetzt hast. Menschen, die dir wohlgesonnen sind, verstehen dich und akzeptieren deine Entscheidungen.

In Bezug auf das Lipödem bedeutet Selbstwert für mich vor allem Selbstmanagement. Ich mache täglich meine Yogaeinheiten, gehe zweimal pro Woche schwimmen, achte auf meine Ernährung und pflege meinen Körper. Das steht für mich an erster Stelle und dafür nehme ich mir bewusst Zeit.
Meine Lipödem-Schmerzen haben sich dadurch stark reduziert und auch mein Gewebe hat sich sehr positiv verändert. Ich bin fitter, fühle mich wohler und kann so nicht nur für mich, sondern auch für meine Liebsten mit positiver Energie da sein.
Wie empfindest du das Thema Selbstliebe? Kannst du damit etwas anfangen und wenn ja, wie sieht das für dich konkret aus?
Liebe Grüße
Eva
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Ein Kommentar
Starker Beitrag Eva! 🙏🏻