Martine
10.Juni 2021 | Allgemein

Die Analyse meines Zyklus - meine Rettung

Wasseransammlungen, angelaufene Beine und ständige Körpergewicht-Schwankungen kannte ich schon immer bei mir. Ich lebte damit – aber woher kam das? Das möchte ich Euch hiermit gerne berichten.

Durch das Absetzen der Pille, lernte ich meinen Körper kennen

Seit der Diagnose Lipödem im Februar 2017 beschäftige ich mich extrem mit meinem Körper und lernte ihn in den letzten Jahren erst richtig kennen. In ein paar anderen Blogbeiträgen habe ich schon über meine Erfahrungen und Experimente berichtet. Jetzt nach 4 Jahren glaube ich, dass ich meinen Körper erst richtig deuten kann. Meine Ernährung habe ich komplett umgestellt und ich bewege mich sehr viel.

Ich fühle mich insgesamt viel gesünder und fitter. Im Jahr 2018-2019 hatte ich 3 Operationen, die auch einen guten Teil zu diesem Zustand beigetragen haben. Doch die letzte und beste Entscheidung traf ich Mitte des Jahres 2020, und zwar die Pille abzusetzen. Über 10 Jahre nahm ich eine Antibabypille, bei der ich nicht mal die Regelblutung bekam. Ich wusste nie wo ich mit dem Zyklus dran war. Es störte mich aber auch nicht. Denn eigentlich ging es mir ja gut. Keine Regelblutung, keine Regelschmerzen, keine Migräne, nichts. Ich fühlte mich einfach nur gut. Jetzt nach dem Absetzen der Pille weiß ich, dass es mir gar nicht gut ging. Extreme Wasseransammlungen, Stimmungsschwankungen, aufgelaufener Bauch, geringe Lust auf Sex, Gewichtsschwankungen und Konzentrationsprobleme. Das sind die Punkte, über die ich mir gar nicht bewusst war.

Gewichtsschwankungen – kein Fremdwort für mich

Meine erste Regelblutung nach dem Absetzen trat schon nach einem Monat ein. Sie kommt seitdem regelmäßig und nicht stark – im Gegensatz zu vor der Einnahme der Pille. Ich will hier nicht zu weit ins Detail gehen, da ich zu diesem Thema schon einen Beitrag veröffentlicht habe.

Seitdem ich mich jeden Tag wiege weiß ich schon, dass ich extreme Gewichtsschwankungen habe. Ich lebte aber damit. Ich suchte die Fehler bei meiner Ernährung, zu wenig Sport oder vielleicht zu wenig Wasser getrunken. Dann kaufte ich mir ein Gerät um die morgendliche Körpertemperatur zu messen und somit meinen Zyklus etwas besser kennen zu lernen. Ich war eigentlich nur neugierig. Dass ich aus dieser Neugierde aber so viel schlauer werde, hätte ich niemals gedacht. Ich fing an, alles zu dokumentieren. Menstruationstage, Körpergewicht, morgendliche Temperatur und führte Tagebuch über mein Wohlbefinden und meine Symptome. Diese Werte trug ich in eine Tabelle ein und zeichnete Diagramme. Ich sah schon an den Kurven, dass alles zusammenhing. Bedeutet das, meine ganzen Probleme lagen einfach nur am Zyklus?

Fakten, die man über den Zyklus kennen sollte

Hier ein paar wichtige Fakten, die man kennen sollte:
Der Eisprung erfolgt 14 Tage vor dem ersten Tag der Menstruation. Es dreht sich alles um den Eisprung beim Zyklus.
Vor allem nach dem Eisprung bis zu der Menstruation hat unser Körper mit einigen Problemen zu kämpfen, die bei mir jetzt im Nachhinein vieles erklären.

Zum Eisprung hin speichert unser Körper die Kalorien für die mögliche Schwangerschaft. Danach sind Heißhungerattacken möglich. Um den Tag 18-21 des Zyklus, wenn keine Schwangerschaft vorliegt, wird wieder die Energie verbrannt. Hier ist genau der richtige Zeitpunkt um eine Diät zu beginnen.

Es kommt auch zur Wasserspeicherung vor der Regelblutung. Diese Wasseransammlungen werden abtransportiert während der Regelblutung, weshalb man auch vermehrt zur Toilette muss. Das erklärt, warum es bei mir normal ist, dass ich mal 3 Kilo mehr, mal 3 Kilo weniger auf der Waage habe ohne etwas an meinem Lebensstil geändert zu haben.

Ich verstehe meinen Körper jetzt viel besser, in Verbindung mit dem Zyklus

Ich hatte auch den Fehler gemacht, kurz vor der Regelblutung Fotos von meinen Beinen zu machen.
Ich war frustriert, da ich dachte meine Beine wären wieder richtig dick geworden. Doch ich stand kurz vor der Regelblutung. Danach war wieder alles gut.

Mein Gewicht, mein Wohlbefinden, die Wassereinlagerungen - alles erklärt sich durch meinen Zyklus, seitdem ich ihn genau beobachte. Mit dem Messen der Körpertemperatur am Morgen (direkt nach dem Aufstehen) weiß ich sogar, an welchem Punkt in meinem Zyklus ich gerade bin. Der Zyklus entscheidet, wann ich auf viele Kalorien verzichte, wann ich noch mehr Wasser trinken muss und wann ich am besten rein basisch esse. Außerdem vergleiche ich mein Gewicht jetzt an den gleichen Zyklustagen und siehe da: alles okay.

Vielleicht erklärt das auch bei Dir so einiges.

Liebe Grüße,
Martine

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1 Kommentare
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Mona

Ich verfolge auch so meinen Zyklus. Das sollte jede Frau machen. NFP ist eine gute Sache.

am 10.06.2021 | 08:45

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