
Liebe Leserin, lieber Leser,
wenn man über das Lipödem spricht, haben alle vor allem sehr voluminöse Beine vor Augen. Die anderen Symptome, wie sehr starke Schmerzen, werden meistens nicht wahrgenommen. Dabei weiß man mittlerweile, dass das Lipödem zur Entwicklung teilweise schwerer Begleiterkrankungen führen kann. Dazu gehören psychische Probleme, gynäkologische Störungen, muskuloskelettale Beschwerden, Stoffwechsel -und Venenerkrankungen.
In meinem Beitrag möchte ich über eine Begleiterkrankung schreiben, die ich entwickelt habe, nämlich das chronische Fatigue Syndrom.

Am Anfang dachte ich ständig, dass ich eine Grippe bekomme, denn genau so fühlte ich mich. Zu den dauerhaften Kopf- und Gliederschmerzen kam mit der Zeit Übelkeit und starker Schwindel dazu. Ich entwickelte Herzrasen, Schweißausbrüche und kriegte schlecht Luft. Meine psychische und körperliche Belastbarkeit wurde dabei immer geringer. Doch niemand konnte mir sagen, woran das liegt.
Beim chronischen Fatigue Syndrom geht es grob zusammengefasst um einen dauerhaften Erschöpfungszustand. Leider gibt es keine konkrete Untersuchung, die diese Erkrankung bestätigen kann und meine Blutwerte waren in Ordnung. Also wurde ich von einem Spezialisten zu dem anderen geschickt, die aber alle nichts feststellen konnten. Da ich schon wegen Depressionen in Behandlung war, hat man sich auf eine schwere Episode geeinigt. Es folgten mehrfach Medikamentenwechsel, die leider keine Verbesserung erzielen konnten. Ich war einfach nur verzweifelt.
Die Klarheit kam dann letztendlich vom Lymphologen.
Ich hätte nie gedacht, dass mein allgemein schlechter Zustand mit dem Lipödem im Zusammenhang stehen kann. Während der Kontrolluntersuchung beim mich behandelten Lymphologen erzählte ich ihm von meinen Problemen und überraschenderweise sagte er sofort, dass ich bestimmt das Fatique Syndrom entwickelt habe.

Es gibt keine Medikamente, die man gegen diese Erkrankung nehmen kann. Das Wichtigste ist, sich die eigene Energie gut einzuteilen. Ich musste viel über mich lernen, damit ich die Reaktionen meines Körpers besser einschätzen kann. Eine sehr große Hilfe waren mir die Unterlagen aus der Charité Klinik, die meine Psychiaterin für mich angefordert hat.
Es war mir sehr wichtig über meine Erlebnisse zu schreiben, da das Lipödem immer noch zu den Erkrankungen gehört, die viel zu wenig erforscht sind.
Mit meinem Beitrag möchte ich auch zu mehr Aufklärung in unserer Gesellschaft beitragen, denn das Lipödem bedeutet viel mehr, als dicke Beine! Es ist eine sehr ernst zu nehmende Erkrankung.
Eure Elisabeth
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Eine Antwort
Vielen Dank genau so geht es mir .Christel Hammel