
Ich bin Sandra, 34 Jahre alt und lebe mit meiner kleinen Familie im schönen Schleswig-Holstein.
Zu uns gehört auch unsere Labrador-Boxer-Hündin.
Ich bin selbst vom Lipödem im Stadium 2 betroffen und habe meine Diagnose vor über 8 Jahren erhalten. Mit diesem Artikel möchte ich dich ein Stück in meine Geschichte mitnehmen und dir zeigen, dass du damit nicht allein bist.

Ich würde sagen, ich stecke seit über 20 Jahren im Diätkreislauf.
Oder steckte? Ganz ehrlich, das wäre vielleicht zu schön, um wahr zu sein.
Alles begann schon in meiner Jugend. Obwohl ich einen völlig normalen Körper hatte, fing ich an, mich ständig mit anderen zu vergleichen. Irgendwann startete ich meine erste Diät und blieb nicht bei dieser einen. Geprägt von Schönheitsidealen aus Medien und Gesellschaft erschien es mir völlig normal, immer weiter an mir arbeiten zu müssen.
Ich habe im Laufe der Jahre unzählige Diäten ausprobiert. Kurzfristig haben sie oft funktioniert. Langfristig nie. Der Jo-Jo-Effekt war mein ständiger Begleiter und ein entspanntes Verhältnis zum Essen? Fehlanzeige. Irgendwann fiel mir auf, dass ich trotz immer größerem Aufwand nicht mehr so leicht abnehmen konnte.
Selbst wenn ich Gewicht verlor, blieben meine Beine unverändert. Vor etwa 8 Jahren kamen dann Schmerzen dazu. Blaue Flecken, Druckempfindlichkeit und dieses diffuse Gefühl, dass „etwas nicht stimmt“. Ich begann zu recherchieren und stieß schließlich auf das Lipödem.
Ein Arzt bestätigte schließlich meinen Verdacht. Ich bekam Kompressionskleidung verschrieben, aber mehr nicht. Keine wirkliche Aufklärung, keine ganzheitliche Unterstützung. Sollte ich eine OP wünschen, sollte ich mich nochmal melden. Auf eigene Kosten natürlich.
Ich bekam nur noch den Rat: Konsequent auf Zucker verzichten und am besten auch auf Weizen. Eigentlich auf alles, „was Spaß macht“.
In diesem Moment fühlte es sich an, als hätte ich die Kontrolle komplett verloren. Ich hatte so lange versucht, alles richtig zu machen und plötzlich hatte ich das Gefühl: Mein Körper arbeitet gegen mich. Ich bin dieser Situation ausgeliefert. Und wenn ich es nicht schaffe, „perfekt“ zu essen, bin ich selbst schuld. Diese Gedanken haben mich noch tiefer in den Kreislauf gezogen.

Kommt dir das bekannt vor? Hast du vielleicht eine ähnliche Geschichte erlebt?
Dann schreib es gerne in die Kommentare. Ich freue mich, von dir zu lesen 💛
Im zweiten Teil erfährst du, wie mein Zuckerverzicht wirklich lief, ob er einen Einfluss auf mein Lipödem hatte und welche Ernährung ich heute als Betroffene und Ernährungsberaterin empfehle.
Spoiler: Die Antwort wird dich vielleicht überraschen…
Liebe Grüße,
Deine Sandra
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5 Antworten
Hallo Liebe Sandra und wie ich das kenne, zig verschiedene Ernährungen ausprobiert, immer in der Hoffnung, jetzt müssen die Beine aber endlich mal schlank werden, Sport bis zum umfallen, obwohl ich am Oberkörper abnahm, tat sich unterhalb der Hüften nichts. Dumme Sprüche von Ärzten und mit- Sportlern. Damals wusste ich noch nicht, dass ich ein Lipödem habe, mittlerweile trotz Kompression Strümpfe, Stadium 2. LG Gabi
Liebe Gabi, danke für deinen Kommentar! Auf der einen Seite schön, wenn man endlich weiß woher es kommt und dass man nicht Schuld ist. Auf der anderen Seite ist es ein langer Weg die für einen selbst passende Ernährungsform zu finden, ohne Geißelung, die aber idealerweise trotzdem einen positiven Effekt auf Schmerzen und Wassereinlagerungen hat.
Lg
Sandra
Liebe Sandra,
ich habe mich da in vielem selbst auch erkannt. Ich bin jetzt 62 Jahre, Lipödem Stadium 2 und seit einigen Jahren auch Lymphödem, beides in den Beinen und hatte schon als junges Mädchen das Gefühl, dass etwas mit meinem Körper nicht stimmt. Zig Diäten und Versuche, mit Sport, meinen Körper zu “modellieren”. Drei Schwangerschaften, die angeblich mit schuld an meinen “Wassereinlagerungen” sein sollten, falsche Ernährung, zu wenig Sport und Disziplin. Ständig das Gefühl, nicht richtig, nicht gut genug zu sein und selbst schuld an allem, fühlte ich mich alleingelassen und zog mich immer mehr in mein Schneckenhaus zurück.
Erst nach einer psychosomatischen Reha wegen Depressionen wurde mir insoweit geholfen, dass ich Lymphdrainage für die Beine bekam und im Abschlussbericht die dringende Empfehlung, wegen der Beine einen Spezialisten aufzusuchen. Endlich nahm die Sache Fahrt in die richtige Richtung auf, aber da war ich schon 56! Heute denke ich, warum müssen die meisten Frauen erst eine jahrelange Odyssee über sich ergehen lassen, bis eine richtige Diagnose und Hilfe kommt. Ich habe mich so oft alleingelassen und schlecht gefühlt. Habe Depressionen und Essstörungen entwickelt, aus denen ich heute nur sehr schwer, wenn gar nicht herauskomme.
Liebe Grüße und alles gute an alle Frauen, die die gleichen Probleme und Erfahrungen haben. Mögen sie an die richtigen Ärzte, Therapeuten und Informationen kommen, die ihnen helfen und sie weiterbringen und das möglichst zeitnah.
Liebe Sandra,
Danke für deinen Beitrag. Du sprichst mir so aus der Seele. Ich bin jetzt 70 Jahre und mit 58 habe ich es erst erfahren. Außer 1 x die Woche Lymphdrainage und dem Tragen von Kompressionsstrümpfen mache ich nicht viel gegen diese Erkrankung. Ja, einmal die Woche noch Wassergymnastik und alle 3 Monate in die Gefäßklinik für neue Rezepte und halbjährliche Untersuchung der Venentätigkeit. Wie du bin ich frustriert. Kenne die Blicke, wenn ich mal ein Stück Kuchen esse: “Musst dich ja nicht wundern, wenn du so dick bist.” Mein Mann ist praktischer Arzt gewesen, doch keine Hilfe in dieser Beziehung. Er setzt sich mit dieser Erkrankung nicht auseinander. Verzweifelt bin ich oft, da diese Krankheit mein Leben dominiert und viel Zeit kostet. Frust beim Einkaufen von Hosen kennst du sicher auch. Die meisten zu eng am Knie. Oder so weit, dass ich mich doppelt so dick fühle. Bin mit Grad 2 bei Gr. 48/50 angelangt und oft traurig deswegen. Habe mir 3 kleine Hunde zugelegt und freue mich über sie. Bin in einer Selbsthilfegruppe. Da habe ich gute Tipps erhalten. Irgendwie weiß ich nicht mehr, was ich essen soll. Wenn ich 5 kg abnehme in 3 Monaten, sind 6 kg wieder drauf in 3 Monaten. Diese Frustspirale ist endlos. Warum wir es nicht eher vom Arzt erfahren, kann ich dir nicht beantworten. Ich war 58. Habe ebenfalls 3 Kinder. Nach den Wechseljahren ging ich auf wie ein Hefekloß. Habe Gewichtsabnahme aufgegeben. Versuche es zu halten, das ist schwer genug. Wir dürfen nicht aufgeben, jeden Tag neu kämpfen. LG an Alle von Kerstin
ICh fühle hier mit euch allen mit. Meine Diät”karriere” begann mit 14. Meine Beine waren immmer dicklich, und mit Oberweite war ich auch ausgestattet. 75B mit 12, dann pendete es sich bei 85 D ein. Ich habe keine Kinder bekommen und kaum hormonell verhütet. (Pille)
ICh dachte immer, wenn ich dünn wäre, hätte ich ein tolles Leben. ICh hatte so viel blaue Flecken und war oft beinmüde nach Anstrengungen, ihr wisst, was ich meine.
ICh war bei 84 kg, meine damalige Frauenärztin meinte, ich solle man die Nudeln weglassen. Ich fragte sie, was sie meint, ob ich wohl täglich Nudeln essen würde.
Mit 46 wurde nach einer Schmerzodysee über 5 Jahre meine Fibromyalgie diagnostiziert.
Mit 50 begann es mit den Wechseljahren deutlich merkbar. Ich ging gefühlt auf wie Hefeteig. Ich habe mit Anne Fleck/Ernährungsdocs, versucht, abzunehmen, ein 3/4 Jahr nach ihrem Buch gegessen, alles gelesen und diszipliniert mitgemacht, kaum Kohlehydrate, alles aufgeschrieben was ich esse, ich habe zu der Zeit 4 x wöchentlich Sport gemacht. Aquafitness, Tangotanzen, Radfahren.Yoga, walken. Jeden Morgen 20 min. turnen.
Aber ich wurde immer mehr, in 3 Jahren hatte ich 18 kg dazubekommen. Nur unglücklich, 24/7 über Ernährung gelesen, immer neue Versuche , immer wieder Ärzte aufgesucht , auch die Endokrinologin. Meine Fibroschmerzen, die ich kannte, veränderten sich, besonders in den Beinen, meine Kniescheiben wurden “unsichtbarer”.
Von keinem Arzt Hilfe, keine Unterstützung.
Vor 3 Jahren dann endlich bei einem tollen Arzt vorgestellt, mit der Angst, dass er wieder sagt, ich solle dies oder jenes machen…Aber er nahm sich Zeit, bat mich nach einer halben Stunde Gespräch: “Würden Sie mir bitte ihre Beine zeigen?” Toll, das hatte ich noch nicht erlebt.
Diagnose: Lipödem Stadium 2.
Nun arbeite ich seit 3 Jahren daran, mit beiden Erkrankungen klarzukommen.Trage Flachstrick, so oft es geht.Bekomme regelmäßig Lymphdrainage.
Dreistelig zu wiegen, das war mit so ein Graus. ICh habe es mühevoll geschafft, mit einer weiteren ErnährungsApp, verändertem Sportprogramm, u.A. moderatem Kraftsport und Schwimmen 98 kg zu wiegen. Das klebt an mir wie die Fliege an dem Haufen.
Mittlerweile habe ich 51 % Muskelmasse. Aber für Ärzte bin ich adiopös und muss abnehmen. Aber wie??