Selbstbewusst Leben mit Lipödem

Britta

Britta

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Britta Beckmann | FRAUENSACHE

Hallo zusammen,
schön, dass ihr hergefunden habt. Ich möchte mich gern einmal vorstellen. Mein Name ist Britta, ich bin 33 Jahre alt und komme aus dem Sauerland.
Vor ca. 10 Jahren bekam ich die Diagnose Schilddrüsenunterfunktion, welche sich im Laufe der Jahre als Hashimoto herausstellte. Mittlerweile keine Seltenheit. Vor einigen Wochen bekam ich dann, nach vielen Jahren der Quälerei, die offizielle Diagnose Lip-und Lymphödem. Arme und Beine!

Ich wusste das schon seit 2012, aber die lieben Ärzte wollen sowas ja leider nicht erkennen oder wahrhaben. Wobei viele ja scheinbar auch wirklich keine Ahnung haben. Nun ist es ja so oder wenigstens mir ging es so, erstmal Infos sammeln, Meinungen einholen und PANIK! Was heißt das jetzt für mich? Was passiert? Kann ich jetzt alles essen was ich will, weil ich ja eh nichts für meine Figur kann und es nicht verändern kann!?

Das Bedürfnis mehr aus sich zu machen

NEIN! Auf gar keinen Fall. Natürlich gab es auch viele Niederlagen und Momente in denen ich meinen Körper wirklich sehr verflucht habe und es auch heute noch manchmal mache. Aber es ist doch so, man kann im Großen und Ganzen trotzdem ein wunderschönes Leben erleben und genießen! Man steht sich oft einfach auch selbst im Weg, besonders gedanklich.

Als ich meine erste Kompression bekam, den ersten Schock verdaut hatte und merkte wie schön fest alles sitzt, begann ich relativ schnell von Hosen auf Kleider und Röcke umzusteigen. Man kann die Kompression so viel besser nachziehen und hat eine ganz tolle Beinfreiheit. Ich begann wieder mit Schwimmen und Nordic Walking – letzteres klappt im Übrigen ganz wunderbar im Kleid – und bekam auch Lust wieder mehr aus mir zu machen.

Nicht dass ich mich vorher nur hab gehen lassen, aber wenn man sich unwohl fühlt, dann spiegelt man das schon stark nach außen wieder. Aber wem erzähl ich das, das kennen wir doch alle oder?

Nicht jeder Blick ist negativ

Liebe Mädels, ob betroffen oder nicht, wir haben alle nur dieses eine Leben. Die Zeit ist viel zu kurz um Trübsal zu blasen und uns zu fragen warum es uns getroffen hat. Lasst uns der Welt zeigen, dass wir zu uns und unserem Körper stehen und genießt es auch wieder neu gewonnene Freiheiten auszukosten. Und wenn es nur die Leidenschaft ist, endlich wieder Kleider zu tragen. Wenn wir anfangen uns wieder wohler zu fühlen, dann spiegeln wir das auch nach außen und können unser Umfeld beeinflussen.

Nicht jeder Blick von Fremden ist negativ. Meine Erfahrung ist schon so oft gewesen, dass man einfach mal bewusst lächeln sollte. Es kamen so häufig Menschen auf mich zu, die einfach nur wissen wollten, wo ich mein Kleid herhabe oder wer mich denn so hübsch geschminkt hat. Natürlich war nicht jeder Blick nur nett und positiv, aber ich für meinen Teil habe mir auf jeden Fall angewöhnt mehr zu lächeln und somit mein positives Gemüt auf andere zu übertragen.

Positiv und selbstbewusst

Natürlich klappt das nicht immer, aber wenn wenigstens ein Mensch mit mir lächelt, habe ich doch schon gewonnen! Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn ihr das selbst mal ausprobiert und mich wissen lasst, wie es euch dabei ergeht und ob ihr ähnlich positives Feedback bekommt.

Ich glaube fest, dass wir mit einer positiven Einstellung zwar nicht unsere Erkrankung/en bekämpfen können aber doch ein besseres Körpergefühl erlangen können. Lasst uns den Mitmenschen und uns selbst die Zweifel und Unsicherheit nehmen.

Seid selbstbewusst –  wenn ich das schaffe, schaffst du es genauso. Ich freue mich sehr, wenn du bis hierher gelesen hast und hoffe wir lesen uns bald wieder.

Deine Britta

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Kommentare

22 Antworten

  1. super geschrieben, So wie dir erging es mir auch. Seitdem die Diagnose gestellt wurde, seit c. 6 Jahren, in Wirklichkeit aber seit der Geburt meines Kindes (vor 28 Jahren) habe ich immer wieder heute noch Probleme mit der MLD und Kompressionssachen. Habe Lip/lymphödemen an den Beiben und Armen. behandelt werden nur die Beine, da an den Armen nur Lipödeme sind, bekomme ich da nur ein Blero mit ärmeln, keine Mld.

  2. Ich liebe Geschichten aus persönlicher Erfahrung. Und deine kommt wirklich aus deinem Herzen. Und, so wohltuend, du kommst ganz ohne Belehrungen aus.
    Ich trage jetzt auch eher Kleider. Und fühle mich hübscher und lebendiger mit Kompression. Liebe Grüße Mara

  3. Liebe Britta,
    Ein ganz tolles Bild und eine tolle Geschichte, die du hier teilst! Mit den Kleidern geht es mir ähnlich. Früher war ich eine graue Maus und jetzt können die Kompressionen nicht bunt genug für mich sein. Und ein Lächeln schadet nie 🙂 in dem Sinne, alles Liebe!

  4. Liebe Britta! Ich kenne dich seit ein paar Wochen persönlich und ich kann dir bestätigen, dass du positiv und auch sebstbewusst auf andere wirkst. Dein Lächeln und dein Lachen sind ansteckend! Bleib so wie du bist… eine ganz tolle Frau!

  5. Toll was ihr so auf die Beine Stellt u.wie ihr euch durchkämpft,hoffentlich gibt es bei uns in MV auch Mal was positives.
    Viele Fachärzte,sind noch sehr engstirnig,was unsere Krankheit betrifft.Ich war Mal bei einem Arzt der lip u.lympfpartienten betreut,selbst der meint, nimm ab u.es wird besser.Man mag schon nirgends mehr hin gehen man fühlt sich einfach unverstanden u.nicht genug betreut.
    Bin selber seit mein19 Lebensjahr erkrankt u.ich werde 54.
    Habe Stadium 3/4.
    Also Dankeschön und.weiter viel Erfolg.

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