Nicki
27.August 2020 | Mein Lipödem

Lipödemkämpferin - ein Wort mit so viel Bedeutung!

Hallo meine Lieben, zunächst möchte ich mich kurz vorstellen: Mein Name ist Nicki und ich bin 30 Jahre alt. Meine Diagnose Lipödem habe ich letztes Jahr bekommen, mehr so nebenher eigentlich. Ich war schon immer dick, hab es dann letztes Jahr endlich geschafft, 15kg abzunehmen. Allerdings tat sich da an meinen Beinen nicht viel, während ich am Oberkörper 1-2 Kleidergrößen weniger hatte. In der Zeit ging meine Hausärztin in Rente und ich habe bei meiner neuen Hausärztin mal davon erzählt und sie hat es zum ersten mal angesprochen: Lipödem. Puh, das war anfangs schon ein ganz schöner Schock. Sie schickte mich dann ins Adipositaszentrum, weil die sich dort angeblich auch mit Lipödem auskennen, nicht nur mit dem Abnehmen. Der Arzt dort hatte nur zwischen Tür und Angel für mich Zeit, bestätigte aber die Diagnose. Er schickte mich zurück zur Hausärztin, die dann alles Weitere aufschreiben solle (Kompris und Lymphdrainage).

Die erste Begegnung mit dem Begriff Lipödemkämpferin

Total verunsichert, weil meine Hausärztin sich nicht wirklich gut mit dem Thema auskannte, recherchierte ich viel im Internet und bin auch über den Frauensache-Blog gestolpert. Ich habe schier alle Informationen in mich eingesogen. Aber es machte mir auch Angst: ich soll damit jetzt mein ganzes Leben leben? Was würde es alles für Einschränkungen bedeuten? Es gab einige schlaflose Nächte und viele Tränen. Und es gab so viele Fragen; was ist richtig, was ist falsch? Ich war so verunsichert….
Ich bin dann während dieser „Recherche-Phase“ auch das erste Mal über das Wort Lipödemkämpferin gestoßen und hab den Begriff am Anfang eher als ein „Modewort“ bei Instagram und Co. abgetan. Aber während ich mich mehr und mehr mit dem Thema und auch mir selbst auseinandersetzte merkte ich, dass hinter diesem Begriff so viel mehr steckt…

Mein Kampf mit mir und dem Lipödem

Auf der einen Seite immer noch tief verunsichert, gaben mir die Community und die Beiträge auf der anderen Seite viel Kraft und es gab für Vieles auf einmal eine Erklärung (z.B. warum sich die Beine und Arme immer so schwer anfühlen, warum ich teilweise so schmerzempfindlich bin etc.). Ich begann zu verstehen, dass mich diese Krankheit nun zukünftig nicht einfach nur begleiten würde, sondern dass ich auch eine Reise zu mir selbst angetreten hatte. Ich hatte bis dato nie ein einfaches Verhältnis zu meinem Körper. Aber ich bin ein grundlegend positiver Mensch und hatte also den ersten Schock überwunden und wurde nun also auch zu einer Lipödemkämpferin!

Kämpfen bedeutet auch mal eine Niederlage einzustecken, um danach gestärkt wieder aufzustehen

Es gab auf dem weiteren Weg noch so viele kleine und große Kämpfe, wie das erste Tragen der Kompri, wo ich mich das erste Mal doch eingeschränkt fühlte (was sich nach einer grundlegenden Änderung der Kompri stark verbesserte). Oder die Auseinandersetzung mit meiner Krankenkasse oder meiner Hausärztin, die mir dauerhaft keine Lymphdrainage aufschreiben wollte. Oder dass ich 7 Monate auf den Termin beim Phlebologen gewartet hab, nur um mir dann sagen zu lassen, dass es Lipödem ja eigentlich gar nicht gibt und ich ja nur dick bin.
Das sind harte Rückschläge auf dem Weg, mit dieser Krankheit umzugehen und auch bei mir lösen sie immer wieder Selbstzweifel aus. Aber es lohnt sich wirklich, zu kämpfen! Was das Kämpfen schon bei mir bewirkt hat und welche Ziele ich bereits erreicht hab, erzähle ich gern im nächste Beitrag!

Gebt niemals auf und kämpft für Euch und uns Alle!

Eure Nicki

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