Kristin
13.Dezember 2018 | Mein Lipödem

Diagnose Lipödem: Ich fühl mich wie in zwei Hälften geteilt!

Hallo Ihr Lieben!

Mein Name ist Kristin, bin Jahrgang 1986, Mama einer ganz bezaubernden Tochter und voll berufstätig bei einem großen Konzern. Mit meiner Familie lebe ich im schönen Hessen. Ich war schon als Kind immer kräftiger als andere, was in der Pubertät und in der Schwangerschaft extrem zunahm. Leider musste ich seit meiner Kindheit sehr viele Hänseleien, Spot und Beschimpfungen ertragen. Seit dem waren etliche Diäten mein ständiger Begleiter. Heute erzähl ich euch, wie ich zu meiner Diagnose Lipödem kam und warum ich mich fühle als könnte man mich in der Mitte in zwei Hälften teilen. Alles begann damit, dass ich Anfang 2015 meinen Schlauchmagen bekam und bis heute knapp 100 Kilo an Gewicht verloren habe. Doch leider bemerkte ich nach kurzer Zeit, dass an Stellen wie Armen und Beinen trotz dem anfänglichen Gewichtsverlust nicht so viel an Umfang weg ging, wie an meinem restlichen Körper.

„Aufgeben ist keine Option!“

Erst meine Ernährungsberaterin der Nachsorge sprach mich darauf an, ob ich eventuell an Lipödem leide und ich solle mich doch mal an einen Facharzt wenden. Nur bis dato sagte mir Lipödem rein gar nichts. Doch mir ließ das keine Ruhe und ich fing an im Internet zu recherchieren. Dabei fand ich relativ schnell heraus, dass ich wohl schon seit meiner Pubertät an Lipödem leide, denn die Symptome die auf den verschiedenen Seiten beschrieben wurden, wie schwere und schmerzende Beine, anfällig für blaue Flecken etc. passten 1 zu 1.

Der Weg zum Lipödem Facharzt und die Enttäuschung danach!

Ein Facharzt war schnell gefunden nur leider hatte dieser wohl mehr Ahnung von Krampfadern als vom Lipödem und erzählte mir, ich solle erstmal noch 30 Kilo abnehmen. Voller Enttäuschung kam ich aus dem Behandlungszimmer und war darüber total gefrustet. Zum Glück gab es da meinen Mann der mich aufbaute und nicht locker ließ und mir einen Termin bei einer weiteren Fachärztin besorgte.Von ihr bekam ich dann im Herbst 2015 die Diagnose Lipödem an Armen und Beinen Stadium 2 bis 3. Inklusive eine Überweisung zum Chirurgen zwecks Liposuktion. Außerdem verschrieb sie mir Kompression für Arme und Beine. (Nur leider hatte ich erhebliche Probleme mit der Kompression, sodass ich diese sehr ungerne trug.) Doch jetzt sollte der Kampf erst beginnen.

Die Transformation: Vor der Schlauchmagenoperation bis hin zur Bauch- und Armstraffung

Schlimmer geht immer!

Ich stellte mit meinem Chirurgen bei meiner Krankenkasse einen Antrag inklusive Gutachten. Doch es wurde abgelehnt mit der Begründung: Lipödem ist keine Krankheit und nicht im Katalog der Krankenkassen. Diese Methode zähle als Schönheitsop und ich solle weiter abnehmen. Ich kann mich noch an den Tag genau erinnern, als ich beim MDK raus bin. Ich war fertig mit der Welt. Jetzt war ich schon so weit gekommen, habe so viel geschafft und dann das!!!

Aufgeben ist keine Option!

Nachdem ich mich gesammelt hatte, beschloss ich mein Gewicht zu stabilisieren und wählte einen neuen Weg: erstmal Plan B, um meine überschüssige Haut, die mich zusätzlich belastete, loszuwerden. Ich stellte einen Antrag auf Wiederherstellungsoperationen nach massivem Gewichtsverlust. So und was soll ich sagen: mit dem Antrag kam ich durch! Baustraffung, Oberarmstraffung und Oberschenkelstraffung wurden von meiner Krankenkasse genehmigt.

Ich in zwei Teilen!

Bauch und Arme wurden dann 2017 gestrafft und so kam es, das meine Beine noch mehr auffallen, denn jetzt passt Oberkörper nicht mehr zu Unterkörper und ich fühl mich wie in zwei Teile eingeteilt. Dadurch fühl ich mich von meiner Umgebung schon beobachtet, aber ich trage es mit Humor. Mein Mann sagt immer, ich sehe aus, wie eine russische Gewichtheberin. Was jetzt absolut nicht negativ gemeint ist. Ein bisschen Humor muss sein, denn die Oberschenkelstraffung ist für Herbst 2018 geplant.

Aus meiner Liposuktion vom Lipödem ist leider bis heute nichts geworden. Aber ich habe Widerspruch eingelegt. Das Sozialgericht muss eine Entscheidung fällen, denn meine Krankenkasse ließ sich nicht umstimmen und ich musste es vor Gericht einklagen. Leider ist die Krankenkasse immer noch der Meinung, dass das Lipödem keine Krankheit und Liposuktion eine Schönheitsoperation ist. Ich halte euch auf dem Laufenden auch auf Instagram. Bis Bald.

Eure Kristin

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