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Therapie

Ein Lipödem ist nicht heilbar, aber mit dem richtigen Therapieplan lässt es sich gut in den Griff bekommen und positiv beeinflussen. Auf dieser Seite findest Du alle Informationen zu Deiner Therapie und einen Zeitstrahl, wann Du was angehen solltest.

Therapie - Deine starke Seite

Das Lipödem ist eine chronische Erkrankung, die Dich Dein ganzes Leben begleiten wird. Damit lässt es sich aber ganz gut leben, wenn Du Dich richtig therapieren lässt. Dabei spielt Deine innere Einstellung eine große Rolle. Mit Lipödem ist es ähnlich wie mit Diabetes: Natürlich ist es eine Krankheit, doch wenn Du sie einmal im Griff hast und eine positive Einstellung dazu einnimmst, dann kannst Du gut damit leben.

Vor allem kannst Du selbst ganz viel tun: gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, Treffen mit anderen starken Frauen ... probiere aus, was Dir gut tut. Wir haben in unseren Frauensachen ganz viele Ideen, Tipps und Tricks für Deinen Alltag zusammengestellt.

Am wichtigsten ist zuerst die Entstauung durch Lymphdrainage und Kompression, denn sie nimmt Dir die Schmerzen und kann Deinen Umfang reduzieren.

Plane Deine Therapie mithilfe Deines Arztes und Sanitätshauses, dann wirst Du Dein Lipödem bald im Griff haben. Hier siehst Du, was wann am sinnvollsten ist:

Der Therapieverlauf, um das Lipödem in Griff zu bekommen

Therapieverlauf bei Lipödem: Arztbesuch

1. Arztbesuch

Am Anfang steht die Diagnose. Der Arzt schaut sich Dein Gewebe genau an und stellt Dir viele Fragen. Hast Du wirklich ein Lipödem, dann klärt Dich Dein Arzt darüber auf, was Du selbst tun kannst und informiert Dich über die Therapie. Er kann Dich auch an einen Spezialisten überweisen.

Therapieverlauf bei Lipödem: Planung

2. Planung

Besonders wichtig ist, dass Du Deine Therapie genau planst und gut in Deinen privaten und beruflichen Alltag integrierst. Für eine Enstauungsphase der kombinierten physikalischen Entstauung (KPE) in der Lipödemtherapie musst Du circa 2-3 Wochen einplanen. Die KPE ist ambulant, aber auch stationär möglich.

Therapieverlauf bei Lipödem: Heilmittel und Hilfsmittelrezept

3. Heilmittel und Hilfsmittelrezept/Verbandsmaterialverordnung

Der Arzt stellt Deine Rezepte aus: ein Rezept für die engmaschige, möglichst tägliche manuelle Lymphdrainage (MLD) mit Kompressionsbandagierung, ein Rezept für das Kompressionsbandagenmaterial und ein Rezept für Deine flachgestrickte Kompressionsversorgung nach Maß. Wichtig ist im ersten Schritt, dass Dein Gewebe entstaut wird, das heißt, dass Du erst mit einer lymphologischen Bandagierung zur Lymphdrainage gehst. Nach der Lymphdrainage wird der Therapeut Deine Beine oder Arme mit Bandagen komprimieren.

Therapieverlauf bei Lipödem: Sanitätshaus-Check

4. Sanitätshaus-Check

Vielleicht hat Dir Dein Arzt schon ein Sanitätshaus empfohlen oder Du kannst aber auch selbst im Internet recherchieren, welchen Fachhandel es in Deiner Nähe gibt. Geh dort ruhig mal vorbei und frag nach, ob das Sanitätshaus Erfahrung mit der Versorgung von Lipödem-Patientinnen hat. Anhand unserer Checkliste kannst Du ein gutes Sanitätshaus erkennen. Wenn Du Dich dort wohl fühlst, mach einfach einen Termin zur Erstberatung aus.

Therapieverlauf bei Lipödem: Lymphdrainage in der Entstauungsphase

5. Tägliche Lymphdrainage in der Entstauungsphase

Die Lymphdrainage ist eine spezielle Massageart. Sie wurde entwickelt, um Schmerzen beim Lipödem zu lindern, die Hämatomneigung zu reduzieren und die Transportkapazität des Lymphgefäßsystems zu steigern. Das sollte anfangs entweder täglich ambulant stattfinden oder mit einem Klinikaufenthalt verbunden sein.

Therapieverlauf bei Lipödem: Genehmigungen

6. Genehmigungen

Während der 1. Phase der intensiven Entstauung sollte Dein Sanitätshaus bei Deiner Krankenkasse schon alle Genehmigungen für Deine medizinischen Kompressionsstrümpfe vorbereiten.

Therapieverlauf bei Lipödem: Sanitätshaus-Termin

7. Sanitätshaus-Termin

Gegen Ende der 1. Entstauungsphase kannst Du Dich von Mitarbeitern des Sanitätshauses Deiner Wahl ausmessen lassen. Welche Längen, Fußspitzen, Leibteile und individuelle Sonderausstattung (z. B. auch für Schwangere) für Dich geeignet sind, legt Dein Arzt oder die Fachkraft des Sanitätshauses in Absprache mit Deinem Arzt fest. Du darfst Dir die Farbe und ein Muster für Deine Kompressionsversorgung aussuchen. Überleg Dir schon im Voraus, was am Besten zu Deinen Lieblingsklamotten passt, dann weißt Du vor Ort genauer, was Du willst. Viele Hersteller haben eine tolle Auswahl an bunten Farben, Mustern und Batikdesigns. Mehr Inspiration findest Du in unserer Rubrik Mode.

Therapieverlauf bei Lipödem: Kompressionsbekleidung

8. Kompressionsbekleidung

Je nachdem, welchen Strumpf Du Dir ausgesucht hast, kann es dann ein paar Tage oder auch länger dauern, bis der Hersteller die Kompressionsbekleidung speziell nach Deinen Maßen hergestellt hat. Sobald Deine Kompressionsversorgung fertig ist, sagt Dir Dein Sanitätshaus Bescheid, und es kann zur Anprobe kommen. Solange sollte Deine Entstauungsphase weiter fortgeführt werden.

Therapieverlauf bei Lipödem: Lymphdrainage in der Erhaltungsphase

9. Lymphdrainage in der Erhaltungsphase

Zur Erhaltung und zur Optimierung Deines Entstauungserfolges ist es wichtig, dass Du weiterhin und regelmäßig zur Lymphdrainage gehst. Ob einmal wöchentlich oder öfter hängt von Deinem Lipödem-Stadium ab. Du solltest diesen Termin dauerhaft gut in Deinen Alltag integrieren und möglichst nicht ausfallen lassen.

So sorgfältig, wie Du Deinen Friseur auswählst, solltest Du auch bei der Wahl Deines Sanitätshauses und Therapeuten sein. Es gibt bereits Netzwerke mit hohen Qualitätsstandards, und Du kannst Dich in unserer Expertensuche informieren. Du musst Dich wohlfühlen und dort gut beraten sein. Deine Kompressionsversorgung soll Dir perfekt passen, gefallen und auf Deine Bedürfnisse abgestimmt sein. Du hast dabei die freie Wahl. Wenn Dir Dein Arzt ein Sanitätshaus empfiehlt und es Dir nicht zusagt, dann schau Dich um, ob es in Deiner Nähe noch ein anderes Haus gibt.

Lymphdrainage - Deine spezielle Massage

Manuelle Lymphdrainage als Therapie bei einem Lipödem

Die Lymphdrainage ist neben der Kompressionstherapie die wichtigste Maßnahme, um Dein Lipödem in den Griff zu bekommen. Hier wird die sogenannte KPE in der Lipödemtherapie (= kombinierte physikalische Entstauungstherapie) angewendet. Zur Therapie gehört die manuelle Lymphdrainage MLD, die Kompressionsbehandlung sowie die Hautpflege und Entstauungsübungen.

Manuelle Lymphdrainage
Die manuelle Lymphdrainage (MLD) ist eine speziell entwickelte Massageart (vgl. Lymphdrainage), um die Transportkapazität des Lymphgefäßsystems zu steigern und damit den Abtransport des Ödems zu ermöglichen. In der Lipödemtherapie bewirkt die MLD auch eine Schmerzlinderung und eine Reduktion der Hämatomneigung. Die entstaute Extremität, zum Beispiel das Bein, muss nach der Lymphdrainage komprimiert werden, damit sich das Ödem nicht gleich wieder ausbreitet.

Phase 1 - Die Entstauungsphase
In der Phase 1 der KPE gehst Du mehrmals die Woche (optimalerweise täglich) zur manuellen Lymphdrainage. Oft wird das auch stationär in einem Klinikaufenthalt durchgeführt, aber das muss nicht sein. Wenn Dein Arzt es bestätigt, Du die Lymphdrainage gut in Deinen Alltag integrieren kannst und auch Dein Therapeut dies leisten kann, kannst Du dich lymphologisch ambulant behandeln lassen. Nach der manuellen Lymphdrainage legt dein Therapeut Dir Kompressionsverbände oder Bandagen an, die Du idealerweise bis kurz vor dem nächsten Termin der manuellen Lymphdrainage trägst.

Phase 2 - Die Erhaltungs- und Orientierungsphase
In der Phase 2 der KPE kannst Du die Anzahl der manuellen Lymphdrainagebehandlungen dann reduzieren. Anstelle von Verbänden bekommst Du Deine maßangefertigte Kompressionsversorgung. Die Farben und Muster der Strümpfe kannst Du Dir aussuchen und Deinem individuellen Kleidungsstil anpassen.

Unterstützend kann die sogenannte AIK (= apparative intermittierende Kompression) mit Mehrkammer-Geräten eingesetzt werden. Dieses Gerät sieht aus wie eine überdimensional große Hose und lässt sich mit Manschetten um die Beine legen. Die Manschetten werden rhythmisch mit Luft gefüllt und wieder entleert - dies massiert Dein Gewebe ähnlich wie bei der Lymphdrainage. Diese Geräte können verschrieben werden, sodass Du es ergänzend zur Lymphdrainage problemlos zu Hause benutzen kannst.

Psyche - Keine Scheu vor psychologischer Beratung

Wie bei jeder Krankheit gibt es auch beim Lipödem Höhen und Tiefen, gute und schwierige Phasen. Es ist in Ordnung, wenn Du Dich auch mal zurückziehst und für Dich sein musst. Jede starke Frau hat auch mal eine Phase, in der sie sich ungern zeigt, doch Isolation ist auf Dauer keine Lösung. Schau Dich mal hier bei unseren Frauensachen um. Auch zu Hause kannst Du Pläne schmieden, Sport treiben und Dich um gesunde Ernährung kümmern - wichtig ist nur, dann auch wieder rauszugehen.

Du bist stark: Kopf hoch, Brust raus, Zähne zusammenbeißen.

Übrigens: Auch mit Deinem Arzt kannst Du die psychische Belastung besprechen. Deine Krankenkasse übernimmt nach Verordnung gegebenenfalls die Kosten für eine psychologische Beratung.

Kompression - Dicke Beine brauchen Hilfe

Compress to impress - „Shapewear“ heißt Kompressionskleidung in den USA und wird bei den Oscars und auf jedem roten Teppich unter großen Roben versteckt. Spitzensportler tragen ihre Kompressionsstrümpfe in ganz intensiven Phasen manchmal sogar nachts, um die Durchblutung zu fördern und bessere Trainingsergebnisse zu erzielen. Du brauchst Deine Kompressionsstrümpfe unbedingt, um die Ausbreitung und das Wachstum des Lipödems zu verhindern. Gleichzeitig wirst Du auch merken, dass Du weitaus weniger Schmerzen hast, wenn Du Deine Kompressionsstrümpfe täglich trägst.

In unserem Blog findest Du viele Mode- und Styling-Tipps, denn glücklicherweise gibt es die ollen Gummistrümpfe gar nicht mehr, die nahezu jeder von seiner Oma kennt.

Tipps für den Sommer

Kompressionspflege - Richtig waschen

Die „Kompressionsbestrumpfung“ sollte immer in der Waschmaschine gewaschen werden, und zwar auf links gedreht, in einem Wäschenetz und bei 40°C.

Klar kannst Du die Strümpfe auch einmal im Waschbecken auswaschen, aber nur die Handwäsche reicht leider nicht aus. Nach einigen Handwäschen muss die Kompressionsbekleidung in die Waschmaschine, da sonst zu viele Seifenreste in der Bestrumpfung verbleiben, die zu Hautirritationen führen können. Außerdem müssen Hautschuppen, Hautfett und Schweiß gründlich ausgewaschen werden, damit sich die Kompressionsbekleidung wieder zusammenziehen kann und ihre Funktion behält.

Als Waschmittel für die Waschmaschine empfehlen wir ein sensitives Waschmittel (parfümfrei, ohne Weichspüler etc.) oder Spezialwaschmittel der Kompressionshersteller. Darin ist nichts enthalten, was die Bestrumpfung beschädigen könnte. In Feinwaschmitteln sind meist Faserpfleger enthalten, die wie Weichspüler wirken und damit schädlich für die Fasern sind. Das gilt übrigens auch für Haarshampoos.

Liposuktion - Auch eine Möglichkeit

Eine Liposuktion (= Fettabsaugung) kann nach Durchführung der konservativen Therapie in Betracht gezogen werden, wird allerdings auch keine garantierte Heilung bringen. Wichtig ist, dass Du Deine Pläne mit einem erfahrenen Spezialisten besprichst. Vor einer Entscheidung solltest Du über Nutzen und Risiken, mögliche Nebenwirkungen und vor allem die Kosten nachdenken. In den wenigsten Fällen übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Liposuktion. Die Kosten für Deine Kompressionsbekleidung dagegen werden von den meisten Krankenkassen  übernommen.

Bei einer OP sollte nicht die Kosmetik im Vordergrund stehen, sondern vor allem die Volumen- und Schmerzreduktion. Über die Risiken und Langzeitergebnisse kann Dich nur ein Spezialist informieren. Deshalb solltest Du für eine Operation nur einen sehr erfahrenen Chirurgen auf diesem Gebiet in Betracht ziehen.

Checkliste Sanitätshaus

Du bist auf der Suche nach professioneller Beratung und Betreuung. Auf diese 8 Punkte solltest Du bei der Auswahl eines Sanitätshauses achten! Lade Dir hier Deine Checkliste runter.

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