
Liebe Leserin, lieber Leser,
Stärke beginnt nicht im Außen, sondern in unserem Inneren. Gerade an schweren Tagen entscheidet unser Mindset darüber, ob wir stehen bleiben oder weitergehen. Es sind die kleinen, bewusst gesetzten Gedanken, die uns Halt geben, wenn alles ins Wanken gerät. Wer lernt, sich selbst mit Klarheit, Mut und Mitgefühl zu begegnen, schafft eine stabile innere Basis. Mindset-Impulse sind dabei keine großen Reden, sondern leise Erinnerungen daran, was wirklich zählt. Sie helfen uns, den Fokus neu auszurichten – Schritt für Schritt zurück in unsere eigene Kraft.

Frauensache
Bloggerin

„Das Leben ist schön!“ – das ist nicht nur so ein Spruch, sondern eine Entscheidung, die ich jeden Morgen aufs Neue treffe. Natürlich gibt es Momente, in denen die Motivation Pause macht, und genau dann benötige ich einen positiven Impuls.
Für mich ist ein positives Mindset wie ein Muskel, den wir täglich trainieren können. Es geht darum, den Blick für die kleinen, wunderbaren Details zu schärfen: das Licht, das durch die Bäume fällt, wenn ich mit Claus unterwegs bin, oder die Energie, die ich spüre, wenn ich mich gesund ernähre und meinem Körper etwas Gutes tue.
Anstatt uns zu fragen, was uns einschränkt, sollten wir feiern, was wir alles erreichen können! Wir sind Frauen, die mitten im Leben stehen, die mutig sind und Farbe bekennen – auch und gerade in Kompression. Ein Lächeln ist dabei unser schönstes Accessoire, denn schlechte Laune hat noch nie ein Problem gelöst.
Mein Impuls für Dich: Warte nicht auf den „perfekten“ Tag, um glücklich zu sein. Nimm dir heute ganz bewusst den Raum, stolz auf Dich zu sein. Wir haben die Freiheit, uns jeden Tag für die Lebensfreude zu entscheiden.

An Tagen, an denen es mir mental nicht gut geht, ist mein Lipödem oft der Auslöser. Wenn die Schmerzen stärker werden und sich mein Körper schwer anfühlt, werden auch meine Gedanken lauter. Dann kommen sie wieder: Warum gerade ich? Warum fühlt sich alles manchmal so schwer an?
Mein Anker in solchen Momenten ist die Natur. Ich schnappe mir meinen Hund und gehe raus, am liebsten ans Wasser oder in den Wald. Die Ruhe, die frische Luft, das Draußensein helfen mir, wieder bei mir anzukommen und meinen Gedanken Raum zu geben, ohne mich von ihnen überrollen zu lassen. Was mir außerdem hilft: mich bewusst für mich anzuziehen. Seit ich öfter Kleider trage, fühle ich mich wohler in meinem Körper – auch mit Lipödem. Früher habe ich mich oft in Hosen und Hoodies versteckt. Heute trage ich Hoodies, wenn mir nach Gemütlichkeit ist – aber nicht mehr, um mich oder meine Beine zu verstecken. Und genau das verändert etwas in mir.
Ich erinnere mich dann daran, was ich schon geschafft habe. Ich denke nicht mehr in „alles oder nichts“, sondern in kleinen Schritten. Tag für Tag. Und ich lasse meine Gefühle zu, statt sie wegzudrücken, früher hätte ich sie oft mit Essen betäubt. Ein stiller Reminder begleitet mich dabei jeden Tag: mein „bee happy“-Tattoo auf meinem Handgelenk. Es erinnert mich daran, dass ich glücklich sein darf und zaubert mir oft ein Lächeln aufs Gesicht.
Ich muss nicht immer stark sein. Es reicht, weiterzugehen. Denn selbst an meinen schwersten Tagen gebe ich mich nicht auf und genau das ist meine neue Stärke.

Zu jeder chronischen Erkrankung, somit auch dem Lipödem, gehören Tage, die besonders herausfordernd sind. Manchmal sind die Schmerzen stärker als sonst, ein anderes Mal ist das psychische Wohlbefinden stark angeschlagen, oft kommt einfach alles zusammen.
Was mir an solchen Tagen hilft, ist vor allem diese Situation und mein Befinden ganz bewusst, ohne Wertung anzunehmen. Ich finde es sehr wichtig, sich selbst zu sagen, dass solche Momente völlig normal und in Ordnung sind. Ich frage mich nicht, was ich vielleicht falsch gemacht habe. Ganz im Gegenteil, ich frage mich, was ich jetzt brauche, damit es mir wieder besser geht. Die Antwort kommt eigentlich schnell, wenn man auf den eigenen Körper hört. In meinem Fall kann erholsamer Schlaf oder lange Spaziergang schon Wunder bewirken. Wichtig ist nichts zu erzwingen, sondern sich so viel Zeit zu nehmen, wieviel man braucht.

Tage, in denen es uns als Lipödembetroffene schlecht geht, kennen wir sicher alle. Normalerweise macht es mir Spaß, Outfits mit meinen Kompressionsstrümpfen zusammenzustellen, mich darin zu bewegen und mit einer positiven Grundeinstellung durchs Leben zu kennen. Aber bei chronischen Erkrankungen gibt es leider neben den besseren, auch die schlechteren Tage. Da wünsche ich mir einfach nur, gesund zu sein und meinen Körper nicht mit Erkrankungen teilen zu müssen. An solchen Tagen hilft es mir dann, mir positive Affirmationen anzuhören. Mit Kopfhörern kann ich einen Spaziergang machen oder sie sogar beim Putzen oder Wäschefalten hören. Mein Selbstwertgefühl damit zu stärken und mit Atemübungen mein Nervensystem zumindest etwas für den Moment zu regulieren, hilft mir häufig, wieder runter zu kommen und klarer zu sehen. Am nächsten Tag sieht die Welt meist wieder besser aus.

Alles Liebe,
Eure Botschafterinnen von Frauensache
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