Lia
04.April 2019 | Mein Lipödem

Kompressionstherapie ist das A und O

Leichter leben mit Lipödem

Vor acht Jahren erfuhr ich, dass ich an einer Fettverteilungsstörung leide. Ich wog damals bei einer Größe von 1.63 m 95 kg. Die Kompressionstherapie hat mir sehr geholfen und erleichtert mir heute den Alltag. Hier möchte ich Euch erzählen, wie es mir mit dem Lipödem ergeht.

Kompressionstherapie ist das A und O

Die Diagnose

Als bei mir das Lipödem diagnostiziert wurde, glaubte ich, es handelt sich um einen Schicksalsschlag unsäglichen Ausmaßes. Doch aus den Ratschlägen von Ärzten, Physiotherapeuten und der Fachliteratur entwickelte ich ein Konzept, das für mich sehr erfolgreich ist. Dazu gehören Lymphdrainagen, viel Bewegung, gesunde Ernährung – vor allem aber auch die Kompressionstherapie. Zwar braucht es am Anfang viel Zeit und Übung, um in die Strümpfe oder Strumpfhosen hineinzukommen, doch heute bin ich eine große Verfechterin des stetigen, konsequenten Tragens der Kompression. Die Kompressionsstrümpfe und Kompressionsstrumpfhosen sind nicht ohne Grund die erste und wichtigste Säule der Therapie.

Kompression das A und O

Bereits nach kurzer Zeit erleichterte sich das Anziehen deutlich und ging immer schneller. Auch die Schmerzen beim Anziehen verringerten sich, denn der Druck der Strümpfe bewirkte tatsächlich ein Ausschwemmen von Wasser und damit eine immense Verbesserung der Gesamtsituation. Ich merkte deutliche Verbesserungen im Beingefühl, hatte abends weniger Schmerzen, fand es angenehmer, mich zu bewegen und machte täglich einen Spaziergang. Schwimmen ist für mich auch unglaublich wichtig. Wenn ich es nicht schaffe, schwimmen zu gehen, dann geht es mir deutlich schlechter, als wenn ich mindestens einmal die Woche schwimme oder zumindest Wassergymnastik mache.

Deutliche Steigerung der Lebensqualität

Heute trage ich flachgestrickte Strumpfhosen. Ihr wichtigster Vorteil gegenüber Rundstrickmodellen: Der Druck der Strumpfhose ist sowohl ein Arbeitsdruck als auch ein Ruhedruck. Das heißt: Die Druckwirkung ist nicht nur gegeben, wenn ich in Bewegung bin, sondern auch beim ruhigen Sitzen, Stehen oder Liegen. Außerdem ist durch die Maßanfertigung gewährleistet, dass der Druck von unten nach oben optimal verläuft. Auch eine gesunde Ernährung trägt für mich dazu bei, dass es mir deutlich besser geht. Wenn ich es schaffe, mich überwiegend von unverarbeiteten pflanzlichen Lebensmitteln zu ernähren, merke ich, dass es mir viel besser geht, als wenn ich zu Industrieessen, Weißmehl und Tierprodukten greife.
Erstaunlicherweise verbessert sich das Tragegefühl der Strumpfhosen mit der Zeit deutlich. Dennoch: Man muss wissen, wofür man die Strümpfe trägt, um sich täglich wieder konsequent hineinzuzwängen und sie zu tragen.

Es bleibt ein täglicher Kampf

Manchmal muss ich mich deshalb daran erinnern, wie viel schlechter mein Körperzustand wohl wäre, denn erst die Strümpfe machen alle anderen Therapieaspekte wirksam und haltbar. Zwischenzeitlich fühlte ich mich so, als sei mein Lipödem fast verschwunden –zusammen mit den 35 kg Körpergewicht, die ich abgenommen hatte. Die größte Steigerung an Lebensqualität, die ich mir in dieser Situation vorstellen kann. Es ist allerdings weiterhin ein täglicher Kampf gegen Schmerzen, für Bewegung und um gute Gesundheit.

Wie ist es Euch ergangen?

Eure Lia

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7 Kommentare
Kommentieren
Pummelfee

Danke für Dein Berichten
Ich trage seir gut 20Jahren Rundstrick-Oberschenkelstrümpfe. Diese reichen nun nicht mehr aus und ich werde zur Flavhstrickstrumpfhose wechseln. Das wird noch mal ein Einschnitt werden aber damit dürfte es mir deutlich besser gehen. Auch bei mir hängt Kimpression und Gewicht sehr nah zusammen. Wenn ich mich in der vin Dir beschriebenen Weise ernähre, dann lagere ich weniger Wasser ein.

am 17.04.2019 | 14:17
Christina_Rick

Liebe Lia,
beim Lesen dachte ich streckenweise, ich hätte den Text geschrieben. Ich freue mich, dass du auch so Erfolg mit der konservativen Therapie hast.

am 06.04.2019 | 22:12
Lia

Hi Christina!
Das freut mich auch!
Es ist schon manchmal erstaunlich wie einige Lipödem-Geschichten sich ähneln. Mir geht es bei ganz vielen Texten so, dass ich mich in Ihnen wiedersehe.

am 11.04.2019 | 17:50
Hannah

Hallo Lia,
vielen Dank für dein Beitrag. Ich habe vor zwei Wochen erfahren das ich Lipödem habe. Immer noch sitzt der Schock tief, aber jetzt weiß ich warum ich diese Schmerzen und diese Proportionen habe. Leider habe ich Übergewicht und muss 25 Kilo abnehmen, sprich das gesunde Fett. Hast du Tipps und Ratschläge? Würde mich sehr darauf freuen.

am 05.04.2019 | 15:52
Lia

Hallo Hannah,
ehrlich gesagt habe ich so viele Tipps und Ratschläge, dass daraus gerade ein 250-Seiten-starkes Buch wird. Und ich sammele immer weiter. Das Lipödem hat mich tatsächlich in den letzten sieben Jahren sehr beschäftigt. Und auch schon vor der Diagnose hat es mein Leben extrem geprägt, auch wenn ich es da noch nicht wusste. Wenn der Bedarf hier recht groß ist, schreibe ich vielleicht noch öfter für den Blog. Und ich versuche mich beim Schreiben zu beeilen, damit das Buch bald rauskommen kann.

Sollte hier jemand Ideen haben, auf welchen Kanälen auch eine finazielle Unterstützung für das Buchprojekt zustande kommen könnte, würde ich mich sehr freuen.

https://www.patreon.com/lipedema

Liebe Grüße

am 11.04.2019 | 17:53
Ramona

Hallo Lia, also hast du durch das konsequente Tragen der Kompression, Ernährungsumstellung und Bewegung die 35 kg abgenommen?

am 04.04.2019 | 13:57
Lia

Hallo Ramona,
ganz ganz vereinfacht gesagt: Ja!
Insgesamt ist es natürlich noch komplexer. Ich habe meiner Gesundheit wirklich in meinem Leben die Priorität eingeräumt - vor allem anderen. Wenn man sich ein Gefäß vorstellt, in dem man alle wichtigen Aspekte des Lebens reinfüllen kann, dann liegen da bei mir als erstes einige dicke Gesundheitssteine drin. Und alles ander kann sich darum verteilen. Ich schreibe gerade ein Buch über meine Reise mit dem Lipödem. Da wird dann alles drinstehen.
Wie ist es bei Dir?

am 11.04.2019 | 17:42

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