
Liebe Leserin, lieber Leser,
mit meinem ersten Beitrag hier auf dem Blog nehme ich euch gleich tief mit in meine Gedankenwelt zu meiner Liposuktion. Denn ich bin einen eher seltenen Weg gegangen. Aber lest selbst:

Mit 3 Jahren habe ich das erste Mal mein kleines Füßchen in eine Turnhalle gesetzt. Seitdem war ich vom Sport nicht mehr loszureißen. Turnen, Akrobatik, Artistik, Tanz und später dann Fitnessstudio und sogar CrossFit. Bewegung ist für mich kein Muss, sondern ein ganz intrinsisch motivierter Teil meines Lebens. Dazu gehört natürlich auch gesunde Ernährung, wobei gesund wohl doch Auslegungssache ist, wie ich gelernt habe.
Aber dazu vielleicht ein andermal mehr.
Nun könnte man sich bei der Geschichte eine wirklich athletische, gesunde Frau vorstellen. Für meinen Oberkörper kann man die Attribute auch durchaus durchgehen lassen. Nur meine Beine haben seit meiner Jugend irgendwie einen anderen Plan gehabt.
Sie haben nie so richtig zum Rest gepasst, waren nie vorzeigbar mit unebener Haut und ständigen blauen Flecken. Schon da haben mich Freunde mit medizinischem/therapeutischen Background auf ein Lipödem angesprochen.
Verfolgt habe ich das aber nie weiter. Was nützt es mir, dem ganzen einen Namen zu geben?
Mit Mitte 30 kam dann der nächste Hormonschwall: Schwangerschaften. In der Zeit habe ich rund 30 Kilo zugenommen und wog knappe 100 kg. Auch bis kurz vor der Entbindung war ich noch sportlich aktiv und hatte keinerlei Beschwerden.
Erst nach dem Ende der Stillzeit spürte ich etwas Neues: Die Beine und der Rest waren zwar wieder etwas schlanker, aber plötzlich war da ein Schmerz. Jede Nacht brannten meine Oberschenkel.
An warmen Tagen fühlten sie sich an, als würden sie platzen. Massierte mein Mann meine Beine, sprang ich fast im Dreieck.

Also trat ich den Weg zu meinem Hausarzt an. Der versicherte mir, dass es kein Lipödem sei (was ich durch meine Freunde als Verdacht äußerte), überwies mich aber zum Glück an einen Dermatologen. Der wiederum war sich seiner Sache sicher. Er diagnostizierte mir Lipödem Stadium II, verschrieb mir eine Flachstickkompression, manuelle Lymphdrainage, ketogene Ernährung und wies mich bereits auf die Möglichkeit einer Operation hin.
Für mich war die Diagnose weder eine Überraschung noch ein Tiefpunkt. Stattdessen war es der Startschuss, mich intensiv mit allem auseinanderzusetzen, was in meiner Macht stand, um meine Symptome zu verbessern.
Seitdem sammle ich für mich und andere ganz viele Erkenntnisse auf Instagram und meinem Blog happylipo.de.
Allgemein habe ich auf Instagram enorm viel Austausch gefunden, den ich bis heute schätze. Unter anderem habe ich eine Influencerin aus meiner Wahlheimat gesehen, die eben auch recht schlank ist und sich hat operieren lassen.
Bisher war das für mich irgendwie noch mit starkem Übergewicht und ausgeprägterem Lipödem gedanklich verbunden.

Das gab mir den Mut, verschiedene Kliniken zu recherchieren und mich dort vorzustellen. Bei zwei Ärzten hatte ich einfach keine gemeinsame Chemie und hätte mich von ihnen nicht operieren lassen wollen. Der dritte hat sich allerdings so viel Zeit genommen, genau meine Beine angeschaut und überlegt was abgesaugt werden könnte.
Dabei war da nie die Rede von vielen OPs oder, dass unbedingt alles an Fett entfernt werden müsste. Das hat mich ehrlicherweise überrascht, da das Bild sonst doch ein anderes ist. Wir haben uns also auf die Areale konzentriert, wo die stärksten Schmerzen saßen und welche die gesamte Silhouette am meisten störten. Im Februar 2026 hat er dann unter örtlicher Betäubung die Oberschenkel Vorder- und Außenseite sowie einen kleinen Teil an der Innenseite des Knies abgesaugt.

Mittlerweile habe ich die Operation weitestgehend gut überstanden und spüre nur noch ein paar taube Stellen. Dennoch fand ich die OP selber sowie die ersten Tage danach anstrengender, als sie manchmal auf Instagram dargestellt werden. Dadurch bin ich sehr froh, nicht in wenigen Wochen direkt wieder unter das Messer zu „müssen“. Ich bin ehrlich: Hätte ich die weiteren Termine schon vereinbart, würde es mir aber sicher trotzdem schwer fallen, diese abzusagen.
Nun kann ich also erstmal schauen, wie sich die Liposuktion auswirkt: sind die Beschwerden an den Stellen wirklich weniger? Verändert sich dadurch allgemein der Lymphfluss positiv oder negativ (auch an unoperierten Stellen)? Wie steckt mein Körper die Veränderungen und hormonellen Auswirkungen weg?
Darüber, nur diese eine OP vereinbart zu haben, bin ich extrem dankbar. Ob es der richtige Weg für mich ist, wird sich über die Zeit zeigen. Aktuell fühlt es sich sehr danach an. Vielleicht ermutigt es ja auch die ein oder andere, nicht gleich alles zu unterschreiben, was die Chirurgen empfehlen, sondern einen individuellen Weg zu finden.
Ich kann euch dazu zumindest nur ermutigen und stehe euch gern auch Rede und Antwort zu meiner Lipödem-Reise. Natürlich halte ich euch gern hier oder auf Instagram auf dem Laufenden!
Alles Liebe,
Elisa
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