
Hi, ich bin Alexandra, 50 Jahre alt, Mutter eines Teenies, Partnerin und Organisatorin des täglichen Wahnsinns. Meine Brötchen verdiene ich als Unternehmensberaterin und Stresscoach. Seit wann ich das Lipödem habe, kann ich gar nicht bestimmt sagen. Seit der Diagnose nach einem heftigen Schub diesen Jahres schaue ich Fotoalben durch, und überlege mir immer wieder, ob diese oder jene Rundung am Oberschenkel bereits erste Anzeichen waren?
Da ich mit 1,80m recht groß bin, habe ich nie so recht zu der angebotenen Mode gepasst und somit auch nie den Vergleich mit meinen Freundinnen aufgenommen. Ich konnte mit Kleidergröße 42 und Schuhgröße 42 eben nicht mal eben Kleider mit meinen sehr viel kleineren Freundinnen tauschen. Und auch die Geschäfte hatten 1990 noch nicht den Bedarf an hübschen Schuhen und Anziehsachen für große Frauen erkannt. Faktisch bin ich die Erfinderin der ¾ Mode. Denn in den meisten Fällen waren Shirts und Hosen zu kurz. Erst nach und nach wurde das Angebot erweitert und modischer, so dass ich die Proportionen immer mit meiner Größe in Zusammenhang gebracht habe, aber nie mit dem Lipödem.
Dass ich ein wandelnder blauer Fleck war, nahm mein Mann mit Humor hin und machte sich auch den einen oder anderen Gag daraus mit nur einem Fingerdruck einen nachhaltigen Abdruck zu erzeugen. Schwaches Bindegewebe. Kommt vor.

Dass meine Proportionen irgendwie komisch sind, habe ich erst nach der Geburt meines Kindes vor 17 Jahren bemerkt. Aus der Schwangerschaft kam ich mit 0 kg Mehrgewicht raus. Aber im Jahr danach nahmen auf einmal die Oberarme und Oberschenkel an Umfang zu. Auch die Waage zeigte auf einmal eine Zahl im dreistelligen Bereich. Zum ersten Mal in meinem Leben dachte ich überhaupt an abnehmen. Unsere Hochzeit stand an und da wäre es doch nett, das alte Gewicht zurück zu bekommen. Ich muss euch nicht verraten, dass ich es nicht mehr zweistellig schaffte.
Die Jahre danach waren von vielen einschneidenden Ereignissen geprägt. Ein paar Kilo zu viel die Folge. Der Stress eben. Aber immerhin passten mir 17 Jahre lang die gleichen Hosen, darum keine weiteren Gedanken an das Gewicht verloren. Wenn die stressige Zeit vorbei ist, kann ich ja wieder abnehmen. Schmerzen hatte ich auf Grund des Lifestyles keine. Weswegen vermutlich kein Arzt auf die Idee kam, mal genauer hinzuschauen. Dabei waren die Anzeichen mittlerweile sicherlich gegeben. U.a. habe ich für die längste Holztreppe der Welt trainiert und bei dem Training, welches einem Marathon gleichkommt, kein Gramm verloren. Für den Endokrinologen den ich daraufhin kontaktierte kein Thema. Auch nicht für den Hausarzt, den Frauenarzt – alle Blutwerte und Hormone waren und sind ok. Fand das außer mir niemand komisch mit dem fixen Gewicht?
Die Erkenntnis kam Anfang 2025. Im Herbst 2024 hatte ich mir eine schöne neue Bluse gekauft, da die alten Blusen warum auch immer an den Oberarmen nicht mehr passen wollten und auch am Handgelenk irgendwie zu eng waren. Vielleicht zu warm gewaschen??? Egal. Die neue Bluse war einfach ein Traum. Umso schlimmer, als sie im Februar zu einem beruflichen Anlass ebenfalls an den Armen zu eng war. Wie kann das sein????
Es folgte eine Achillessehnen-Entzündung, die einfach nicht weg gehen wollte. Nach mehreren Wochen suchte ich einen Orthopäden auf. Erzählte ihm von meinem Problem und dass ich in der Woche X km Walke und vermutlich die falschen Schuhe anhatte und nun die Sehne etwas gereizt sei. Das komische Gesicht konnte ich mir erstmal nicht erklären. Im Nachhinein dann schon. Da erzählt ihm die Dicke mit den X-Beinen, dass sie Sport macht? Nie im Leben!
Und dann habe ich es irgendwann selbst gesehen. Mein Spiegelbild, als ich irgendetwas getragen habe. Viel zu viele Kilos auf den Rippen, X-beiniges Gewatschel. Ich war so erschrocken. Das bin ich nicht! Und dann habe ich genauer hingeschaut. Ich hatte gar keine Knie mehr. Das Gewebe an den Oberschenkel sah nur noch dellig aus. Und auf einmal hatte ich auch wahnsinnige Schmerzen bei Berührung und es fühlte sich so an, als würde das Gewebe einfach vom Muskel herunterfallen. Auch die Oberarme nahmen noch einmal rapide an Umfang zu. Wäsche aufhängen wurde zum Kraftsport. Lange Fahrten zum Kunden mit unsagbaren Schmerzen verbunden. Die Kurzatmigkeit beim Treppen steigen führte ich anfangs auf eine Erkältung zurück, doch auch nach Wochen glich der Weg in den ersten Stock unseres Hauses einer Gipfeltour. Eine Freundin äußerte daraufhin die Vermutung, dass ich Lipödem haben könnte. So mit den Schmerzen und dem Problem beim Treppensteigen, sei das schon sehr eindeutig. Somit suchte ich eine Fachärztin auf, welche mir Lipödem Stadium III in Armen und Beinen bescheinigte. Ich war fassungslos. Da Ernährung und Bewegung bei mir bisher scheinbar dazu geführt hatten, dass ich 17 Jahre und mehr schmerzfrei mit dieser Krankheit gelebt hatte, wurde mir Flachstrickkompression und Lymphdrainage verordnet. Seit April trage ich jeden Tag meine Kompression und möchte sie nicht missen. Sie macht mein Leben nicht schmerzfrei, aber reduziert diese auf ein erträgliches Maß.

Mittlerweile habe ich die Kilos von dem letzten Schub fast wieder runter. 17 kg und damit auch 10 cm Knieumfang sind Geschichte. Bewegung somit auch eingeschränkt wieder möglich, aber große Teile meines Lebens funktionieren nicht mehr. Job, Haushalt, Freizeitgestaltung sind stark eingeschränkt. Daneben bin ich mit meiner Größe von 1,80 m und aktuell 118 kg Gewicht mit keiner DIN NORM kompatibel, weswegen für mich direkt klar war, dass ich eine Liposuktion machen lassen möchte.
Mein Fazit aus meiner ganz persönlichen Lebenserfahrung:
Ich werde euch berichten, wie es weiter geht.
Du hast Fragen? Dann schicke sie mir. Ich freue mich auch, wenn Du mir bei Insta folgst.
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