
Liebe Leserin, lieber Leser,
mich hatte es mal wieder erwischt. Eigentlich war ich richtig guter Dinge, dass ich verschont bleibe. Mein Freund war krank, wir haben sogar getrennt geschlafen – also wirklich alles gegeben. Als er wieder fit war, habe ich mich noch top gefühlt. Ich dachte: Yes, dieses Mal nicht mit mir!
Tja. Ein paar Tage später habe ich schon gemerkt: Meine Beine sind noch berührungsempfindlicher als sonst. Damit meine ich nicht diese typischen Gliederschmerzen, die man bei einer Erkältung kennt. Es war dieses bekannte, tiefere Lipödem-Gefühl.
Einen Tag später kamen die Halsschmerzen. Dann Kopfschmerzen. Dann Schnupfen. Dann Fieber. Also aus die Maus.

Bei einer Erkältung spricht man ja oft von „Gliederschmerzen“. Mit Lipödem kann sich das Ganze aber noch intensiver anfühlen. Unser Lymphsystem läuft in dieser Zeit nämlich auf Hochtouren. Es ist quasi die innere Polizei unseres Körpers – filtert Viren, aktiviert Immunzellen, räumt auf, was da nicht hingehört.
Genau deshalb ist bei einem akuten Infekt klar: Keine Manuelle Lymphdrainage. Kein Lymphgerät. So schwer es fällt – zusätzliche Anregung wäre jetzt einfach zu viel. Der Körper hat gerade andere Prioritäten.
Also Therapie absagen – und ja, das ist okay, das war tatsächlich mein erster Schritt, bei meiner Physiotherapeutin anzurufen und meinen Termin abzusagen. Echt ärgerlich – vor allem, weil ich die Woche davor schon keinen Termin hatte, da sie krank war. Aber ich weiß: MLD und Lymphgerät sind bei Infekt tabu. Manchmal ist Selbstfürsorge eben nicht „Durchziehen“, sondern „Stopp sagen“.

Für mich hieß es: Viel trinken. Kompression an, wenn es sich gut anfühlt. Beine hoch. Ruhen.
Ich dachte nach drei Tagen schon: „Ach, das geht wieder.“ Tja… einen Tag später habe ich die Quittung bekommen und praktisch den ganzen Tag geschlafen. Man muss wirklich lernen, auf seinen Körper zu hören. Und ich lerne das auch immer noch.
Es ist wirklich Wahnsinn, was unser Körper in so einer Zeit macht. Das Lymphsystem ist komplett damit beschäftigt, die Viren wieder loszuwerden. Ich sag euch: Ich bin gefühlt im Minutentakt zur Toilette gerannt.
Kaum hatte ich die Kompression wieder über den Popo gezogen, musste ich schon wieder. 🙈
Trotzdem habe ich gemerkt, wie sehr ich Wasser eingelagert habe. Ist auch logisch: Kaum Bewegung, außer morgens die Gassi-Runde mit dem Hund. Nachmittags hat mein Freund die Hundebeschäftigung übernommen und ich das Sofa.
Und wisst ihr was? Das war auch richtig so.

Wenn wir krank sind, gibt es bei uns immer unseren Zitronen-Ingwer-Shot.
Du brauchst:
150 g Ingwer
500 ml Wasser
Saft von 4 Zitronen
180 g Honig
Ingwer schälen, in Scheiben schneiden und mit kochendem Wasser übergießen. Ca. 8 Minuten ziehen lassen, dann abseihen und etwas abkühlen lassen (nur noch lauwarm).
Dann Zitronensaft und Honig dazugeben und mit dem Schneebesen verrühren, bis sich alles aufgelöst hat.
Scharf? Ja.
Hilfreich? Für uns absolut.
Probiert es gerne mal aus.
Ich bin nicht „schwach“, wenn ich pausiere.
Therapie darf ausfallen.
Mein Immunsystem hat Vorrang.
Lipödem macht Infekte nicht schlimmer, aber oft spürbarer.
Vielleicht kennst du das ja auch:
Diese Mischung aus „Ist doch nur eine Erkältung“ und gleichzeitig „Warum fühlen sich meine Beine an wie Blei?“
Dann fühl dich gedrückt. 🤍
Deine Sabine
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Eine Antwort
Liebe Sabine,
ja das kenne ich leider auch, wenn ich erkältet bin. Und ja, man denkt viel zu oft “ach das geht schon, so schlimm ist es doch gar nicht” und leider übernimmt man sich dann viel zu oft und bekommt sofort die Quittung. Gerade wir Mädels mit Lip- (und auch Lymph-)ödem müssen da denke ich mehr an uns und unsere Gesundheit denken, gerade WEIL unser System schon so unter einem gewissen “Dauerstress” steht.
Dein Beitrag hat mir einmal mehr gezeigt, dass es völlig okay ist, sich zu erholen und sich auch die Ruhepause zu nehmen.
Vielen Dank auch für das Rezept, das wird definitiv ausprobiert 🙂
Liebe Grüße,
Sammy