Kathi
26.Oktober 2017 | Mein Lipödem

Armkompression - Gedanken im Vorfeld

Hallo! Mein Name ist Kathi, ich bin 32 Jahre alt und ganz neu in der Lipödemgemeinschaft. Bei meiner ersten Armversorgung habe ich so ziemlich alles falsch gemacht - das möchte ich Euch ersparen!

Hand mit Kompressionsversorgung

Erfahrung der Sanifee

Fragt ruhig im Sanitätshaus nach, wie oft dort Arme & Hände ausgemessen werden. Das ist generell eine recht langwierige Angelegenheit, wenn dann aber jemand bei jedem Finger neu auf die Anleitung gucken muss, kann das zur Geduldsprobe werden. Und wenn dann auch noch etwas nicht passt und die Kompression später eingeschickt werden muss, um sie anpassen zu lassen, ist es einfach nur lästig! Sagt Euch das Sanitätshaus zu Beginn ganz ehrlich, dass sie wenig Erfahrung damit haben, dann könnt Ihr selbst entscheiden, ob Ihr ein Auge zudrückt und geduldig bleibt, oder ob Ihr lieber gleich woanders hingeht.

Plant viel Zeit zum Ausmessen ein

Selbst wenn Ihr einen alten Hasen erwischt – es wird jeder Finger an mehr als 1 Stelle gemessen. Dazu ein paar Stellen an der Hand und natürlich auch an den Armen. Für meine komplette Kompression (Arme und Hände sowie Beine und Po) wurde ich 3 Stunden lang ausgemessen. Macht also besser keine Anschlusstermine und gebt Euch und Eurer Sanifee die Zeit die Ihr braucht, nur so kommt Ihr zu einem vernünftigen Ergebnis!

Ihr habt Anspruch auf (nur) 2 Ausführungen

Also wählt die Farbe sorgsam. Seid Ihr auch sonst eher farbenfroh unterwegs, dann schlagt ruhig richtig zu. Aber beachtet, dass Ihr die pinke Armkompression vielleicht doch nicht zum gelben T-Shirt anziehen wollt. Und wenn dann auch noch was Festliches ansteht ist Eure gebatikte Armkompression in blau vielleicht doch nicht das passende Accessoire zum geblümten Kleid. Aber das ist EURE Entscheidung! Steht dazu! Wenn jemand blöd guckt, dann nicht wegen Eurem Lipödem sondern weil ihm das einfach nicht gefällt. Derjenige würde auch gucken, wenn Ihr eine gestreifte Handtasche zum gepunkteten Shirt tragt!

Achtung – vermeintlich unauffällige Farben können auftragen! So habe ich zu meiner Berufsbekleidung als erstes weiße Armlinge ausgesucht. Damit sieht man jedoch immer aus als habe man eine Verletzung, einen Ausschlag oder eine Allergie. Hautfarbene Kompression hingegen kann schnell aussehen wie "Omas Strümpfe".
Fragt im Sanitätshaus nach Mustern – das sind in der Regel nur Stoffstücke, aber vielleicht dürft Ihr Euch eins mit heim nehmen und an verschiedene Kleidungsstücke halten. Oder ein paar Kleidungsstücke mit zum Ausmessen bringen. IHR lauft damit 6 Monate lang rum – nicht die Sanifee!

Armlinge oder Bolero

Armlinge pro – weniger Stoff; kann einfacher anzuziehen sein; kann sich freier anfühlen.

Armlinge kontra – im Sommer sieht man unter dem kurzen T-Shirt -Ärmel vor der Kompression erst mal Haut aufblitzen und das sieht oft gequetscht aus.

Bolero pro – in nur einen Arm reinquälen, in den anderen rein"rutschen"; es fühlt sich (für mich) an wie eine ständige Umarmung; sieht unter anderen Oberteilen aus wie ein Langarmshirt.

Bolero kontra – kann sich evtl. einengend anfühlen, v.a. wenn die Konfektionsgröße nicht stimmt (die wird benötigt für den kompressionsfreien Teil zwischen den Schultern); aufwendiger auszuziehen.

Schwarze Armkompression mit einer Uhr

Handteil dran oder extra?

Hier kann ich nur von den extra Handteilen berichten. Diese empfinde ich als sehr angenehm, da man sie auch mal ein Zeit lang auslassen kann um z.B. den Abwasch zu machen oder in der gewohnten Handschrift etwas zu schreiben. Ein Kontra konnte ich bislang nicht feststellen bzw. kenne ich kein Pro für angenähte Handteile.

Die Liste lässt sich sicher weiterführen! Solltet Ihr eine Entscheidung doch mal im Nachhinein bereuen – scheut Euch nicht das im Sanitätshaus anzusprechen, das ein oder andere kann noch im Nachhinein geändert werden. Und sonst lasst den Kopf nicht hängen, nach 6 Monaten könnt Ihr Euch eine neue Armkompression aussuchen!

Eure Kathi

1 Kommentare
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Laxy

Hi Kathi,
Toll geschrieben und wirklich hilfreich. Ich wünschte ich hätte es vor einem Jahr gelesen als es bei mir soweit war ;-)
Damals waren es rutschende Armstulpen, heute (nach Arzt-und Sanihauswechsel) ist es eine Kompressionsjacke. Hört sich schlimm an, aber die Jacke ist toll ...im Winter....oder kaltem Sommer ;-)

am 13.11.2017 | 20:15

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