Lipödem – Prof. Dr. med. Schmeller steht Rede und Antwort

Prof. Dr. med. Wilfried Schmeller

Prof. Dr. med. Wilfried Schmeller

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Blogbeitrag Experten | FRAUENSACHE

Die chronische Krankheit Lipödem wirft viele Fragen auf. Unser FRAUENSACHE Experte Prof. Dr. med. Wilfried Schmeller aus der Hanse-Klinik in Lübeck ist so nett und beantwortet einige allgemeine Fragen zum Thema.

Wie sieht die typische Patientin aus?

Herr Professor Dr. Schmeller, Lipödem ist die Krankheit, die sogar viele Ärzte nicht kennen. Wie sieht der typische Patient aus?

Primär betrifft das Lipödem Frauen und beginnt meist in der Pubertät, z. T. auch nach einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, also im Rahmen einer Hormonumstellung. Laut Schätzungen sollen bis zu vier Millionen Frauen betroffen sein.

Entsteht die chronische Krankheit durch die Zufuhr von Hormonen?

Kann eine Hormonbehandlung (bei Kinderwunsch) ein Lipödem hervorrufen?

Es ist bekannt, dass Änderungen der Hormonkonzentration bei der Entstehung des Lipödems eine Rolle spielen. Sogenannte Risikozeiten sind also – bei bestehender genetischer Veranlagung – Pubertät, Schwangerschaft und Klimakterium. Es ist theoretisch denkbar, dass die Gabe von Sexualhormonen bei entsprechender Neigung bzw. familiärer Belastung zum Ausbruch oder zur Verschlechterung eines Lipödems führen kann. Wissenschaftliche Untersuchungen zu dieser speziellen Thematik sind mir allerdings nicht bekannt. Man weiß aber, dass durch die Schwangerschaft ein Lipödem verschlimmert oder hervorgerufen werden kann.

Steht das Übergewicht in Zusammenhang mit der chronischen Krankheit?

Hängen denn Lipödem und Übergewicht zusammen?

Wir beobachten schon, dass Frauen mit Lipödem oft schwerer sind als gesunde Frauen, doch einen eindeutigen kausalen Zusammenhang scheint es nicht zu geben.

Es ist immer noch unklar, ob eine schnelle Gewichtszunahme mit der Diagnose Lipödem direkt zusammen hängt. Die Lipödem-Fettzellen reagieren offensichtlich auf keine Diät. Richtig ist aber, dass eine gesunde Ernährung auch beim Lipödem sinnvoll und hilfreich ist, denn die Frauen fühlen sich dann fitter und halten die nicht betroffenen Bereiche des Körpers in Form. Dazu gehört auch Bewegung und gemäßigter Sport in geeigneter Kompression, der einen Ausgleich schafft, fit hält und auch ein erhöhtes Selbstbewusstsein gibt. Die Psyche ist ja auch ein ganz wichtiges Thema im Bereich Lipödem.

 

Beste Grüße,
Prof. Dr. W. Schmeller 

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