Stephanie
02.November 2018 | Sport & Gesundheit

Lipödem und Tattoos – geht das?

Um eins vorweg zu nehmen: Ich bin kein Arzt und kann und will keine ärztlichen Ratschläge geben. Der Beitrag handelt von meinen eigenen Erfahrungen und Meinungen von anderen, die ich eingeholt habe. Prinzipiell gilt: Tut das, was euch gut tut!

Laut einer Studie der Universität Leipzig sind rund die Hälfte aller Frauen in  Deutschland zwischen 25 und 34 Jahren tätowiert. Auf alle Altersgruppen gerechnet ist es jede 5. – daher, finde ich, ist es auch ein spannendes Thema für Lip- und Lymphödempatientinnen, denn: die Farbe wird durch das Lymphsystem abgebaut.

Sind Tattoos gefährlich?

Was früher eher den Seemännern und Rockern vorbehalten war, ist heute Trend: Tattoos. Dadurch geraten die bunten Bildchen auch immer mehr in den Fokus von Gesundheitsbehörden, welche vor giftigen Farben warnt. Tatsächliche Studien zum Thema „Gefährlichkeit von Tattoos“ gibt es bisher kaum, jedoch wird immer mehr geforscht um das Stechen hygienischer und ungefährlicher zu machen. Unter anderem wurden bereits bestimmte Inhaltsstoffe für Farben verboten.

Es wird auch an neuen Pigmenten geforscht, die nicht von der Lymphe abtransportiert werden, sondern fest in der Haut bleiben. Ein seriöser Tätowierer ist zudem registriert, sticht nicht mit minderwertigen Farben und klärt euch über die gesundheitlichen Risiken auf. Oft unbeachtet weil meist auch einfach nicht bekannt ist, wer hätte es gedacht, das Lip- und Lymphödem.

Beeinträchtigung des Lymphsystems durch ein Tattoo?

Was genau macht nun ein Tattoo so speziell für uns aus? Wie bereits erwähnt werden Farben über das Lymphsystem abtransportiert. Daher kann es dazu kommen, dass eure Lymphknoten geschwollen sind, schmerzen oder im Extremfall sich bunt färben! Letzteres ist tatsächlich bereits mehrmals vorgekommen und unter den ersten beiden leide ich derzeit, da ich mir vor kurzem ein Tattoo am Kopf habe stechen lassen.

Dies kann, muss euch aber nicht in eurem Alltag einschränken: es kann zu fieberartigen Symptomen kommen oder Schwindel. Wichtig: Das Tattoo muss NICHT auf dem Ödem gestochen sein, denn schließlich zieht sich das Lymphsystem durch den ganzen Körper.

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Tattoo und Lipödem: Was kann passieren?

Was ist mit Tattoos, die auf dem Ödem gestochen wurden? Das ist wieder sehr individuell und ich kann euch nur davon erzählen, was passieren KANN. Ich habe zwei Tattoos auf den Beinen, die noch vor der Zeit meiner offiziellen Diagnose sind. Eins auf der Wade/fast Knöchel außen (kein/kaum Lipödem) und ein großes auf dem Oberschenkel (starkes Lipödem).

Mein kleiner Pinguin auf der Wade ist gut verheilt, kaum Farbverlust oder ähnliches. Das große am Oberschenkel hat sehr viel Farbe verloren, hat sich etwas „erhoben“ und brauchte lange zum Heilen – warum? Zum einen ist das Gewebe des Ödems schlechter versorgt – ihr kennt das vielleicht, dass eure Beine im Winter kalt sind und bleiben. Das ist der Grund, warum die Farbe schlechter drin bleibt (Anmerkung: Rot hält generell schlecht bei mir!) und es länger zum Heilen brauchen kann. Zum anderen verändert sich das Gewebe durch das tätowieren, schließlich fährt die Nadel bis zu 120 mal pro SEKUNDE in eure Haut! Es kann zur Knötchenbildung kommen und das Tattoo bekommt einen unfreiwilligen und nicht so schönen 3D-Effekt.

Schluss mit Tattoos auf dem Lipödem?

Mein Fazit: Außer das Motiv am Oberschenkel irgendwann nachbessern zu lassen, werde ich mir erst mal keine weiteren Tattoos an den Beinen stechen lassen. Aber ich habe ja noch viel Platz anderswo. Auch mit meiner Freundin und Tatöwiererin stehe ich im engen Austausch über Ödempatientinnen, sodass ich in Zukunft noch mehr Erfahrungen aus erster Hand habe, denn das Thema fällt doch zu schnell unter den Tisch.

Meine Informationen habe ich zum Teil aus Studien, von Ärzten und eben aus eigener Erfahrung. Und ja, Tattoos tun weh – egal ob mit oder ohne Ödem ;) Wer schön sein will, muss leiden – aber nicht nachhaltig!

Eure Stephanie

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