Dr. Bauer
06.Mai 2019 | Lipödem & Ernährung

Aktuelle Grundlagenforschung im Bereich des Lipödems – Teil I

Die Ursachen des Lipödems sind bisher noch unbekannt, es wird aber meist ein Beginn in den Zeiten der hormonellen Umstellung (Pubertät, Schwangerschaft, Kontrazeption, Menopause) beobachtet. Die Fettstammzellen scheinen bei der Entstehung und dem Fortschreiten  des Lipödems eine wichtige Rolle zu spielen. Bisher konnten keine Lipödem spezifischen Marker (eindeutige genetische Identifikationsmerkmale) definiert werden.

Molekulare Zellstudie zum Lipödem

Das Ziel unserer molekularen Zellstudie war es die aus Lipoaspiraten (abgesaugtem Fett) gewonnen Fettstammzellen im Labor zu untersuchen. Stammzellen finden sich millionenfach im menschlichen Fett und spielen eine entscheidende Rolle für den Aufbau des Fettgewebes. Sie bestimmen als sogenannte Vorläuferzellen wie viel Fett zu welchem Zeitpunkt an welcher Stelle im Körper gebildet wird und können sich in reife Fettzellen weiterentwickeln. Jede dieser Fettstammzellen produziert gewisse Marker, die im Labor gemessen werden können. Der Vergleich der Expression (Bildung) und Sekretion (Ausschüttung) von Markern zwischen Lipödem Fettzellen und Nicht-Lipödem Fettzellen gibt Aufschluss über potentielle Unterschiede. Hierzu wurde das abgesaugte Fett (Lipoaspirat) von jeweils 10 Lipödem Patientinnen und Nicht-Lipödem Patientinnen im Labor auf bestimmte Marker untersucht. Lipödem Fettstammzellen zeigten dabei eine signifikant veränderte Expression (Bildung) u. a. der Markerproteine Adiponektin, Interleukin-8 und Aromatase im Vergleich zu Nicht-Lipödem Kontrollzellen. Adiponektin ist ein Hormon, das vorwiegend von reifen Fettzellen gebildet und ausgeschüttet wird. Seine Funktion im Fett- und Zuckerstoffwechsel sowie in entzündlichen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist vielfach beschrieben.

Lipödem – eine chronisch entzündliche Erkrankung?

Da eine enge Wechselwirkung zwischen Immunsystem und Fettgewebe besteht, gingen wir auch der Frage nach, ob es sich beim Lipödem um eine chronisch entzündliche Erkrankung handeln könnte. Zu den inflammatorischen Markern zählt u.a. die Gruppe der Interleukine. Interessanterweise, zeigten die Lipödem Fettstammzellen teilweise stark erhöhte Interleukin- 8 (IL-8) Werte. Es wurde bei der Auswahl der Patientinnen darauf geachtet, dass keine Adipositas vorlag, um eine „Verfälschung“ der Ergebnisse zu vermeiden. Obwohl die teilweise hohen IL-8 Werte auf eine chronische Entzündung hinweisen können, bedarf es noch weiterer Studien um dies hinreichend abzuklären. Die Aromatase ist das Schlüsselenzym bei der Bildung von Sexualhormonen im Fettgewebe.

Der Aromatase Gehalt der Lipödem Kulturen zeigte im Vergleich zur Kontrolle eine signifikant geringere Konzentration. Es wurde schon mehrfach diskutiert, dass ein hormonelles Ungleichgewicht als Ursache für die Entstehung des Lipödems in Frage kommt. Unseren Messungen der Aromatase Konzentrationen in den Vorläufer-Fettstammzellen zufolge, ist anzunehmen, dass eine tatsächliche Hemmung der Aromatase vorlag. Somit werden weniger weibliche Sexualhormone im Lipödem Fett gebildet und es kann zu einem hormonellen Ungleichgewicht führen.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die unterschiedliche Produktion gewisser Markerproteine ein bedeutender Hinweis dafür ist, dass Lipödem Fettstammzellen einen anderen Stoffwechsel haben, als normale Fettzellen. Weitere molekulargenetische Studien sind notwendig um die Ursachen des Lipödems vollständig zu klären.

Eure
Anna-Theresa Bauer

 

(„Adipose stem cells from lipedema and control adipose tissue respond differently to adipogenic stimulation in vitro“ Bauer AT et al. Plastic Reconstructive Surgery Journal 2019)

Literaturangaben
1 Wang ZV, Scherer PE. Adiponectin, the past two decades. Journal of molecular cell biology 2016; 8: 93-100
2 Fu Y, Luo N, Klein RL et al. Adiponectin promotes adipocyte differentiation, insulin sensitivity, and lipid accumulation. Journal of lipid research 2005; 46: 1369-1379
3 Arita Y, Kihara S, Ouchi N et al. Paradoxical decrease of an adipose-specific protein, adiponectin, in obesity. Biochemical and biophysical research communications 1999; 257: 79-83
4 Han SH, Sakuma I, Shin EK et al. Antiatherosclerotic and anti-insulin resistance effects of adiponectin: basic and clinical studies. Progress in cardiovascular diseases 2009; 52: 126-140
5 Hotta K, Funahashi T, Arita Y et al. Plasma concentrations of a novel, adipose-specific protein, adiponectin, in type 2 diabetic patients. Arteriosclerosis, thrombosis, and vascular biology 2000; 20: 1595-1599

Lies hier den zweiten Teil von Dr. Anna Theresa Bauers Beitrag:

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16 Kommentare
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Maria Magdalena

Ich bin auch betroffen und leide permanent unter meistens nächtlichen Schmerzen an den Beinen, Lendenwirbelsäule und Füßen und Händen. Meistens auch bei langen Autofahrten, sitzen auf Stühlen oder liegen auf hartem Hintergrund. Seit Sommer 2018 nach 15 bis 20 Jahren Schmerzen und einem langen Ärzte Marathon habe ich die Diagnosen Lipödem Stadium II und Fibromyalgie. Ich bin 51 Jahre alt und werde jetzt multimodale Schmerztherapie in Anspruch nehmen. Im August habe ich einen Beratungsgespräch in einer lipoclinic. Ich vermute, dass die Schmerzen daher kommen, weil die vielen fettzellen auf meine Nerven drücken und mir beim liegen den Schlaf rauben. So auch jetzt. Mittlerweile habe ich dermaßen Probleme mit den Füßen. An mehreren Stellen habe ich Überbeine die sehr wehtun. Ich habe in den letzten Monaten mehr als 5 kg unter starken Reduktion der Kalorien und Sport und Infrarot Kabine verloren trotzdem sind Schmerzen immer präsent. Ich bin soo erschöpft und manchmal kann ich einfach nicht mehr. Trotzdem mache ich weiter... ich wurde vor 8 Jahren erfolgreich an karpalltunnelsyndromen beidseitig operiert. Hatte bis dato wahnsinnige nächtliche Schmerzen in den Armen. Seit der Op geht es gut. Diesen Schmerz spüre ich um so mehr in den Waden, knien und Füßen. Der Berührungsschmerz ist mittlerweile enorm. Ich kann diese Haselnuss großen fettzellen richtig fühlen. Ich bin auch schon seit einem Jahr mit den Wechseljahren durch. War ziemlich kurz, ich hatte aber über Jahre Probleme mit Periode und Schmerzen. Ich habe auch zwei Kinder, an meine Tochter habe ich das Lipödem kocht vererbt. Sie kann durch Sport an den Oberschenkel abnehmen. In meiner Familie sind meine beiden Schwestern die jünger sind noch mehr betroffen. Die Diagnosen zu bekommen und die richtigen Therapien ist auf einem Dorf fast unmöglich zu bekommen . Die Ärzte sind unwissend und arrogant. Ich werde nach dem Termin in der lipoclinic einen Antrag auf die Liposuction bei der Krankenkasse stellen. Ich freue mich, dass es zu dieser Krankheit die ersten Studien gibt die aufzeigen, dass die fettzellen der Lipödem Patienten verändert sind und das die Veränderung an messbaren Markern liegt. Ich werde zu dem Antrag ihre Publikation dazulegen. Ich hoffe dass durch ihre Forschung vielen leidenden Frauen geholfen werden kann. Falls die Liposuction die Heilung bringt, muss es in den leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen werden!

am 19.05.2019 | 03:57
Maria Magdalena

Liebe Anna-Theresa,
Wie komme ich zu deiner letzten Veröffentlichung?

am 31.05.2019 | 21:41
Dr.Bauer

Liebe Maria Magdalena,
vielen Dank für deinen Kommentar, es tut mir sehr leid, dass du so ein schweres Leben mit dem Lipödem hast derzeit und wünsche dir nur das Beste und eine hoffentlich erfolgreiche Antragstellung bei der Krankenkasse!

Liebe Grüße
Anna-Theresa Bauer

am 23.05.2019 | 23:39
Gritli

Auch ich (51) habe mit Beginn der Wechseljahre (mit 47) und einer stressinduzierten wesentlich verkürzten "Wechselzeit" (0,5 Jahre) ein Lipödem und durch notorische Nichtbeachtung durch meine Hautärztin/Phlebologin, bei der ich seit vielen Jahren und mehrmals jährlich in der Nachsorge wegen eines malignen Melanoms (am Bein!)war, noch ein Lymphödem dazubekommen. Da die Belastung durch die konservative lebenslange Behandlung für Vollzeit berufstätige Mütter einerseits kontraproduktiv, weil viel zu stressig und zum anderen richtig teuer ist, die unbezahlbare Liposuktion offenbar nicht zu einer wirklichen Beschwerdefreiheit und Heilung führt, wäre ich unheimlich dankbar und neugierig, wenn die Erforschung der Ursachen ernsthaft weiterbetrieben werden würde. Gerne würde ich auch an solchen Studien teilnehmen. Genetische Disposition kann natürlich auch ein Faktor sein, meine Oma hatte auch recht geschwollene Beine, meine Mutter ist weniger betroffen. Meine Schwester hat beginnende Beschwerden, sie ist jetzt 53. Wir alle haben niedrigen Blutdruck ( schwaches Herz?), minimales Übergewicht, Schilddrüsenerkrankungen, erhöhte Entzündungsneigung bzw. Abwehrschwäche z.B. der Haut, schwaches Bindegewebe- da könnten auch Hormonstörungen im Spiel sein...Wenn es Irgendetwas gibt, dass zur Beseitigung der Ursachen auf möglichst natürliche Weise führen kann und mir und etwa jeder 3. Frau auf dieser Welt deshalb ein bisschen Lebensqualität und Unbeschwertheit zurückgeben kann, als Ergänzung zu gezielter Vitamin- und Mineral- und Nährstoffzufuhr mit viel Eiweiß, Antioxidantien, Hyaluron und Kollagen, Kurkuma und Ingwer, mehrfach ungesättigten Fettsäuren sowie viel Bewegung und Stressabbau, manuelle Lymphdrainage ( selbst die entsprechenden Punkte massieren bei hochgelagerten Beinen), Kompression, Kneippsche Anwendungen und Massagen mit reichhaltigem Öl, welches Vitamin E enthält - ich würde es sicher machen! Nebenbei lockere ich auch die Faszien mit der Rolle und befand mich auf einem richtig guten Weg zur fast vollständigen Beschwerdefreiheit. In den letzten 8 Wochen jedoch gab es zu viel Stress, Sorgen, Süßigkeiten und weniger Sport und Körperöl, so dass ich eine Verschlechterung spüre. Seitdem habe ich auch wieder Herzschmerzen. Ich will das nur als Information geben, falls diese nützlich sind, natürlich werde ich wieder daran arbeiten, mich mindestens auf das Level von vorher zu bringen, im Idealfall mich zu heilen, aber da muss ich eben weiter Zeit für mich haben, ohne finanzielle Not, wie ich meine Familie durchbringe und von mir werden eigentlich noch 16 Vollzeit-Arbeitsjahre erwartet, weil die meisten Ärzte nicht einmal eine richtige Diagnose stellen, so dass man wenigstens auf ein wenig Rücksicht und Unterstützung aussichtsvoll zählen könnte. Dort wird man nur beleidigt, ich hole mir mein viel zu seltenes Rezept für viel zu hohe Zuzahlung für die Kompressionsstrumpfhosen und forsche für mich an mir weiter. Ich bin dankbar für jede Idee, weil ich der Meinung bin, man kann nur heilen, wenn man die Ursachen ausschaltet und eigentlich habe ich für mich schon eine Teilantwort bekommen...Die nach den Wechseljahren fehlenden weiblichen Hormone werde ich mir trotzdem nicht künstlich zuführen, das ist viel zu gefährlich, genauso wie Stress, Sorgen -und Ärger über Ausbeutung und ihre Folgen...
Ich hoffe nicht, dass kommerzielle Interessen hier den Fortschritt verhindern und wirkliche Hilfe weiterhin verweigert wird. Es gibt auch schon Arztpraxen, die einem nur einen Termin zur Untersuchung geben- beispielsweise, ob es nun ein Lip- ein Lymph- und/oder ein Phlebödem sei und in welchem Stadium bitte auch- wenn man den Kardiologen besucht hat und die Schilddrüse richtig untersucht wurde. Im Idealfall noch ´ne komplette Stoffwechselanalyse. Da muss doch Jemand mehr wissen...
Die IGEL-Leistung Liposuktion habe ich auch beleuchtet, obwohl wir finanziell völlig chancenlos sind- nebenbei bleibt Einem die lebenslange Kompressionspflicht auch dort erhalten- nach der Behandlung der Beine begannen bei Einigen die Arme oder die Körpermitte, entweder die Ursachen waren nicht ausgeschaltet und/oder die kranken Fettzellen streuen vielleicht auch.
Soviel zu meinen eigenen Maßnahmen und Gedanken, sie sind natürlich wissenschaftlich nicht fundiert und ich bin medizinisch nicht ausgebildet- vielleicht können sie trotzdem für Jemanden hilfreich sein ( ob die Faszienrolle bei bestimmten Dispositionen schädlich ist, weis ich nicht genau, mir hat sie gut getan), aber ich rufe hier eben auch Alle Betroffenen und ärztlichen Spezialisten um Hilfe, wer mehr weiss, bitte, bitte weiterforschen und Ärzte, Krankenkassen, MDK bilden, und Versorgungsmedizinische Grundsätze überarbeiten, man kann so auch automatisch die Zahl der Depressionen reduzieren...

am 12.05.2019 | 19:55
Dr.Bauer

Liebe Gritli, vielen Dank für deinen umfangreichen Kommentar und die vielen Tipps und Einblicke in deinen Alltag mit Lipödem! Wir machen auf jeden Fall weiter mit der Forschung! Das Ziel ist es immer mit der Wissenschaft den Patientinnen langfristig und umfassend zu helfen, bzw die Diagnostik weiter zu verbessern, sodass wirklich alle Hilfe bekommen (zb Liposuktion), die sie dringend brauchen.
Liebe Grüße
Anna-Theresa Bauer

am 15.05.2019 | 08:58
Anja

Ich habe meine olle Trulla ( Lipödem ) seid 1997 als ich das erste mal schwanger wurde. Meine Mam hatte es mir prophezeit das ich mit der ersten Schwangerschaft auseinander gehe ohne das ich was dagegen machen kann. Bei ihr war es so und bei meiner Oma auch, nur erst jetzt weiss ich das es eine ernsthafte Krankheit ist. Nun lese ich in dem Bericht etwas über erhöhte Entzündungswerte. Kann es sein das meine Mam und ich Rheuma haben durch das Lipödem? Wer kann mir dazu weiterhelfen?

am 10.05.2019 | 20:11
Maria Magdalena

Rheuma kann man gut bei einem Rheumatologen abklären. Wie sieht es mit Fibromyalgie aus?

am 19.05.2019 | 10:57
Dr. Bauer

Hallo liebe Anja,

Ja das klingt ganz nach einem klassischen Verlauf eines Lipödems, das in den Zeiten des hormonellen Umschwungs ausbricht bzw sich verstärkt. Das mit dem Rheuma ist eine gute Beobachtung. Es wird ein Zusammenhang vermutet zu anderen chronischen Entzündungen. Daher empfehle ich eine anti-inflammatorische Diät und Nahrungszusätze wie zb Curcuma. Das hat sehr gute Ergebnisse bisher gezeigt.

Liebe Grüße
Anna-Theresa Bauer

am 15.05.2019 | 09:04
Nadine

Hallo,

betroffen bin ich mit Sicherheit seit meiner Pubertät. Heute weiß ich, dass ich es vererbt bekommen habe. Dadurch dass jahrelang niemand etwas gesagt hat und ich nicht wusste, dass ich krank bin, habe ich auch ein Lymphödem dazubekommen.
Ungleichgewicht im Hormonhaushalt kann gut passen. Ich habe jahrelange Kinderwunschbehandlung hinter mir, die gott-sei-dank positiv verliefen.
Desweiteren bin ich dahinter gekommen, dass familiär beding mein Lipoprotein- A- Wert genetisch um einiges zu hoch ist.
Es würde mich mal interessieren, ob das ein zusätzlicher Faktor sein könnte, der ein Lipödem entstehen läßt.

Den o.g. Artikel habe ich natürlich nicht verstanden, ich bin ja kein Mediziner. Ich fände es schön, wenn der mehr erklärt werden würde.
Desweiteren fände ich es sehr interessant, ob man wohl durch die Zugabe der fehlenden Hormone, das Lipödem abbauen könnte.

am 07.05.2019 | 10:56
Anna-Theresa Bauer

Liebe Nadine,
vielen Dank für den Kommentar! Ich denke, dass es noch viele viele Faktoren gibt die eine Rolle spielen und die wir erforschen müssen! Lipoprotein A klingt interessant, vielen Dank für den Beitrag! Im nächsten Artikel werde ich die neuen Inhalte noch ein bisschen verständlicher aufbereiten! Liebe Grüße
Dr. Anna-Theresa Bauer

am 08.05.2019 | 07:38
Sabrina

Beginnend vom 13 Lebensjahr bis zum 32 Lebensjahr habe ich die Valette (2 mg Dienogest, 0,03 mg Ethinylestradiol, 17 Jahre lang), später die Yasmin (3mg Drospirenon, 0,03 mg Ethinylestradiol, 2 Jahre lang) eingenommen. Mit Einnahmebeginn der Pille und Pupertät verstärkte sich auch das Lipödem. Eine starke Libidoproblematik kam nach Umstellung der Pille von Valette auf Yamin hinzu. Kann ein Lipödem, eine verlängerte Einnahme der Pille und einem Libidoproblem zusammen hängen?
"Der Aromatase Gehalt der Lipödem Kulturen zeigte im Vergleich zur Kontrolle eine signifikant geringere Konzentration. Es wurde schon mehrfach diskutiert, dass ein hormonelles Ungleichgewicht als Ursache für die Entstehung des Lipödems in Frage kommt. Unseren Messungen der Aromatase Konzentrationen in den Vorläufer-Fettstammzellen zufolge, ist anzunehmen, dass eine tatsächliche Hemmung der Aromatase vorlag. Somit werden weniger weibliche Sexualhormone im Lipödem Fett gebildet und es kann zu einem hormonellen Ungleichgewicht führen."

am 06.05.2019 | 16:32
Dr.Bauer

Liebe Sabrina,

das Thema mit der Pille beim Lipödem ist unter Experten wahrlich noch strittig. Grundsätzlich sollte man auf künstliche Hormonzufuhr verzichten, wenn man es nihct verträgt, bzw darunter einen Schub des Lipödems beobachtet. Andererseits kann man mit Hormonen ein Ungleichgewicht ausgleichen und Beschwerden lindern (zb Menopause). Solange wir nicht generell sagen können welche Hormone "gut" und welche "schlecht" sind für das Lipödem, muss es eine individuelle Entscheidung bleiben. In deinem Fall mit der Libido würde ich deinen Frauenarzt/ärztin konsultieren, aber kann durchaus der Fall sein.

Liebe Grüße und vielen Danl für deinen Beitrag,
Anna-Theresa Bauer

am 15.05.2019 | 09:08
Marika

"Lipödem Fettstammzellen zeigten dabei eine signifikant veränderte Expression (Bildung) u. a. der Markerproteine Adiponektin, Interleukin-8 und Aromatase im Vergleich zu Nicht-Lipödem Kontrollzellen. "
Was heißt das genau? Wird es weniger oder mehr gebildet?

am 06.05.2019 | 13:12
Dr.Bauer

Liebe Marika,

vielen Dank für deinen Kommentar,

die Markerproteine sind zum Teil deutlich erhöht (Interleukin 8) oder erniedrigt (Adiponektin) gewesen. Das bedeutet, dass die Lipödem Zellen unter den genau gleichen Bedingungen wie die normalen Fettzellen anders "funktionieren", also etwas anderes machen. Man könnte daher von "kranken" Fettzellen reden, wenn man Krankheit so definiert, dass etwas vom Normalzustand abweicht. Das ist damit gemeint gewesen.

Liebe Grüße
Anna-Theresa Bauer

am 15.05.2019 | 09:10
Gisela

Ich habe nach CT im Dezember 2018 einen Nebennieren Tumor verkalkt... 7,2x7,5 cm bin der Annahme das es eine Hormonelle Ursache hat ...einhergehend mit dem Lipödem was seit gut 3 Jahren schlimmer geworden ist.

am 06.05.2019 | 11:19
Dr.Bauer

Liebe Gisela,

vielen Dank für deinen Beitrag, ja das kann sehr gut sein, dass da ein Zusammenhang besteht! Hast du denn deine Hormone alle im Blut und Speichel/Urin bestimmen lassen?

Liebe Grüße
Anna-Theresa Bauer

am 15.05.2019 | 09:12

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