
Liebe Leserin, lieber Leser,
wenn wir ein Kind nach unserer Lipödemdiagnose bekommen, haben wir meistens unser eigenes Selbstmanagement etabliert oder zumindest einige Säulen, wie das Tragen der Kompression, in unser Leben eingeführt. Dennoch ist das Leben mit einem Baby oder Kleinkind nochmal eine neue Herausforderung, die auch Hürden mit sich bringen kann. Was ich daraus gelernt habe und dadurch meiden würde, verrate ich euch in diesem Beitrag.

Wer zahlreiche schlaflose Nächte hinter sich hat, der kann lange auf die Motivation, Dinge des Selbstmanagements im Alltagsstress umzusetzen, warten. Leider ist da Disziplin die sicherere Variante. No-Go Nr.1: Einfach in den Alltag hineinleben. Besonders morgens ist es meist chaotisch und hektisch. Mein Tipp: Die Kompression zum Beispiel abends mit den Handschuhen bereits rauslegen und vorbereiten. Mein Geheimtipp: Das Kind in den Anziehprozess einbeziehen. Meine Tochter mag es zum Beispiel parallel kurz mit den Handschuhen zu spielen. Sie ist von klein auf an den Prozess gewöhnt. Um meine Beine regelmäßig einzucremen, habe ich die Bodylotion am Nachttisch stehen. So kann ich mich noch eincremen, während ich schon kaputt im Bett liege. Kleine Routinen können den Alltag erleichtern.

Wir können uns als Mamas noch so viel vornehmen, der Alltag kann manchmal unberechenbar verlaufen. Das Baby will mittags nicht schlafen, ein unvorhersehbarer Termin ermöglicht es nicht, das gesunde Gericht zu kochen und schon kann das Selbstmanagement ins Schwanken geraten. No-Go Nr.2: Nicht an starren Strukturen festhalten.
Flexibel zu bleiben, kann den Druck rausnehmen und den Drang nach Perfektionismus verringern. Es macht zum Beispiel Sinn, schnelle Rezepte zu kennen, die trotzdem für die persönliche Ernährungsweise funktionieren. Wenn keine Zeit da ist, Sport zu machen, können wir einen Nachmittagsspaziergang an der frischen Luft einbauen oder mein Favorit, eine Runde gemeinsam zu Hause tanzen. Und wenn mal nichts geht, dann ist das auch absolut in Ordnung. Das geht auch gesunden Mamas so.
Sich mit anderen zu vergleichen, besonders mit Frauen, die keine Kinder haben, ist nie gesund. Jeder geht seinen eigenen Lebensweg und trifft die eigenen Entscheidungen. No-Go Nr.3: Andere zum eigenen Maßstab machen. Das Idealbild eines anderen Menschen zu verfolgen frustriert nur und erzeugt Leistungsdruck. Dabei kennen wir so oder so gar nicht das wahre Leben der anderen Person. Niemand ist schließlich perfekt. Am besten orientieren wir uns nur an uns selbst und unseren eigenen Wünschen und vor allem Möglichkeiten. Das gilt für alle Lipödembetroffenen, nicht nur für Mamas. Mein Tipp: Lass dich inspirieren, das kann manchmal erfrischend sein. Aber personalisiere es dann für dich.
Ihr leistet tolle Arbeit, seid also nicht so streng mit euch.
Eure Marlene
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