Kristin
14.Februar 2019 | Mein Lipödem

Oberschenkelstraffung mit Lipödem

Hallo ihr Lieben!

Heute nehme ich euch mit zu meiner letzten Wiederherstellungsoperation. Und erzähle wie es mir dabei so ergangen ist. Wie ihr ja schon in meinem ersten Beitrag lesen konntet, hatte ich schon eine Bauchstraffung und eine Oberarmstraffung. Also bin ich ja schon ein kleiner Profi in Sachen Wiederherstellungsop. Doch Operation ist Operation und trotzdem geht mir jedes mal mein Hintern tierisch auf Grundeis.

Voruntersuchungen und andere Katastrophen

Zwei Tage vor der Operation musste ich erstmal in die Klinik und zu meinem Chirurgen zur vorstationären Aufnahme. Dazu bekam ich in der Klinik erstmal Blut abgenommen und musste etliche Fragebögen über Vorerkrankungen, Medikamente usw. ausfüllen. Um festzustellen ob es nicht doch einen Grund gibt, weshalb die Op nicht stattfinden kann. Sowie das Gespräch mit dem Narkosearzt und wie bei den zwei Ops zuvor wieder die Frage ob ich wieder Aufwache. Das leider ein Thema welches mich jedes Mal aufs Neue beschäftigt.

Soweit so gut, doch bei meinem Chirurg angekommen musste ich erstmal feststellen, dass ein wichtiger Bericht von meiner Venenärztin bis dato nicht angekommen war. Hieß für mich, ich hab noch 24 Stunden Zeit den Bericht zu besorgen, sonst findet meine Operation zu meinem Selbstschutz nicht statt. Denn der Bericht bestätigt, dass ich keine Tiefenvenen Thrombose oder ähnliches hab. Na prima.

Also hab ich erstmal meine Venenärztin angerufen. Bericht würde die Sprechstundenhilfe von der Praxis direkt zum Chirurg faxen. Also war ich erstmal beruhigt. Doch das hielt nicht lange. Denn der Bericht kam immer noch nicht zum Chirurgen. An diesem Tag rief ich gefühlte 100 Mal bei meiner Venenärztin an. Doch ich wurde immer wieder vertröstet.

Am nächsten Tag reichte es mir, denn ich wollte nicht, dass meine Op auf die ich sechs Monate hin fieberte wie eine Seifenblase zerplatzte. Also beschloss ich den Bericht persönlich abzuholen und zu meinem Chirurgen zu bringen. Bei meiner Venenärztin stellte sich dann heraus, dass es in der Praxis Probleme mit dem Faxgerät gab. Weshalb der Bericht nicht rausging. Mit dem Bericht in meinen Händen ging es dann wieder zum Chirurgen. Und dann bekam ich auch das ok für die Op. Also alle Aufregung umsonst.

Der Tag der Operation

Morgens um 6.30 Uhr musste ich mich auf der Station melden. Ich bekam mein Zimmer gezeigt und welch ein Glück – freie Bettwahl – denn das Dreibettzimmer war leer. Also gleich das beste Bett gesichert, denn ich wusste, dass ich mein Bett für mindestens 48 Stunden nach der Op nicht verlassen würde bzw. dürfte.

Ich bekam mein Ophemd und meine -mütze und musste mich gleich umziehen. Mein Chirurg kam dann auch direkt zum Anzeichen. Das Anzeichnen tat echt weh denn er musste meine Haut an den Oberschenkeln richtig zusammen drücken. Und das Lipödem ist ja sehr druckempfindlich nur es ging leider nicht anders ich musste da durch. Ergebnis war, das Angezeichnete sah aus wie ein Schmetterling.

Kurz darauf wurde ich dann in die Schleuse gebracht. Absolutes Highlight war, ich durfte wach in den Operationssaal. Da ich als erste dran war. Ich muss ehrlich sagen, ich hab vorher immer schon geschlafen wenn ich in den Op geschoben wurde und jetzt sah ich das ganze Werkzeug und die ganzen Geräte. Das machte meine Aufregung nicht besser. Aber ich hatte zwei super liebe Narkoseärzte die mich beruhigten. Und dann wurde ich schon schlafen gelegt.

Hallo wach!

Die Op war vorbei und ich wurde im Aufwachraum wach. Und bekam gleich meine super Dosis Dippi. Ein sehr tolles Schmerzmittel womit ich mich gleich wie auf Wolke 7 fühlte.

Ich hatte es geschafft meine vorerst letzte Wiederherstellungsop. Nach einer Stunde durfte ich auf mein Zimmer zurück. Mein Chirurg kam auch gleich, um nach mir zu sehen. Und erteilte mir vier Tage Bettruhe.

4 Tage im Bett!?! Ein Scherz!

Nicht mal auf Toilette gehen? Nein. Ich durfte das Bett 4 Tage nicht verlassen, um die Wundheilung nicht zu gefährden. Dafür wurde mir während der Op ein Blasenkatheter gelegt. Aber das Ding ist sehr gewöhnungsbedürftig, vor allem wenn man denkt die Blase platzt gleich weil ein knick im Schlauch ist und nix abläuft. Und ich warten musste bis jemand kommt, da ich mich nicht bewegen konnte. Ich sag euch, das war ein Spaß...

Aber die Tage gingen schnell rum, denn zum Glück hatte ich eine nette Zimmernachbarin und auch meine Familie, die mich bei Laune hielt. Denn nur rumliegen ist nicht so mein Ding.

Schmerz wo bleibst du?

Nach den vergangenen Tagen Bettruhe durfte ich endlich das erste Mal aufstehen. Natürlich nicht allein sondern in Begleitung meiner Krankenschwester und meinem Mann. Vorher wurden mir aber noch zwei meiner vier Drainage gezogen. Denn mit 4 Fiffis, wie ich sie nenne, läuft es sich schlecht.

Das Aufstehen war recht unangenehm, denn ich durfte mich nicht auf die Oberschenkel setzen. Denn Sitzen war für die nächste Zeit tabu. Also saß ich erstmal auf meinem Po ganz vorne auf der Kante. Und dann so schnell ich mich versah stand ich. Und wartete auf diesen schlimmen Schmerz mit erwartungsvollem Gesichtsausdruck, dass mein Mann erst dachte mir wird schlecht. Doch dieser Schmerz blieb aus.

Ich bin ein Pinguin!

Da ich meine Beine noch nicht strecken konnte, sahen meine ersten Laufversuche eher aus als wollte ich einen Pinguin nach machen. So watschelte ich nun mit Hilfe von meinem Mann vom Bett Richtung Zimmertür. Im Schlepptau die 2 Fiffis und der Katheder. Mehr schlecht als recht aber es ging. Und ich wollte es auch unbedingt. Nur mit jedem Schritt merkte ich, dass ich an den Beinen was gemacht bekommen hatte. Aber die hängende Haut zwischen den Beinen war weg. Und das war mein Ziel und spornt mich an fleißig Laufen zu üben.

Nach 2 Tagen fleißig übern Gang watscheln, durfte ich nach sechs Tagen das Krankenhaus verlassen. Die Wundheilung verlief soweit problemlos. Herausforderung war auf Toilette gehen und das Aufstehen. Allerdings wusste ich, in paar Wochen lach ich drüber. Und so war es. Es ging von Tag zu Tag besser.

Fazit nach der Operation

Ich würde die Operationen immer wieder machen. Sie waren die beste Entscheidung auf meinem Weg zum Ziel. Die störende Haut ist weg. Sie hat mich zum Lipödem zusätzlich belastet. Jetzt liegt mein Fokus auf dem Lipödem und ich habe eine Baustelle weniger.

Ein neues Kapitel kann beginnen.

Eure Kristin

Dein Experte vor Ort unterstützt Dich!

Du suchst ein Sanitätshaus oder einen Fachhändler in Deiner Nähe, der Deine Fragen zum Thema Lipödem beantwortet und Dir professionelle Beratung bietet? Dann nutze unsere Fachhändlersuche.

Jetzt Experten finden
0 Kommentare
Kommentieren

Dein Kommentar wurde erfolgreich abgeschickt.
Der Kommentar wird in ein paar Minuten erscheinen.

Unsere Blogger

Leben mit Lipödem: Diese tollen starken Frauen erzählen Dir aus ihrem Alltag! Schau doch mal rein in ihren Blog.

Blogger werden

Du hast ein Lipödem, kennst Dich gut damit aus oder hast Angehörige, die ein Lipödem haben? Du schreibst gerne oder hast vielleicht schon Deinen eigenen Blog? Dann bewirb Dich bei uns als Blogger.

Jetzt Blogger werden
Netiquette

Wir wollen, dass Du von dieser Seite profitierst. Du findest hier starke Frauen, die über ihr Lipödem schreiben ‒ eine sehr persönliche und intime Sache! Deshalb bitten wir alle User um einen netten Umgangston miteinander. Vielen Dank.

8 goldene Regeln